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Flüchtlingshilfe im Akkord

Rendsburg Flüchtlingshilfe im Akkord

Die Spendenbereitschaft für Flüchtlinge reißt auch in Rendsburg nicht ab. Tag für Tag rollen Pkw auf das Gelände der ehemaligen Feldwebel-Schmid-Kaserne in der Schleswiger Chaussee, und vor der Halle 44 werden die Kofferräume ausgeräumt. Es geht zu wie im Bienenstock, viele Helfer sortieren und sorgen anschließend für die Verteilung.

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 Schon gleich bei der Annahme werden die Spenden vorsortiert. Auf dem Foto (von links) Manja Dührkopf, Marga Dittmer und Monika Assmus.

Quelle: Sven Janssen

Rendsburg. „Als das Flüchtlingscamp in der Büsumer Straße eröffnet wurde, haben wir angefangen, Spenden zu sammeln, um den Menschen die hier mit nichts angekommen sind, das Notwendigste zur Verfügung zu stellen“, erzählt Meike Ihlenfeld-Ziert, die die Bürgerinitiative ins Leben rief. Anfangs wurde in privaten Garagen gesammelt und sortiert, die waren schnell zu klein, dann sei man in die Halle 44 umgezogen. „Auf 200 Quadratmetern stehen hier 25 Container, die genutzt werden können“, sagt Lagerverwalter Michael Schikorra. Die Gebäude-Management & Immobilien aus Rendsburg stellt den Platz kostenlos zur Verfügung.

„Jeden Tag helfen hier bis zu 30 Freiwillige“, erzählt die Initiatorin - manche für ein paar Stunden oder einen Tag, andere seien fast täglich da. An mehreren Stationen werden Kleidung, Bettwäsche, Spiele und vieles mehr sortiert. Erst nach Damen, Herren, Kinder, dann nach Größen und nach Sommer- und Winterkleidung. In Kisten verpackt, wandert es zur Zwischenlagerung in die Container. „Das Camp kann hier bestellen, was gebraucht wird, und bekommt das Passende“, sagt Ihlenfeld-Ziert. Auf keinen Fall sollten die Spenden direkt ins Camp gebracht werden. „Das überfordert die Mitarbeiter, und es gibt dort gar nicht genügend Platz für alles.“

Fotostrecke: Rendsburg sammelt im Oktogon für Flüchtlinge - Sie haben keine Berechtigung dieses Objekt zu betrachten.

Während an einem Tisch Kleidung im Akkord zusammengelegt wird, arbeitet Karl-Heinz Festesen in der Werkstatt um die Ecke. „Kleidung zusammenlegen, das ist nicht meins“, sagt der 79-Jährige, während er einen Fahrradreifen montiert. „Mit allem, was sich dreht, komme ich klar und repariere es gern.“

„Jeder kann helfen, irgendeine Aufgabe findet sich immer“, sagt Ihlenfeld-Ziert. Selbst Tochter Fiona ist fleißig: Die Sechsjährige testet Roller und Spielsachen. Was nicht funktioniert, wandert mit Mängelbericht in die Werkstatt. Ein Caterer versorgt die bunte Truppe, und auch Getränke und Süßigkeiten werden gespendet, um die Motivation der Helfer hochzuhalten. Freiwillige sind immer gern gesehen. Wer mitmachen möchte, kann während der Annahmezeiten montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr zur Halle 44 an der Schleswiger Chaussee kommen.

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Foto: Ein paar Taschen und nicht viel mehr: Flüchtlinge haben in Kiel das Containerdorf auf dem Nordmarksportfeld bezogen. Sie haben nur wenige Habseligkeiten und brauchen Unterstützung. Das gilt gerade auch für die Jüngsten.

Wohin kann man sich wenden, wenn man Flüchtlingen in Not helfen möchte? An dieser Stelle finden Sie Adressen und Ansprechpartner aus Kiel und Neumünster sowie den Kreisen Segeberg, Rendsburg-Eckernförde und Plön sowie unser Willkommens-Plakat als Download. mehr

Fotostrecke: Willkommen in Kiel

Am Freitag startete die Plakataktion „Refugees welcome – Ihr seid willkommen!“ der Kieler Nachrichten und der Segeberger Zeitung. Leser können uns Ihre Fotos mit dem Plakat an willkommen@kieler-nachrichten.de schicken.

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