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Initiative verhandelt mit Fluggesellschaften

Schweden Initiative verhandelt mit Fluggesellschaften

Zwei schwedische Unternehmer wollen Flüchtlingen die sichere Einreise per Flugzeug ermöglichen. Wer keine Schlepper wolle, müsse den Flüchtlingen einen anderen, einen legalen Weg eröffnen, erklärte Emad Zand die Motivation für die gemeinnützige Initiative „Refugee Air“.

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„Refugee Air“ verhandelt mit den skandinavischen Airlines SAS und Norwegian.

Quelle: Johan Nilsson/dpa

Stockholm. Während die Bundesregierung Soldaten ins Mittelmeer schickt, um Schlepper aufzuspüren und ihre Boote zu versenken, will „Refugee Air“ einen anderen Weg gehen. Man verhandelt mit den skandinavischen Airlines SAS und Norwegian, um sie dazu bewegen, Flüchtlinge in ihren Maschinen zu transportieren. Bisher lehnen das nicht nur diese Airlines ab, wenn Passagiere etwa aus Syrien kein Visum vorweisen können. Ein Visum haben die meisten Flüchtlinge jedoch nicht.

Die Fluggesellschaften begründen dies mit einer EU-Richtlinie. Danach müssen sie  Asylbewerber, die bei der Ankunft im Zielland abgewiesen werden, auf eigene Kosten wieder zurückfliegen. Um diesem Risiko zu entgehen, werden so gut wie keine Flüchtlinge mehr transportiert, selbst wenn sie einen Anspruch auf Asyl haben und damit rechtlich transportiert werden dürfen. Ob ein Asylgrund vorliegt, sei für die  Mitarbeiter am Schalter im Flughafen aber unmöglich festzustellen,  heißt es bei den Airlines. 

„Refugee Air“ will deshalb im Vorfeld aktiv werden: Zusammen mit Menschenrechtsorganisationen vor Ort will man zunächst in der Türkei und in Jordanien Namenslisten von Passagieren erstellen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Asyl erhalten. Diese Listen sollen dann die Fluggesellschaften erhalten. „Wir nehmen den Fluggesellschaften das finanzielle Risiko. Selbst wenn die Passagiere entgegen der Erwartung nicht im Zielland aufgenommen werden, werden wir die Kosten für Aufenthalt und  Rücktransport bezahlen“, erklärte Zand im staatlichen schwedischen Radio. Die Flugtickets für den Hinflug müssten die Flüchtlinge selbst finanzieren. Dies sei aber deutlich preiswerter, als Schlepper zu bezahlen. So könne den Flüchtlingen ein sicherer Weg geboten und Menschenleben gerettet werden. Als Nebeneffekt würden den Schleppern die Kunden entzogen.

Unklar ist, ob SAS und Norwegian dieses Angebot annehmen. Falls nicht, will „Refugee Air“, die gemeinnützig arbeiten will, selbst ein Flugzeug chartern. Noch bevor der erste Schnee fällt, wolle man beweisen, dass ein legaler Weg möglich ist.

http://refugeeair.org

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