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Kochen ganz ohne Grenzen

Flintbek Kochen ganz ohne Grenzen

Liebe geht bekanntlich durch den Magen – Integration in Flintbek aber auch. Mit Kochen und Essen verbinden die meisten Menschen Positives, vielleicht ist das der Grund, warum die Betreuer der Asylsuchenden gemeinsame Kochevents ins Leben gerufen haben. Alle 14 Tage wird in der Schulküche aufgetischt – mal liegt der Schwerpunkt auf Syrien, mal steht deutsche Küche auf dem Herd.

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Auch das gemeinsame Essen macht allen Beteiligten Spaß: (von links) Samira, Angelika Schäfer-Holsten, Khanem, Maike Weber und Sonja Wingsch.

Quelle: Sorka Eixmann

Flintbek. Flintbek. Liebe geht bekanntlich durch den Magen – Integration in Flintbek aber auch. Mit Kochen und Essen verbinden die meisten Menschen Positives, vielleicht ist das der Grund, warum die Betreuer der Asylsuchenden gemeinsame Kochevents ins Leben gerufen haben. Alle 14 Tage wird in der Schulküche aufgetischt – mal liegt der Schwerpunkt auf Syrien, mal steht deutsche Küche auf dem Herd.

 Immer dabei: Sonja Wingsch und Maike Weber. Die beiden Frauen engagieren sich im Freiwilligenforum und betreuen Asylsuchende. Die Idee für die gemeinsamen Kochveranstaltungen kam aus der „Tafel Flintbek“. „Wenn unsere Flüchtlinge dort ihre Nahrungsmittel holen, haben sie häufig Dinge wie Kohl liegen gelassen. Das sind Nahrungsmittel, die sie aus ihrer Heimat nicht kennen und daher nicht verarbeiten können“, erklärte Wingsch. Das gemeinsame Kochen soll helfen, die „fremde“ Küche kennenzulernen.

 „Wir kombinieren auch gern. Eine syrische Hauptspeise passt auch zu einer deutschen Nachspeise“, weiß Wingsch, die die Rezepte niederschreibt. Mit der 25-jährigen Samira und der 24-jährigen Khanem haben die Ehrenamtlichen vom Freiwilligenforum zwei ganz begeisterte Köchinnen gefunden – beide Frauen sind immer dabei, wenn Töpfe klappern und Geschirr aufgedeckt wird. Erst wird gemeinsam eingekauft, dann geschnippelt und gekocht. Und immer viel gelacht. Khanem und auch Samira sprechen schon gut Deutsch, „Und wenn uns die Worte fehlen, dann geht es mit Händen und Füßen weiter“, lacht Wingsch, während Samira Hähnchenbrust und geschälte Kartoffelscheiben in einer Auflaufform verteilt. Während der Auflauf im Ofen vor sich hin schmort, macht die junge Frau noch einen selbst gepflückten Salat an.

 Inzwischen ist auch Angelika Schäfer-Holsten, eine weitere Betreuerin der Flüchtlinge, in der Küche eingetrudelt, sie hat Zutaten für den Nachtisch dabei. Es gibt Apfelcrumbles, aus Butter, Zucker und Mehl stellt sie einen Streuselteig her, der über die Apfelspalten verteilt wird. „Das braucht 20 Minuten“, stellt sie fest. Der Salat, den Samira bei einem Spaziergang im Ort gepflückt hat, ist bereits fertig, der Tisch im Nebenraum ebenfalls gedeckt. „Wir waschen schon mal ab, was nicht mehr gebraucht wird“, Sonja Wingsch greift zum Geschirrhandtuch. Gemeinsam kochen, essen und lachen – besser kann Integration nicht sein.

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Ein Artikel von
Sorka Susann Eixmann
Holsteiner Zeitung

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