Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Refugees welcome Schwieriges Kennenlernen
Refugees welcome Schwieriges Kennenlernen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:16 04.11.2015
Von Alev Doğan
Die jungen Flüchtlinge pinnen auf der Karte Nadeln in ihr Herkunftsland, die Itzehoer Schüler ins Geburtsland ihrer Großeltern. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Plön

Das Thema: „Neu(es)land – Junge Menschen begegnen sich“. Drei Tage lang nehmen die Jugendlichen nun an Workshops teil, lernen sich kennen, diskutieren und knüpfen Kontakte.

Staatssekretärin Annette Langner vom Landesministerium für Soziales war in die Bildungsstätte gekommen und richtete warme Worte an die Zuhörer: „Ich finde es toll, dass die Nordkirche dieses Experiment gewagt hat und sich mit diesem Projekt auf Neuland begibt“, sagte Langner. Immer wieder höre sie, dass die Flüchtlinge eine Chance für Deutschland seien. „Aber es ist schwer, an die Chancen zu glauben, wenn man stets nur die Herausforderungen vor Augen hat.“ Vertrauen könne nur durch Kennenlernen entstehen.

"So gut wie kein Wort Deutsch"

Die Flüchtlinge im Alter zwischen 15 und 25 Jahren gehören zu den etwa 220 „Deutsch-als-Zweitsprache“-Schülern des Regionalen Bildungszentrums (RBZ) Steinburg in Itzehoe. Dass die geflüchteten Jugendlichen an diesen Tagen der „ethischen Orientierung“ etwas orientierungslos blickten, lag wohl daran, dass sie nicht viel verstanden. „Die meisten sind erst seit zwei, drei Monaten hier“, erläuterte Robert Bartsch vom RBZ. „Noch sprechen sie so gut wie kein Deutsch.“ Von den Begrüßungsworten und den meisten organisatorischen Hinweisen bekamen die jungen Flüchtlinge nicht viel mit.

„Die TEO sind der Auftakt zu unserer Willkommenskultur“, sagte Carola Häger-Hoffmann, Leiterin des Arbeitsbereichs „Schulkooperative Arbeit“ der Nordkirche. „Wir müssen jeden Tag aufs Neue improvisieren, aber ich bin stolz, wie engagiert unser Team aus Lehrern und vielen Ehrenamtlern ist“, erzählte Klaus-Peter Teske, Schulleiter des RBZ. „Wir hatten zuvor schon ein erstes Kennenlern-Treffen in Itzehoe, und das war echt lustig“, erzählte Jule, die die 13. Klasse der Auguste-Victoria-Schule besucht. „Hier ist es ein bisschen unorganisiert, aber die Idee ist gut.“ Auf die Frage, ob er die Idee auch gut findet, antwortete der 22-jährige Ibrahim aus Syrien: „Vielleicht.“ Ob er wisse, was in den nächsten Tagen so passieren wird? „Nein.“

Das Programm besteht aus kreativen, sportlichen und ethischen Workshops. Sie werden geleitet von Mitarbeitern der Nordkirche und der islamischen Gemeinden (Schura in Hamburg).

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Flüchtlinge sollen sich schnell in Kiel zurechtfinden. Das geht am besten über eine App. Aber sie muss jedem kostenlos zugänglich und vor allem verständlich sein, befand das Team von der Werbeagentur Markenwerk in Kiel und machte sich bereits im August an die Arbeit.

Heike Stüben 05.11.2015

Mit dem Fahrrad unterwegs auf der Autobahn – das ist nur ein Beispiel, wie schwer sich manche Flüchtlinge mit den deutschen Verkehrsregeln tun. Jetzt sollen Kurse in Schleswig-Holstein die Regeln für Fußgänger und Radfahrer vermitteln.

04.11.2015

Die Hermann Ehlers Stiftung hat den Verein Lifeline mit dem Kai-Uwe von Hassel-Förderpreis 2015 ausgezeichnet. Lifeline engagiert sich seit Jahren als Vormundsschaftsverein des Flüchtlingsrats für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Heike Stüben 02.11.2015
Anzeige