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Genuss & Leben Der kürzeste Weg nach Italien
Sonntag Genuss & Leben Der kürzeste Weg nach Italien
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19:59 22.07.2016
Ein köstliches und trotzdem schnell gemachtes Rezept: Tomatentarte aus der Pfanne ist perfekt für entspannte Sommerabende. Quelle: Jaekel / Keith / CC BY 2.0

Manchmal muss es schnell gehen. Meist kocht man ja nur, wenn man nicht alleine ist, was meiner Meinung nach ein Fehler ist. Mit Liebe Gutes tun: damit sollte man schließlich bei sich selbst beginnen. Ich mag Freunde, die zu Besuch kommen, aber noch lieber mag ich es, wenn ich davor nicht stundenlang in der Küche stehe und vom Kochvorgang vereinnahmt werde.

Ein Kochrausch ist zwar großartig, doch manchmal will man einfach nur drei Freunde sehen, hat keine Zeit und Energie zu beweisen, dass man eine Kochgöttin ist (sorry, Jungs!) – und möchte sie trotzdem nicht nur mit Alkohol und Crackern abfüllen.

In solchen Fällen zaubere ich meine blitzschnelle Tomaten-Zucchini-Tarte. Die findet stets begeisterte Esser, schließlich sind Tomaten der Deutschen liebstes Gemüse. Was allerdings verwundert in Anbetracht der Tatsache, dass wir den Tomaten mit Überzüchtungen für Lagerfähigkeit und Homogenität den Geschmack ausgetrieben haben. Eine Tomate gehört in die Erde und an die Sonne.

Schließlich kommt sie ursprünglich aus Südamerika und konnte die letzten 1000 Jahre sehr gut ohne Glasdach und Ausgeizen leben, dem Abknipsen der Seitentriebe also. Vermutlich sind Tomaten auch ein wesentlicher Grund, warum Italienurlaube so viel Spaß machen. Dort schmeckt's immer besser, wohl auch weil gute, aromatische Tomaten die Basis jeder mediterranen Küche sind.

Die Zubereitung

Den Strunk aller Tomaten entferne ich und schneide alle Tomaten in etwa einen Zentimeter dicke Scheiben. Wichtig sind reife und gute Tomaten, am besten viele verschiedene Sorten. Das macht am meisten her. Die Zucchini scheide ich ebenfalls in Scheiben, den Knoblauch schäle ich und hacke ihn nicht allzu fein. Die Thymianblätter kann man von den Stängeln zupfen – oder verarbeitet die Zweige einfach im Ganzen.

Das Olivenöl erhitze ich in einer feuerfesten Emaille- oder Gusseisenpfanne ohne Plastikteile. Das ist wichtig, weil die Pfanne später in den Ofen kommt. Knoblauch und Thymian schwitze ich an und schichte darüber im Wechsel (und jeweils überlappend) Tomaten- und Zucchinischeiben. Ich würze kräftig und verwende dazu unbehandeltes Salz und schwarzen Pfeffer aus der Mühle. Denn Gewürze, die man schon gemahlen kauft, sind nichts anderes als aromaloser Staub.

Nun rolle ich den Blätterteig aus und lege ihn über das Gemüse, sodass die ganze Pfanne bedeckt ist. Überstehende Ecken schneide ich ab. Den Rand drücke ich ein wenig in die Pfanne hinein. (Blätterteigreste sollten, damit sie beim Backen schön locker aufgehen, übrigens nicht verknetet, sondern nur aufeinandergelegt werden). Dann schiebe ich die Tarte in den auf 220° C vorgeheizten Ofen und backe sie bei Ober- und Unterhitze etwa 18 bis 20 Minuten. Ich stürze die Tarte auf ein großes Holzbrett und serviere sie noch heiß. Dazu passt ein bisschen Kräuterschmand und viel Wein oder Champagner. Bitte probieren Sie es aus.

Einkaufszettel

4 Tomaten (etwa die Sorten Ochsenherz, Golden Plum, Green Zebra, Schlesische Himbeere, Tigerella)
2 Zucchini
Knoblauchzehe
2 Zweige Thymian
2 EL Olivenöl
250 g frischen Butter-Blätterteig
unbehandeltes Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

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