Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Refugees welcome Flüchtlinge sollen Verkehrsregeln lernen
Refugees welcome Flüchtlinge sollen Verkehrsregeln lernen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:53 04.11.2015
Bei drei Pilot-Kursen in Flensburg, Nortorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) und Plön haben laut Benz die Teilnehmer mit großem Engagement mitgemacht. Quelle: Beate König

Flüchtlingen in Schleswig-Holstein will die Landesverkehrswacht mit Kursangeboten die Verkehrsregeln für Fußgänger und Radfahrer vermitteln. Für beide Bereiche sei jeweils ein insgesamt achtstündiger Kurs an zwei Nachmittagen erarbeitet worden, sagte der Präsident der Landesverkehrswacht, Dietmar Benz, am Mittwoch in Kiel. Institutionen und Verbände könnten bei den 21 Orts- und Kreis-Verkehrswachten geschulte Moderatoren finden, die Kurse dann anbieten.

„Die Menschen kommen aus Ländern, in denen es ganz andere Verkehrsregeln, eine ganz andere Verkehrsphilosophie gibt“, sagte Benz. In manchen Ländern seien Radfahrer quasi Freiwild, Frauen sei Fahrradfahren verboten oder es werde auch in der Dunkelheit einfach ohne Licht gefahren. Er selber kenne ein Beispiel, dass ein Gruppe Flüchtlinge mit ihren Fahrrädern der blauen Ausschilderung nach Rendsburg gefolgt sei und dann auf der Autobahn fuhr. Viele Vereine und Institutionen stellten Flüchtlingen schnell Fahrräder zur Verfügung.

Sollten die bei uns geltenden Verkehrsregeln den Flüchtlingen nicht vermittelt werden, drohten in ein oder zwei Jahren deutlich höhere Unfallzahlen, warnte Benz. Im übrigen sei Mobilität für die Flüchtlinge die Voraussetzung, um sich in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein überhaupt integrieren zu können.

Die Landesverkehrswacht hat die Kurse auf der Grundlage von Vorlagen aus Baden-Württemberg konzipiert. Ein Kurs für jeweils 15 Teilnehmer kostet den jeweiligen Veranstalter 250 Euro. Es gebe bereits positive Signale, dass die Kommunen die Kursgebühren übernehmen werden, sagte Benz. Die sei aber noch nicht abschließend geklärt. Eine Versicherung als Sponsor hat die Druckkosten der Kursunterlagen übernommen. Das Innenministerium habe sich in puncto Kostenübernahme bisher bedeckt gehalten, ergänzte Landesverkehrswacht-Geschäftsführerin Elisabeth Pier.

Bei drei Pilot-Kursen in Flensburg, Nortorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) und Plön haben laut Benz die Teilnehmer mit großem Engagement mitgemacht. Viele hätten sich auch sehr darüber gefreut, dass sie für die erfolgreiche Kursteilnahme eine Art Fahrradpass bekommen haben.

Neben den Kursen will die Landeswacht mit dreisprachigen Plakaten - deutsch, englisch arabisch — in Flüchtlingsunterkünften und Behörden über die Verkehrsregeln hierzulande informieren.

„Die Landespolizei ist definitiv nicht in der Lage, Flüchtlingen Kurse zur Verkehrssicherheit zu geben“, sagte Benz, der neben seinem Ehrenamt als Verkehrswacht-Präsident im Hauptberuf Polizeibeamter ist. Wegen anderer Aufgaben sei Präventionsarbeit fast überhaupt nicht mehr möglich.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Hermann Ehlers Stiftung hat den Verein Lifeline mit dem Kai-Uwe von Hassel-Förderpreis 2015 ausgezeichnet. Lifeline engagiert sich seit Jahren als Vormundsschaftsverein des Flüchtlingsrats für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Heike Stüben 02.11.2015

Kiel Ahoi: Eine „großartige Segeltour“ auf der Kieler Förde erlebten am Wochenende vier Flüchtlinge aus Somalia und Syrien. Mehr als zwei Stunden lang konnten sie die Fördestadt von ihrer nassen Seite kennenlernen. Eingeladen dazu hatten die Mitglieder der Kieler Yachtschule, der Jugendabteilung des Kieler Yachtclubs.

Jennifer Ruske 19.10.2015
Refugees welcome Fußball- und Familienfest - Hier spielt Herkunft keine Rolle

Kiel hat erneut gezeigt, wie Bürgerengagement funktioniert: Vier Kieler hatten die Idee, weit über 100 halfen mit und am Ende wurde es ein fröhliches Fußball- und Familienfest auf dem Nordmarksportfeld, bei dem Hautfarbe, Sprache und Herkunft keine Rolle spielten.

Heike Stüben 03.10.2015
Anzeige