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Eine Klasse für Flüchtlinge

Eckernförde Eine Klasse für Flüchtlinge

Gemeinsam mit dem Verein Umwelt, Technik und Soziales (UTS) bietet das Berufsbildungszentrum (BBZ) in Eckernförde ab kommendem Schuljahr eine Klasse für Deutsch als Zweitsprache (DAZ) für Flüchtlinge an. „Wir mussten schnell handeln“, sagte der stellvertretende Schulleiter Bernt Wellhausen am Mittwochmorgen, die aktuellen Ereignisse würden dazu zwingen.

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BBZ-Schulleiter Bernt Wellhausen (links) begrüßt zusammen mit Sonja Ramert (UTS), Gitta Hoffmeyer (BBZ Rendsburg), Nele Timm und Katharina Hahn, Lehrerinnen am BBZ (von rechts) die neuen Flüchtlingsschüler.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. 20 Schüler aus verschiedenen Ländern wie Afghanistan, Syrien, Eritrea schrieben sich in die Liste ein. Mit dieser Bescheinigung haben sie nun einen Anspruch auf Beförderung im Bus- und Bahnverkehr. „Sie müssen die Schule ja auch erreichen können“, sagt der Schulleiter – so wie beispielsweise die sieben jungen Männer aus Eritrea, die schon im vergangenen Jahr über eine waghalsige Flucht aus ihrem Land durch die Wüste und dann über das Mittelmeer nach Europa kamen.

Kirsten Swane aus Schinkel begleitete sie an diesem Tag. Die Lehrerin hatte ursprünglich angeboten, ehrenamtlich Deutsch zu unterrichten. „Daraus wurden sieben Patenschaften“, berichtete sie, und das sei schon fast ein Vollzeitjob. Arztbesuche, Behördengänge, das alles überfordere die jungen Ausländer.

Im BBZ, an dem Katharina Klahn und Nele Timm den Unterricht in Mathe, Deutsch, Englisch und Praxis übernehmen werden, werden die „Neuen“ im Alter von 17 bis 32 Jahren vor allem an die Sprache Deutsch durch einen Integrationskursus vom UTS herangeführt, um so professionell Deutsch zu lernen und erste Schritte in die Berufswelt zu machen. In der Berufsschule werden die Schüler zudem den Bereich Kraftfahrzeug kennenlernen.

An zwei bis drei Tagen gibt es zusätzlich Integrationskurse, die auf die unterschiedlichen Bildungsstände und Vorkenntnisse der Schüler Rücksicht nehmen. Die Gruppe der Schüler reicht vom afghanischen Abiturienten bis hin zu jungen Menschen mit wenig Schulerfahrung oder gar Alphabetisierungsbedarf.

„Durch die Kooperation von BBZ und UTS sollen sich die Kompetenzen der beiden Einrichtungen ergänzen, um jungen Flüchtlingen Chancen zur gesellschaftlichen Teilhabe in Deutschland zu ermöglichen“, so Bernt Wellhausen.

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