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Der Enthusiasmus ist riesig

Flüchtlinge in Schilksee Der Enthusiasmus ist riesig

„Ein ganz toller Geist herrscht gerade in Schilksee“, schwärmt Jochen Ostertag, der mit 80 anderen Ehrenamtlern jüngst die Initiative Willkommen in Schilksee gegründet hat. 170 Flüchtlinge sollen im Januar das Containerdorf auf dem Parkplatz Tempest beziehen. Um ihnen im Alltag zu helfen, entstehen gerade verschiedene Arbeitsgruppen.

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Eine Willkommensinitiative für Flüchtlinge hat sich in Schilksee gegründet: Zum Team rund um die Organisation gehören (von unten links) Gesine Stück, Jochen Ostertag, Britta Janzen, Christiane Kampen, Jochen und Katharina Sturm, (von oben links) Carsten Wehde, Susann Ketzner, Marlen Scharnweber, Ingelore Soll-Koch und Stefanie Sievert.

Quelle: Karina Dreyer

Schilksee. Der Enthusiasmus in Schilksee ist riesig. Während einer Sitzung des Ortsbeirates lud Pastor Peter Scharfenberg zum ersten Helfertreffen Ende November ein. Knapp die Hälfte meldete sich prompt und so entstand die Basis mit 80 Ehrenamtlichen. Schilksee sei in mehrfacher Hinsicht im Vorteil: „Wir haben viel Kontakt zu den anderen Initiativen, tauschen uns aus und profitieren von ihren Erfahrungen“, erklärt Ostertag. Zudem sei der Stadtteil rechtzeitig informiert worden und „so sind wir jetzt gut strukturiert und aufgestellt“, betont er. Nun heißt es, die Unterstützung anderer einzuholen, es bedarf noch mehr ehrenamtlicher Helfer, Spenden und vor allem Räumlichkeiten.

In der Unterkunft, die vom Christlichen Verein betreut wird, finden sich Küchen, Sanitär- und Gemeinschaftsräume. „Aber Platz für unsere Gruppen gibt es dort nicht“, weiß Jochen Sturm, der mit der Fahrradgruppe eine Werkstatt einrichten möchte. Säle, Garagen, leerstehende Läden, „wir nehmen alles, was uns angeboten wird“, sagt er. Besonders wichtig sind der Initiative private Sprachkurse als Ergänzung zu den staatlichen Angeboten.

Von Fahrradwerkstatt zur Handarbeit

Vom Schloss bis zum Pass: Der Aufbau einer Fahrradwerkstatt soll den Geflüchteten helfen, eigenständig und mobil zu werden. „Da rechnen wir mit einer großen Nachfrage, erwarten aber auch von ihnen, dass sie Durchhaltevermögen und Wertschätzung zeigen“, so Sturm. So sollen sie bei der Reparatur helfen und Räder nur gegen Pfand bekommen.

In einer weiteren Gruppe wird gerade daran gefeilt, wie man Neukieler zu Behörden und Ärzten begleiten kann. In der Handarbeitsgruppe geht es vor allem um die Fertigkeiten der neuen Nachbarn, „denn viele von ihnen können ja gut nähen“, weiß Ostertag. Aber es braucht noch das nötige Equipment sowie Nähmaschinen und ein Lager, in dem alles sicher verstaut werden kann. Sportliche Angebote sind natürlich auch geplant, gemeinsam mit dem TSV Schilksee. Ebenso ist eine Begegnungsgruppe aktiv, ab Januar wird ein Café International jeden Mittwoch Nachmittag im Gemeindesaal der Schilkseer Kirche alle zu Gesprächen bei Kaffee und Kuchen locken. „Eine Kleiderkammer wird es bei uns allerdings nicht geben, da können die Geflüchteten auf die Kleiderausgaben der Stadt zurückgreifen. Wir werden ihnen aber helfen, dorthin zu kommen“, so Ostertag.

Wer auch aktiv sein möchte, kann sich unter der Email hallo@willkommen-in-schilksee.de an die Initiative wenden. Auf der Webseite www.willkomen-in-schilksee.de finden sich nähere Informationen.

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Foto: Ein paar Taschen und nicht viel mehr: Flüchtlinge haben in Kiel das Containerdorf auf dem Nordmarksportfeld bezogen. Sie haben nur wenige Habseligkeiten und brauchen Unterstützung. Das gilt gerade auch für die Jüngsten.

Wohin kann man sich wenden, wenn man Flüchtlingen in Not helfen möchte? An dieser Stelle finden Sie Adressen und Ansprechpartner aus Kiel und Neumünster sowie den Kreisen Segeberg, Rendsburg-Eckernförde und Plön sowie unser Willkommens-Plakat als Download. mehr

Fotostrecke: Willkommen in Kiel

Am Freitag startete die Plakataktion „Refugees welcome – Ihr seid willkommen!“ der Kieler Nachrichten und der Segeberger Zeitung. Leser können uns Ihre Fotos mit dem Plakat an willkommen@kieler-nachrichten.de schicken.

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Trappenkamp
Anke Frahm (links) und Margret Kowalski gehören zu den Helferinnen der Trappenkamper DRK-Kleiderkammer „Hermines Boutique“ im Bürgerhaus der Gemeinde.

Geradezu explodiert ist der Andrang in der Kleiderkammer des DRK-Ortsvereins. Kamen früher jeden Montagnachmittag drei bis vier Bedürftige, sind es mittlerweile 30 bis 50 Menschen, die Kleidung benötigen. Es sind in erster Linie Flüchtlinge, die Quartier in Trappenkamp gefunden haben.

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