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TK führt Online-Sprechstunde ein

Chat statt Wartezimmer TK führt Online-Sprechstunde ein

Lange Wege und Wartezeiten könnten in wenigen Jahren für Versicherte der Techniker Krankenkasse (TK) der Vergangenheit angehören: Mit einem Pilotprojekt, das am 1. September startet, will die TK herausfinden, ob und wie Telemedizin im ambulanten ärztlichen Bereich funktioniert.

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Kiel. „Die Versorgungslücken auf dem Land könnten so geschlossen werden, das ist ein Schritt in Richtung Zukunft“, sagt ein TK-Sprecher.

 In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Deutscher Dermatologen (BVDD) und dem Lübecker Start-up-Unternehmen Patientus sollen Patient und ausgewählte Hautärzte per Videotelefonie zur Online-Sprechstunde zusammengebracht werden. „So ein Gespräch setzt aber voraus, dass der Patient zuvor beim Arzt persönlich in Behandlung war“, sagt der Sprecher. Im Videogespräch gehe es vielmehr darum, ohne viel Zeitverlust zum Beispiel den Heilungsprozess oder eine Änderung der Medikation bei Wiederholungsterminen besprechen zu können.

 In wenigen Monaten sollen dann nach Möglichkeit auch Hautärzte aus Schleswig-Holstein an dem Pilotprojekt teilnehmen, dann soll die Online-Sprechstunde in allen Praxen Einzug einhalten. „Wenn alles erfolgreich verläuft, könnte sich damit auch die Tür für weitere ärztliche Disziplinen öffnen“, sagt der TK-Sprecher.

 Und so funktioniert’s: Der Arzt verordnet beim Patientenbesuch die Videosprechstunde, trägt auf einem Flyer den persönlichen Zugangscode sowie den Termin ein. Zur vereinbarten Zeit loggt sich der Patient mit seinem PC oder Laptop über die Website patientus.de/login mit seiner sechsstelligen Termin-Tan ein und gelangt in das virtuelle Wartezimmer. Ein Zähler zeigt die letzten zehn Sekunden vor dem Beginn des Gesprächs an. „Ärzte oder Patienten benötigen keine zusätzliche Hard- oder Software, eine Internetverbindung und eine handelsübliche Webcam genügen“, sagt Patientus-Geschäftsführer Nicolas Schulwitz. Die Video-Konferenz laufe direkt über den Browser, besondere PC-Kenntnisse seien nicht erforderlich.

 „Die Datensicherheit der Patienten steht an oberste Stelle und ist gewährleistet“, betont der TK-Sprecher. Weil die Online-Sprechstunde keine Regelleistung sei, würden die Ärzte eine festgelegte Vergütung außerhalb des Budgets erhalten.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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