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Kolumnen Wetter, immer Wetter!
Sonntag Kolumnen Wetter, immer Wetter!
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19:55 24.03.2017
Früher war es immer etwas peinlich, über das Wetter zu reden; heute versammelt sich abends das Fernsehvolk beim Brennpunkt, wenn irgendwo wegen ein bißchen Wind ein paar Fahrräder umkippen. Quelle: dpa
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Hannover

Bei der Durchsicht meiner bisherigen Einlassungen ist mir aufgefallen, dass wir mehrere Monde lang nicht über das Wetter gesprochen haben. Dafür gibt es einen Grund: Ich interessiere mich nicht so sehr für Wetter. Manche Menschen können stundenlang über Azorenhochkeile, Firnschnee und innertropische Konvergenzen sprechen. Ich nicht.

Ich nehme es hin wie das Wetter. Man kann ja doch nichts daran ändern. Es sei denn, man ist zufällig ein chinesischer Pilot mit einem Flugzeug voller Silberiodid vor einem Parteitag in Peking. Die menschliche Hybris schreckt ja vor Wetterbeeinflussung nicht zurück. Im Internet steht, dass sich 77 Staaten “unter dem Dach der Vereinten Nationen“ vor Jahren verpflichtet haben, das Wetter nicht künstlich zu beeinflussen.

Es ist also verboten, mit einem spontanen Hagelsturm seinen Nachbarn zu ärgern oder per Instant-Tornado Nazi-Demonstrationen aufzulösen. Was ich allerdings nicht verstanden habe: “Unter dem Dach der Vereinten Nationen“ – da ist das Wetter doch völlig egal!? Wenn die das auf freiem Feld beschließen – schön und gut. Aber unterm Dach?

Ein einsames Hobby

Sich nicht fürs Wetter zu interessieren ist ein einsames Hobby. Das spüre ich immer, wenn alle den “ARD-Brennpunkt: Müssen wir jetzt alle sterben?“ gucken, weil in Süddeutschland drei Flocken Schnee gefallen sind ... Huch! Jetzt war ich kurz weg. Beim Versuch, den Wikipedia-Eintrag zum Stichwort “Wetter“ zu lesen, bin ich in Zeile drei weggepennt. Wetterbedingter Sekundenschlaf.

Menschen suchen seit Jahrtausenden Schutz vor dem Wetter. Oft hilft es ja, reinzugehen. Stattdessen glaubte man im Mittelalter fest an apotropäische Abwehrzaubereien. Wer damals die Hasenpfote richtig schwang, konnte viele Taler erhaschen. Wohl und Wehe der Menschen waren lange von der Gnade des Wettergottes abhängig. Dieser hat heute nur noch Bedeutung, wenn er in der Provinzpresse bei Sportfesten “ein Einsehen“ hat.

Bestimmte Bauernweisheiten dagegen werden nie ihre Gültigkeit verlieren. Etwa diese: “Wenn an Martini die Kühe schnaufen, musst du einfach weitersaufen.“ Oder diese: “Blüht im Mai der gelbe Raps, braucht der Bauer einen Schnaps.“ Oder auch diese: “Wird der Winter immer dreister, hilft nur warmer Jägermeister.“ Oder nicht zuletzt diese: “Hat dein Gemüse kein Aroma, sauf dich einfach kurz ins Koma.“ Regen oder nicht – am Ende gilt immer: “Eine Molle mit Kompott – und der Knecht ist wieder flott.“ Schönes Wochenende!

Von Imre Grimm

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