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Kolumnen Rakete to go
Sonntag Kolumnen Rakete to go
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19:56 16.09.2016
Von Imre Grimm
Luxusmode von Lidl, Telefonverträge von Tchibo, Winterpullover von Porsche – was kommt als Nächstes? Visionen aus der Welt der Markenkommunikation. Quelle: RND

Lidl hat gerade einen Luxus-Shop in Hamburg eröffnet. Direkt neben Prada, Gucci und Giovanni Guacamole. Gut, den letzten gibt's nicht. Aber wenn ich jemals ein Luxuslabel gründen würde, dann hieße es Giovanni Guacamole. Beim Luxus-Lidl gibt's keine H-Milch vom Kobe-Rind oder Trüffelsalami mit Blattgold-Finish, sondern Klamotten.

Und natürlich hat Lidl das nur getan, damit alle Welt drüber redet und Kolumnisten auf der Suche nach einem Kolumnenthema darüber stolpern. Grund genug, den Quatsch sofort wieder zu ignorieren. Aber er führt mich zu der Frage, warum immer mehr Läden Sachen verkaufen, von denen sie nichts verstehen.

"Brand Stretching" birgt Risiken

Die Experten nennen das "Brand Stretching". Das hat nichts mit Frühsport bei Feuerwehrmännern zu tun. In Wahrheit bedeutet es, dass Ikea jetzt auch Fahrräder verkauft (Modell "STRÅMPEL") und es bei Tchibo inzwischen Kaffee nur noch ganz hinten unten gibt. Das birgt Risiken. Nokia zum Beispiel hat vor 100 Jahren noch Gummistiefel verkauft – ein tadelloses, krisenfestes Gewerbe. Wären die mal dabei geblieben, statt in diese dumme Handysache einzusteigen.

Man spricht auch von "Brand Extension". Das klingt nach brennendem Gebrauchthaar, ist tatsächlich aber ein lohendes Zubrot zum Beispiel für Zigarettenfirmen, die mit dem Zeitgeist hadern. Dunhill macht 90 Prozent seines Umsatzes mit Füllern, Uhren und Klamotten. Camel verkauft Wintermäntel, die man nur im äußersten Suchtfall rauchen sollte.

Was viele gar nicht wissen: Hinter 80 Prozent aller Schüttel-Schneekugeln weltweit steckt Microsoft. Volkswagen verdient sein Geld inzwischen überwiegend mit indianischem Kunsthandwerk. Und das iPhone 7 baut Tischlermeister Rodekamp aus Poppenbüttel nach Feierabend in seiner Garage.

Darf's noch etwas mehr sein?

Ich frage mich, warum zum Beispiel Starbucks noch keine Raketen verkauft. Die hießen dann natürlich nicht so. Die hießen je nach Reichweite "Tall" (Kurzstreckenrakete), "Grande" (Mittelstreckenrakete) und "Venti" (Langstreckenrakete). "Guten Tag, ich hätte gerne eine LGM-30 Minuteman Venti Frappucino mit Sojamilch Decaf to go." – "Gern! Darf's noch ein Säckchen Plutonium sein?"

Ich selbst mache das hier ja auch nur nebenberuflich. In Wahrheit bin ich Social-Media-Berater von Donald Trump. Schönes Wochenende!

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