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Kolumnen Die vier Jahreszeiten (III)
Sonntag Kolumnen Die vier Jahreszeiten (III)
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19:56 22.07.2016
Von Imre Grimm
Der Herbst, die goldene Zeit der Laubpuster, der Laternenumzüge und der schönen Tradition des Ernteeinholens im örtlichen Supermarkt. Ein Spaziergang mit Klum, Kürbis und Konsumkritik. Quelle: Ian Sane / CC BY 2.0

Der Herbst ist die wahrscheinlich schönste Jahreszeit der Welt. Und die albernste. Mal ehrlich: Was soll das, einmal im Jahr alle Blätter bunt einzufärben und dann von den Bäumen zu pusten? Da muss man schon ein bisschen angeschädelt sein, um sich so etwas Putziges auszudenken. Das Konfetti der Natur! Jahreslaubversammlung!

Mit Herbst ist es wie mit Sophia Thomalla: sieht hübsch aus, ist aber sinnlos. Und überhaupt: Wer sagt eigentlich, dass hinter der morgendlichen Laubpuster-Krawallerie nicht eine konzertierte Aktion zur Schwächung des Bevölkerungswillens steckt?

Schlimmer als Chemtrails

Was, liebe Aluhut-Fraktion, sind eure Chemtrails gegen Laubpuster? Die versprühen da mit fiesem Getöse ganz übles Zeug, das unser Gehirn umpolt und uns dazu zwingt, Kastanienmännchen zu basteln, statt auf die Straße zu gehen und das System aus den Angeln zu heben. Außer natürlich zum Laternenumzug.

Es wird viel Laterne gelaufen im Herbst. Das Laternelaufen schreibt sich in einem Wort wie das Sackhüpfen. Andererseits geht man zwar Laterne und pustet Laub, hüpft aber nicht Sack. Das Liedgut zum Laternegehen ist einfach gehalten und zeichnet sich durch eine gewisse Rabimmelrabammelrabummhaftigkeit aus.

Das größte Event im Herbst war früher die Ernte. Heute gilt Ernte als altmodisch, weil alle Lebensmittel aus dem Supermarkt kommen. Das wichtigste Ereignis des Herbstes heute ist das Oktoberfest, das meistens im September beginnt. Das liegt daran, dass Bayern dem ludwigianischen Kalender folgt und nicht dem gregorianischen. Das Motto des Oktoberfestes lautet "Saufen, bis der Herbst kommt". Dazu wird Herbstmusik von Blümchen gehört ("Herbst an Herbst").

Süßwaren und Geschrei

Auch sonst ist der Herbst bekannt aus Funk und Fernsehen (vgl. "Ein Herbst und eine Seele"). Das wichtigste kulturimperialistische Ereignis des Herbstes ist Halloween, ein amerikanischer Konsumanlass, bei dem zweierlei ausgehöhlt wird: Kürbisse und hiesige Traditionen.

Zu Halloween verkleidet sich Heidi Klum traditionell als Schreckschraube, was ungefähr 30 Sekunden dauert. Dazu gibt es Süßigkeiten und Geschrei. Zwei Elemente, mit denen Kinder selbst dunkelste Jahreszeiten notdürftig überstehen. Nächste Woche: der Winter. Schönes Wochenende!

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