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Refugees welcome Brückenbauer am Esstisch
Refugees welcome Brückenbauer am Esstisch
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13:52 25.11.2015
Von Heike Stüben
Sie organisieren das „Dinner for all“ (von links): Nina Schneider (35), Anke Erdmann (43), Farouk Swed aus Syrien (30), Mona Golla (52), Heidrun Buhse (59) und Mohamad Kabadbek (29) aus Syrien. Bei diesem Team-Essen fehlte Lydia Rudow (24). Quelle: Sven Janssen
Kiel

Das Vorbild kommt aus Schweden. Dort hat Ebba Akerman 2013 festgestellt: „Wir lassen Menschen in unser Land, aber nicht in unsere Gesellschaft.“ Die Lehrerin wollte eine Brücke bauen und organisierte ein gemeinsames Essen von Schweden und Flüchtlingen. Ihre Idee löste über die sozialen Netzwerke eine wahre Bewegung in Schweden aus, die auch nach Hamburg schwappte. Deshalb hat Heiko Heitmann aus Kiel bei der dortigen Initiative nachgefragt, ob man ihm nicht Gäste aus dem Kieler Raum für ein Essen vermitteln könne. „Ich bin ein leidenschaftlicher Koch und habe mir auch Einblick in die Küche anderer Länder erhofft“, sagt der Versicherungskaufmann (41).

"Dann müssen wir das eben machen"

In Hamburg konnte man ihm zwar nicht weiterhelfen, vermittelte ihm Kontakte zu anderen Kielern, die sich dort auch als Gastgeber gemeldet hatten. „Wir haben uns zusammengesetzt und beschlossen: Wenn in Kiel noch niemand gemeinsame Essen organisiert, dann müssen wir das eben machen. Dabei geht es uns nicht nur um Flüchtlinge, sondern um alle, die fremd sind in der Stadt, also etwa Menschen, die nur vorübergehend in Kiel arbeiten.“ Seither trifft sich das Team regelmäßig, hat die Seite www.welcome-dinner-kiel.de erstellt und Flyer drucken lassen, die jetzt verteilt werden. Das Prinzip: Potenzielle Gastgeber und Gäste aus Kiel und Umgebung tragen sich auf der Webseite ein. Das Team versucht dann, die Menschen zu vernetzen, die zueinander passen könnten. Alles andere klären Gastgeber und Gäste untereinander.

Viele sind in Kontakt geblieben

Auch die Initiative „Dinner for all“ in Kiel ist startklar. Das Team um Anke Erdmann und Lydia Rudow hat allerdings schon einen Probelauf hinter sich: Am 3. Oktober hatten sie Gastgeber aufgefordert, Flüchtlinge zu einem Essen nach Hause einzuladen. Gleichzeitig wurden Zettel auf Arabisch in den verschiedenen Gemeinschaftsunterkünften ausgelegt. „Es meldeten sich 160 Flüchtlinge, meist auf Arabisch, was wir natürlich nicht verstanden. Ein Chaos! Ohne Farouk und Mohammad in unserem Team wäre wir untergegangen“, berichtet Nina Schneider. So aber wurde es am Ende doch ein Erfolg. „Wichtig ist, dass man sich auf Augenhöhe begegnet und ohne jede Verpflichtung. Der Probelauf zeigt aber, dass viele danach in Kontakt geblieben sind“, sagt Heidrun Buhse. Man achte nun allerdings darauf, dass immer ein Gast englisch oder deutsch spricht. Und: Es wird stets nur ein Kontakt vermittelt. Dann werden alle Daten gelöscht. Wer noch einmal teilnehmen möchte, muss sich erneut auf der Webseite eintragen.

www.dinner-for-all.de  und www.welcomedinner-kiel.de 

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