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News - SHdigital Land gibt Gas beim Ausbau
SHdigital News - SHdigital Land gibt Gas beim Ausbau
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22:12 31.05.2015
Von Ulrich Metschies
Der Norden setzt auf Glasfaser. Wie steht es um die Versorgung mit schnellem Internet im Norden? Antworten gibt unsere neue Digital-Serie. Quelle: Wenzel

Etwa 70000 der insgesamt rund 1,4 Millionen Haushalte (fünf Prozent) quälen sich sogar mit weniger als ein Megabit pro Sekunde durchs Netz.

Die aktuellen Werte – bezogen auf leitungsgebundene Technologien – hat das Breitband-Kompentenzzentrum Schleswig-Holstein (BKZSH) auf Anfrage der Kieler Nachrichten ermittelt. Wie hoch die Zahl der unterversorgten Haushalte exakt ist, lässt sich nicht sagen, da das BKZSH vor allem auf die Daten der Deutschen Telekom angewiesen ist, die der Branchenprimus jedoch nicht preisgibt. Vor allem auf dem Land gibt es noch gravierende Versorgungslücken. Hier sind laut Breitband-Atlas der Bundesregierung zwei Drittel aller Haushalte mit weniger als 30 Megabit pro Sekunde im Netz unterwegs. Vom EU-Ziel – bis 2020 mindestens 30 Mbit für alle – ist der „echte Norden“ somit noch weit entfernt.

Die Wirtschaft befürchtet durch die Lücken in der Breitbandversorgung existenzielle Wettbewerbsnachteile und den Verlust von Arbeitsplätzen. „Rasches Handeln“ fordert die IHK Kiel: „In einem Flächenland wie Schleswig-Holstein darf der ländliche Raum nicht abgehängt werden, nur weil nicht in der Kürze der Zeit in jedes Dorf Glasfaser gelegt werden kann“, warnt Klaus-Hinrich Vater, Präsident der Industrie- und Handelskammer Kiel. Die Internet-Lücken erschwerten nicht nur die Kundenakquise, sondern verursachten auch Umsatz-, Auftrags- und Kundenverluste. „Entschlossenes Handeln“ sei aber auch mit Blick auf nicht ausreichend erschlossene Gewerbegebiete erforderlich. Vater: „Generell muss heutzutage gelten: Bei Neuausweisung von Gewerbegebieten ist ein leistungsfähiger Breitbandzugang mitzudenken.“

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) räumt zwar Lücken bei der Breitbandversorgung ein, sieht Schleswig-Holstein im Vergleich mit anderen Flächenländern jedoch „gut aufgestellt“. Derzeit arbeitet die Landesregierung an einem Millionenprojekt, um den Glasfaserausbau voranzutreiben: Mit dem Geld, das Schleswig-Holstein aus der anstehenden Versteigerung weiterer Funklizenzen zufließen wird, könnte zwischen Nord- und Ostsee ein Glasfaser-Basisnetz entstehen, das vor allem den Anschluss von Schulstandorten ermöglichen soll. Derzeit liegen in 300 der insgesamt 1116 Gemeinden des Landes Glasfasernetze, 14 Prozent der Haushalte sind an Glasfaser angeschlossen, 23 Prozent können angeschlossen werden, weil dort die Glasfaser bereits in der Straße liegt.

Lust und Frust – was haben Sie erlebt?

Niemand würde auf die Idee kommen, an der Tankstelle „bis zu“ 20 Liter Benzin zu kaufen, oder im Supermarkt „bis zu“ zwei Liter Milch. Für Anbieter von Internet-Zugängen gelten jedoch offenkundig andere Regeln: Sie dürfen mit rasant klingenden „Bis-zu-Geschwindigkeiten“ werben, die sich im Alltag in frustrierendes Schneckentempo verwandeln. Woran liegt das? Warum gibt es vor allem auf dem Land noch immer weiße Flecken in der Breitbandversorgung? Welche Kommunen kommen beim Ausbau zukunftsfester Datenleitungen gut voran? Welche Dörfer sind noch immer weitgehend internetfrei? Was kann ein „normaler“ Nutzer tun, um seine Anbindung an die Datenautobahn zu verbessern?

Diese und alle anderen Fragen zum Internet im Norden beantworten wir in unserer Serie „Schleswig-Holstein Digital“, die am Donnerstag weitergeht. Auch Sie können dazu beitragen: Schildern Sie uns Ihre Erfahrungen mit Internet-Anbietern, egal ob Callcenter-Frust oder Ärger mit langsamer Leitung. Wir werden Unternehmen und Verbraucherschützer mit Ihren Schilderungen konfrontieren, damit Sie schnell eine Antwort erhalten. 

Unsere Leseranwältin Marion Neurode (0431/9032850) und Wirtschaftsredakteur Ulrich Metschies (0431/0932883) freuen sich auf Ihren Anruf.

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