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Schwieriges Kennenlernen

Koppelsberg Plön Schwieriges Kennenlernen

45 Schüler der Auguste-Victoria-Schule in Itzehoe und 45 junge Flüchtlinge sind am Mittwoch in Plön auf dem Koppelsberg zusammengekommen. Die Nordkirche hatte sie zu den sogenannten „Tagen ethischer Orientierung“ (TEO) eingeladen.

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Die jungen Flüchtlinge pinnen auf der Karte Nadeln in ihr Herkunftsland, die Itzehoer Schüler ins Geburtsland ihrer Großeltern.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Plön. Das Thema: „Neu(es)land – Junge Menschen begegnen sich“. Drei Tage lang nehmen die Jugendlichen nun an Workshops teil, lernen sich kennen, diskutieren und knüpfen Kontakte.

Staatssekretärin Annette Langner vom Landesministerium für Soziales war in die Bildungsstätte gekommen und richtete warme Worte an die Zuhörer: „Ich finde es toll, dass die Nordkirche dieses Experiment gewagt hat und sich mit diesem Projekt auf Neuland begibt“, sagte Langner. Immer wieder höre sie, dass die Flüchtlinge eine Chance für Deutschland seien. „Aber es ist schwer, an die Chancen zu glauben, wenn man stets nur die Herausforderungen vor Augen hat.“ Vertrauen könne nur durch Kennenlernen entstehen.

"So gut wie kein Wort Deutsch"

Die Flüchtlinge im Alter zwischen 15 und 25 Jahren gehören zu den etwa 220 „Deutsch-als-Zweitsprache“-Schülern des Regionalen Bildungszentrums (RBZ) Steinburg in Itzehoe. Dass die geflüchteten Jugendlichen an diesen Tagen der „ethischen Orientierung“ etwas orientierungslos blickten, lag wohl daran, dass sie nicht viel verstanden. „Die meisten sind erst seit zwei, drei Monaten hier“, erläuterte Robert Bartsch vom RBZ. „Noch sprechen sie so gut wie kein Deutsch.“ Von den Begrüßungsworten und den meisten organisatorischen Hinweisen bekamen die jungen Flüchtlinge nicht viel mit.

„Die TEO sind der Auftakt zu unserer Willkommenskultur“, sagte Carola Häger-Hoffmann, Leiterin des Arbeitsbereichs „Schulkooperative Arbeit“ der Nordkirche. „Wir müssen jeden Tag aufs Neue improvisieren, aber ich bin stolz, wie engagiert unser Team aus Lehrern und vielen Ehrenamtlern ist“, erzählte Klaus-Peter Teske, Schulleiter des RBZ. „Wir hatten zuvor schon ein erstes Kennenlern-Treffen in Itzehoe, und das war echt lustig“, erzählte Jule, die die 13. Klasse der Auguste-Victoria-Schule besucht. „Hier ist es ein bisschen unorganisiert, aber die Idee ist gut.“ Auf die Frage, ob er die Idee auch gut findet, antwortete der 22-jährige Ibrahim aus Syrien: „Vielleicht.“ Ob er wisse, was in den nächsten Tagen so passieren wird? „Nein.“

Das Programm besteht aus kreativen, sportlichen und ethischen Workshops. Sie werden geleitet von Mitarbeitern der Nordkirche und der islamischen Gemeinden (Schura in Hamburg).

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Ein Artikel von
Alev Doğan
Lokalredaktion Kiel/SH

Foto: Ein paar Taschen und nicht viel mehr: Flüchtlinge haben in Kiel das Containerdorf auf dem Nordmarksportfeld bezogen. Sie haben nur wenige Habseligkeiten und brauchen Unterstützung. Das gilt gerade auch für die Jüngsten.

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