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Flüchtlinge sollen Verkehrsregeln lernen

Kursangebot Flüchtlinge sollen Verkehrsregeln lernen

Mit dem Fahrrad unterwegs auf der Autobahn – das ist nur ein Beispiel, wie schwer sich manche Flüchtlinge mit den deutschen Verkehrsregeln tun. Jetzt sollen Kurse in Schleswig-Holstein die Regeln für Fußgänger und Radfahrer vermitteln.

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Bei drei Pilot-Kursen in Flensburg, Nortorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) und Plön haben laut Benz die Teilnehmer mit großem Engagement mitgemacht.

Quelle: Beate König

Kiel. Flüchtlingen in Schleswig-Holstein will die Landesverkehrswacht mit Kursangeboten die Verkehrsregeln für Fußgänger und Radfahrer vermitteln. Für beide Bereiche sei jeweils ein insgesamt achtstündiger Kurs an zwei Nachmittagen erarbeitet worden, sagte der Präsident der Landesverkehrswacht, Dietmar Benz, am Mittwoch in Kiel. Institutionen und Verbände könnten bei den 21 Orts- und Kreis-Verkehrswachten geschulte Moderatoren finden, die Kurse dann anbieten.

„Die Menschen kommen aus Ländern, in denen es ganz andere Verkehrsregeln, eine ganz andere Verkehrsphilosophie gibt“, sagte Benz. In manchen Ländern seien Radfahrer quasi Freiwild, Frauen sei Fahrradfahren verboten oder es werde auch in der Dunkelheit einfach ohne Licht gefahren. Er selber kenne ein Beispiel, dass ein Gruppe Flüchtlinge mit ihren Fahrrädern der blauen Ausschilderung nach Rendsburg gefolgt sei und dann auf der Autobahn fuhr. Viele Vereine und Institutionen stellten Flüchtlingen schnell Fahrräder zur Verfügung.

Sollten die bei uns geltenden Verkehrsregeln den Flüchtlingen nicht vermittelt werden, drohten in ein oder zwei Jahren deutlich höhere Unfallzahlen, warnte Benz. Im übrigen sei Mobilität für die Flüchtlinge die Voraussetzung, um sich in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein überhaupt integrieren zu können.

Die Landesverkehrswacht hat die Kurse auf der Grundlage von Vorlagen aus Baden-Württemberg konzipiert. Ein Kurs für jeweils 15 Teilnehmer kostet den jeweiligen Veranstalter 250 Euro. Es gebe bereits positive Signale, dass die Kommunen die Kursgebühren übernehmen werden, sagte Benz. Die sei aber noch nicht abschließend geklärt. Eine Versicherung als Sponsor hat die Druckkosten der Kursunterlagen übernommen. Das Innenministerium habe sich in puncto Kostenübernahme bisher bedeckt gehalten, ergänzte Landesverkehrswacht-Geschäftsführerin Elisabeth Pier.

Bei drei Pilot-Kursen in Flensburg, Nortorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) und Plön haben laut Benz die Teilnehmer mit großem Engagement mitgemacht. Viele hätten sich auch sehr darüber gefreut, dass sie für die erfolgreiche Kursteilnahme eine Art Fahrradpass bekommen haben.

Neben den Kursen will die Landeswacht mit dreisprachigen Plakaten - deutsch, englisch arabisch — in Flüchtlingsunterkünften und Behörden über die Verkehrsregeln hierzulande informieren.

„Die Landespolizei ist definitiv nicht in der Lage, Flüchtlingen Kurse zur Verkehrssicherheit zu geben“, sagte Benz, der neben seinem Ehrenamt als Verkehrswacht-Präsident im Hauptberuf Polizeibeamter ist. Wegen anderer Aufgaben sei Präventionsarbeit fast überhaupt nicht mehr möglich.

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Foto: Ein paar Taschen und nicht viel mehr: Flüchtlinge haben in Kiel das Containerdorf auf dem Nordmarksportfeld bezogen. Sie haben nur wenige Habseligkeiten und brauchen Unterstützung. Das gilt gerade auch für die Jüngsten.

Wohin kann man sich wenden, wenn man Flüchtlingen in Not helfen möchte? An dieser Stelle finden Sie Adressen und Ansprechpartner aus Kiel und Neumünster sowie den Kreisen Segeberg, Rendsburg-Eckernförde und Plön sowie unser Willkommens-Plakat als Download. mehr

Fotostrecke: Willkommen in Kiel

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