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Schnelles Internet: Stadtwerke mischen kräftig mit

KN Serie Schleswig-Holstein Digital Schnelles Internet: Stadtwerke mischen kräftig mit

Schnelles Internet als Geschäftsmodell: Immer mehr Stadt- und Gemeindewerke setzen verstärkt darauf, neben ihren Geschäftsfeldern Strom, Gas und Wasser auch Breitbandprodukte in ihre Angebotspalette zu integrieren.

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Arbeiten am Netz der Zukunft: Mit der Glasfasertechnologie können selbst größte Daten- und Informationsmengen in Höchstgeschwindigkeit verschickt werden. Mit „Fiber to the Home“ (FTTH) endet die Glasfaserleitung nicht mehr am Verteilerkasten auf dem Bürgersteig oder im Keller des Hauses, sondern wird bis in die Wohnung geführt.

Quelle: dpa

Neumünster. „Die Stadtwerke kennen sich aus im Verlegen von Leitungen und wissen, dass intelligente Netze künftig eine noch größere Rolle spielen“, sagt Dieter Perdelwitz. Der Geschäftsführer des Verbandes der Schleswig-Holsteinischen Energie- und Wasserwirtschaft (VSHEW) weiß: „25 unserer 40 Mitgliedsunternehmen mischen da bereits intensiv mit. Das ist auch ein Jobmotor für den Norden.“ Mittelfristig, sagt Perdelwitz, werde sich das Engagement trotz der teuren Tiefbaumaßnahmen bei der Leitungsverlegung refinanzieren: „Das hängt natürlich mit der Qualität der angebotenen Produkte zusammen.“

 Der Preiskampf gerade in Ballungsgebieten im Norden sei zwar ein Problem, doch am Ende schaue der Kunde nur auf die Geschwindigkeit, mit der Datenverkehr möglich sei. Entscheidend im Wettbewerb mit Telekom & Co sei zudem der Service: „Wer vier Mal in der Warteschleife eines Billiganbieters gehangen hat, geht da nicht mehr hin“, glaubt Perdelwitz.

 Dabei müssten die Stadt- und Gemeindewerke trotz politischer Vorgaben immer auch die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten – trotz klammer Kassen der Kommunen. „Der lokale Infrastrukturanbieter wird in den nächsten Jahren noch stärker in den Fokus des Kunden rücken und die Stadtwerke werden alles dafür tun, die Geschwindigkeit des Breitbandzuges in Schleswig-Holstein zu halten“, sagt Perdelwitz.

 Auf den Zug aufgesprungen sind auch die Stadtwerke Neumünster (SWN), die als größter Anbieter von Glasfaseranschlüssen in Schleswig-Holstein mit derzeit 16000 Vertragskunden von Dithmarschen bis vor die Tore Lübecks künftig etwa ein Drittel der Landesfläche mit schnellem Internet versorgen wollen. Dabei setzen die Neumünsteraner auf eine enge Kooperation mit den Breitband-Zweckverbänden: „Wir bringen unsere seit 2009 gewonnene Kompetenz beim Netzausbau und beim Betreiben des Netzes ein, der Zweckverband stemmt als kommunale Einrichtung den Großteil der Investition“, sagt SWN-Geschäftsführer Matthias Trunk.

 Die Stadtwerke treten dabei als Pächter und Betreiber auf, die Glasfaser-Infrastruktur selber bleibt „als echtes Bürgernetz“ Eigentum des Zweckverbandes. „Eine Dienstleistung aus einer Hand von Telefonie über Internet bis hin zum Fernsehen verbunden mit unseren klassischen Produkten macht es für die Kunden richtig interessant“, sagt SWN-Sprecher Nikolaus Schmidt. Derzeit bieten die Stadtwerke Neumünster ihren privaten Kunden Bandbreiten von 50 oder 100 Mbit/s an, künftig soll die Downloadgeschwindigkeit auf bis zu 250 Mbit/s steigen.

 Gewerbliche Kunden wie die Holstenhallen, Autohäuser oder Baumärkte in Neumünster erhalten jetzt bereits einen Gigabyte-Anschluss. „Für Industrie und Gewerbe ist dies ein wichtiger Standortvorteil“, betont SWN-Geschäftsführer Trunk. Und der Datenhunger der SWN-Kunden ist groß: Wurden 2013 noch 8,8 Milliarden Gigabyte übertragen, erhöhte sich das Datenvolumen im vergangenen Jahr bereits um fast ein Viertel auf 10,9 Milliarden Gigabyte. Dabei setzen die Neumünsteraner voll auf die Glasfaser: „Wir sind überzeugt, dass das die Zukunftstechnologie ist“, sagt SWN-Sprecher Schmidt. Noch seien die SWN in der „Investitionsphase“, aber bereits 2016 oder 2017 könne das noch junge Geschäftsfeld einen Ergebnisbeitrag liefern. 2024 wollen die Stadtwerke bereits 68000 Kunden unter Vertrag haben.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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