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Refugees welcome Kiel erlebt Welle der Hilfsbereitschaft
Refugees welcome Kiel erlebt Welle der Hilfsbereitschaft
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09:56 04.09.2015
Von Heike Stüben
Die Besucher des Helfertreffens an der Kieler Universität bekamen gestern als Erste das druckfrische Plakat „Refugees welcome – Ihr seid willkommen!“. Fotos von weiteren Plakataktionen können an willkommen@kieler-nachrichten.de geschickt werden. Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Dort trafen am Donnerstag nicht nur weitere Flüchtlinge aus Neumünster ein. Es gab auch einen unablässigen Strom vor allem von Kleider- und Spielsachen-Spenden. Weil es dort keinen Lagerraum gibt, wurde eine Kleiderkammer in der Alten Mu-Schule (Lorentzendamm 6-8) eingerichtet. Dort kann montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr saubere Kleidung abgegeben werden. Benötigt werden primär Männerkleidung der Größen S und M, Schuhe und Wolldecken.

 „Es ist großartig, dass so viele Menschen helfen wollen, aber die Unterstützung muss auch zu den Bedürfnissen der Flüchtlinge passen“, sagte der Kieler SPD-Ratsherr Benjamin Raschke, der das Treffen mit Hilfe des Studentenwerks organisiert hatte. Bisher läuft die Koordination von Angebot und Nachfrage vor allem über Facebook. Aber gerade ältere Bürger forderten gestern eine neutrale Webseite. Genau die wollen Sybille Kambeck und ein Team von IT-und Medienleuten entwickeln. „Wir wollen eine niedrigschwellige, einfach bedienbare Non-Profit-Webseite in mehreren Sprachen erstellen, auf denen die Flüchtlinge einstellen können, was sie brauchen, und die Helfer, was sie anbieten.“ Das ehrenamtliche Team sucht deshalb weitere Unterstützung in Form von Know-how, Büro und Ausstattung (sk@janefire.de).

 Viele Besucher berichteten wie Anja Giewald, die extra aus Blickstedt gekommen war, dass sie schon lange überlegen, Flüchtlingen bei der Integration zu helfen. „Aber bisher war nicht klar, an wen man sich wenden kann“, meinte die 39-Jährige. Etliche erklärten sich gestern bereit, eine Patenschaft zu übernehmen. Wie die Kieler Rentnerin Else Teschke: „Nach der Grenzöffnung haben wir Menschen aus der DDR aufgenommen, die nicht wussten, wo sie schlafen sollten. Daraus ist eine Freundschaft entstanden, die noch heute hält. Ich würde mich heute wieder um jemanden kümmern.“

 Die Menschen in der Erstaufnahme-Einrichtung bleiben allerdings nur zehn bis 14 Tage dort, dann werden sie auf die Kommunen verteilt. Wer längerfristige Patenschaften möchte, wird diese eher in den Gemeinschaftsunterkünften der Kommunen finden, riet Kiels Sozialdezernent Gerwin Stöcken. Für die Flüchtlinge in der Erstunterkunft sei es wichtig, einfach etwas Kiel und den deutschen Alltag kennenzulernen. „Nehmen Sie sie mit zu sich, in die Stadt, in den Sportverein, das wäre eine wunderbare Hilfe.“ Ein älterer Herr schlug feste Zeiten vor, zu denen Bürger in der Erstaufnahme-Einrichtung Unternehmungen für einen oder mehrere Flüchtlinge anbieten. Die Initiative Freifunk will im Containerdorf WLAN einrichten. Geplant sind zudem ein Willkommensfest in der Mensa und ein Benefizkonzert mit Flüchtlingen für Flüchtlinge. Am Ende war nicht nur Wissenschafts-Staatssekretär Rolf Fischer beeindruckt: „Das ist ein großartiges Zeichen von Solidarität, das kann modellhaft für andere Regionen sein.“

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