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20:05 01.12.2017
Von Ziegenbart bis Nikolaus: Bartträger lassen sich hervorragend in Kategorien einteilen. Quelle: Shutterstock
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Hannover

Der Experimentierfreudige

Der Experimentierfreudige Quelle: Shutterstock

Ob Backenbart à la Südstaatengeneral, Ziegenzippel oder Martin-Kesici-Gedächtniszöpfe: Er hat sie alle ausprobiert. Für Trends und modische Konventionen hat der experimentierfreudige Bartliebhaber nur ein müdes Lächeln übrig. Sobald andere die Vorzüge seiner Bartkreationen erkennen, ist er schon einen Schritt weiter – ein Hipstervollbart wäre ihm maximal 2014 noch ins Gesicht gekommen, und wer sich im Sommer nicht traut, stilecht mit Hawaiihemd und Schnurrbart durch die Straßen zu cruisen, braucht sich auch im „Movember“ keinen Magnum-Schnäuzer stehen zu lassen. Denn was bringt ein Bart, nach dem sich auf der Straße keiner umdreht, bei dem kein Raunen durch das Büro geht? Sein Motto: Lieber einen Schritt zu weit gehen, als in der Masse unterzutauchen. Glitzer und Färbemittel sind für den Experimentierfreudigen deshalb schon lange keine Fremdwörter mehr. Und in der Weihnachtszeit? Lamettafäden als Bartexperiment sind nicht ausgeschlossen.

Der Faule

Der Faule Quelle: Shutterstock

Morgens hat es der faule Bartträger besonders schwer. Nach dem Duschen schaut er mit müdem Blick in den Spiegel. Besonders kritisch ist er dabei nicht. Ein wenig unregelmäßiger Bartwuchs? Egal. Einzelne Stoppeln auf der Wange? Nicht so wichtig. Das Rasieren bereitet dem Faulen nämlich keine besonders große Freude. “Einen Tag gehts noch“, denkt er sich dann meist.

Für diesen Bartträger ist der Bart kein Statussymbol, sondern eine unfreiwillige Notwendigkeit. Bartpflegeprodukte sucht man in seinem Badezimmer vergeblich – bis auf die Rasierschaumdose, die er bereits seit Jahren ganz hinten im Schrank eingelagert hat – für alle Fälle.

In der Öffentlichkeit mag der Faule vielleicht als stolzer Bartträger rüberkommen. Doch sein unregelmäßiger Bartwuchs entlarvt ihn als Faulen. Denn: Selbst ein Drei-, Fünf- oder Siebentagebart braucht ein wenig Pflege.

Der Zwirbler

Der Zwirbler Quelle: Shutterstock

Diesem Bartträger macht niemand so leicht etwas vor: Stolz trägt der “Zwirbler“ seinen Schnurrbart durch den Alltag. Dieser Bartträger zeichnet sich vor allem durch einen eigenwilligen Charakter und ein fast unerschöpfliches Selbstbewusstsein aus.

Nur müde lacht der “Zwirbler“ über Trenderscheinungen. Er schätzt seinen Schnurrbart als treuen Wegbegleiter. So verbringt er mehrere Stunden am Tag mit der liebevollen Pflege seines Schmuckstücks. Sicher greift er zu Bartgel, -duft und -bürste, um der Gesichtsbehaarung das perfekte Styling zu verpassen. Sorgfältig dreht er die Enden seines Schnurrbarts, bis sie den gewünschten Schwung haben.

Dem “Zwirbler“ ist es zudem wichtig, stets klassische Kleidung zu tragen. Bunte T-Shirts oder karierte Hemden kommen diesem Bartträger nicht an den Leib: Denn nur sein Aushängeschild, der gezwirbelte Schnurrbart, soll Aufsehen erregen. Da ist es ihm durchaus egal, dass er in der Öffentlichkeit ein unmodernes Image erfährt. Mit seinem Auftreten möchte er sich von der breiten Masse abheben.

Die Ziege

Der Ziegenbart Quelle: Shutterstock

Beim Ziegenbärtchen scheiden sich schon lange die Geister: Für die einen ist er ein überflüssiges Relikt aus den Neunzigerjahren. Auch bei Frauen soll er nicht gerade zu den beliebtesten Bartformen gehören.

Der Ziegenbartträger hat es somit alles andere als leicht. Gelegentlich sieht er sich Verurteilungen solcher Art ausgesetzt: “Das ist doch kein richtiger Bart“, oder: “Hey, den hat mein Vater früher auch getragen!“ Doch der stolze Ziegenbartträger lässt sich nicht beirren. Für ihn ist sein Bart der leicht zu übersehende Ausdruck seines Temperaments und des tiefen Verlangens nach Unangepasstheit. So sieht man “die Ziege“ heute noch häufig in Verbindung mit kurzärmligen Karohemden und rahmenlosen Brillen.

Heißer Tipp für alle, die sich nicht von ihrem Kinnbart trennen können: Wer die ambivalente Ziege mit einem gezwirbelten Oberlippenbart kombiniert, der macht aus sich einen charakterstarken Musketier.

Der moderne Nikolaus

Der moderne Nikolaus Quelle: Shutterstock

Der moderne Nikolaus hat den Bart seines Namensvetters wieder hip gemacht – und gibt sich als Trendsetter viel Mühe, verwegen auszusehen. Denn damit sein bauschiger Rauschebart so wild wirkt, wie er soll, braucht es mehr als eine längere Pause der täglichen Rasur. Es braucht auch viel Geduld, tägliche Pflege – und ein Bartöl.

Denn am Ende will der moderne Nikolaus nur eines nicht: verlottert wirken. Seine Gesichtsbehaarung soll an Holzfäller und Piraten erinnern, an freie Naturburschen und streitbare Typen – aber nicht an Onkel Wilfried, der nach dem Weihnachtsessen immer noch einen Rest Rotkraut im Bart hängen hat.

Der moderne Nikolaus achtet auf sich, seinen Bart und dessen Ruf. Er liest Blogartikel über die Vor- und Nachteile von Bartpomade und hat mittlerweile eine kleine Sammlung an Trimm-Utensilien angehäuft. Nur wenn ihn in der Weihnachtszeit jemand an die Ähnlichkeiten mit dem Nikolaus erinnert, reagiert er höchst pikiert. Denn der ist ihm viel zu lieb.

Von Ansgar Nehls, Janik Marx und Saskia Hassink

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