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Das Nervensystem für die Energiewende

Smart Grid Das Nervensystem für die Energiewende

Smart Grid, das ist das Stromnetz der Zukunft, ein Netz, in dem die Stromerzeuger, die Netzbetreiber und die Verbraucher miteinander kommunizieren: übers Internet.

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Virtueller Verbindung durch Smart Grid.

Quelle: Europäische Kommission/ DW Grafik

Kiel. Und daher ist gerade dort, wo viele Windkraftanlagen stehen, an der Westküste Schleswig-Holsteins, die Breitbandversorgung ein zentrales Thema. Das wird gerade wegen des massiven dezentralen Ausbaus der erneuerbaren Energien notwendig. Smart Grid gilt als Nervensystem der Energiewende.

Bis vor kurzem wurde Deutschland durch einige Hundert zentrale Kraftwerke mit Strom versorgt. Durch den Aufbau der Erneuerbaren sind bislang über eine Million Anlagen neu hinzugekommen – und wöchentlich werden es mehr. Daher muss das System angepasst werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Stromnetzen. Damit ein Stromnetz stabil ist, muss zu jeder Zeit die gleiche Menge Strom ins Netz eingespeist werden, wie entnommen wird. Dieser komplizierte Prozess der ständigen Anpassung der Einspeiseleistung funktionierte bislang, weil wenige Kraftwerke viele Anschlussinhaber belieferten.

Die Netze sind entsprechend dafür ausgelegt, dass der Strom immer nur von den Kraftwerken über die Hochspannungsleitungen in die Verteilernetze fließt und schließlich in den Häusern ankommt. Mit dem Ausbau der Erneuerbaren ändert sich die Aufgabe der Netzbetreiber dramatisch. Die Einspeisung aus Sonnen- und Windenergie hängt schlicht vom Wetter ab. Ihre Produktion ist schwer vorherzusagen und nicht beeinflussbar. Genau so wenig wie die Stromabnehmer dem Netzbetreiber ihren Verbrauch anzeigen, zeigen die Erneuerbaren Anlagen ihm ihre Produktion an. Die Netzbetreiber sind für das, was in ihrem Netz passiert, weitgehend blind. Technik, die den Netzbetreibern ein Bild der Netzzustände vermittelt, fehlt in den meisten Netzen bislang. Um diesem Problem zu begegnen, müssten die vielfältigen Akteure des Stromnetzes anfangen miteinander zu kommunizieren. Experten sprechen dann von einem Smart Grid. Solche intelligenten Stromnetze existieren bislang noch nicht.

Um den Strom aus den windreichen Küstenregionen in Gebiete zu transportieren, wo die Energie benötigt wird, werden die Stromnetze ausgebaut. Doch wenn Erzeuger mit Verbrauchern übers Internet kommunizieren könnten, dann ließe sich auch der Netzausbau begrenzen. Erste Entwicklungen gibt es schon. So werden heute Biogasanlagen miteinander zu virtuellen Kraftwerken verbunden.

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Foto: Die Windräder drehen sich bei Klanxbüll an der Nordseeküste. Damit der hier erzeugte Strom intelligent in das Netz eingespeist werden kann, sind die Unternehmen mittelfristig auf eine schnelle Internetverbindung angewiesen. Dann kann die Region diesen Strom nutzen.

Klixbüll wird bald schnelles Internet haben, in den Lecker Ortsteilen Klintum und Oster-Schnatebüll wird Glasfaserkabel verlegt, und in Reußenköge, Drelsdorf und Struckum und anderen Orte ist der Ausbau schon abgeschlossen.

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