Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Sehen „Findet Dorie“ und mehr DVD-Tipps
Sonntag Tipps & Kritik Sehen „Findet Dorie“ und mehr DVD-Tipps
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:54 03.03.2017
Quelle: dpa
Hannover


Findet Dorie: Der kleine Clownfisch Nemo ging 2003 im Kino verloren. Dass er in „Findet Nemo“ nach einer der prächtigsten Odysseeen der Filmgeschichte wiedergefunden wurde, war auch der hilfsbereiten Dorie zu verdanken. Das hoffnungsblaue Doktorfischmädchen ohne Gedächtnis steht im Mittelpunkt von Andrew Stantons und Angus MacLanes Fortsetzungsfilm „Findet Dorie“. Fetzen von Kindheitserinnerungen mischen sich hier in die Träume Dories, die daraufhin losschwimmt, ihre verschollenen Eltern zu finden.

Zwar kann der „Dorie“-Film dem „Nemo“-Film nicht ganz das Wasser reichen, aber was die vergessliche Waise mit ihrem Sidekick, dem siebenarmigen Oktopus Hank so alles erlebt, entwickelt durchaus einen Sog auf den Zuschauer. Wie schon das Original wird auch Pixars zweiter Fischfilm vom Geist der Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe und Solidarität getragen.

Quelle: Verleih

Modern Family – Staffel 6: Der kunterbunte Clan von Jay Pritchett (Ed O’Neill) hat es schwer, nach der Schwulenhochzeit von Cam (Eric Stonestreet) und Mitch (Jesse Tyler Ferguson) am Ende von Staffel 5 wieder in Schwung zu kommen. Es gibt keinen neuen großen Handlungsbogen, in den ersten der 24 Episoden übertouren vor allem Cam und seine rassige Schwiegermutter Gloria (Sofia Vergara) zu sehr ins Schrille, und Tochter Claire (Julie Bowen) betont ihre dunkle, gewaltbereite Seite ein wenig über Gebühr. Bevor man nun aber glaubt, Amerikas lustigste Familienserie habe ihren Zenit überschritten und setze auf die zweifelhafte Kraft des Déjà-vu, lässt einen die Erntedankepisode um zwei Feiertagsflüchter und drei merkwürdige Truthähne wieder Hoffnung schöpfen.

Und siehe da: „MF“ gelingt es, ein weiteres Mal den Comedythron zu erklimmen, wenn sich das bei dieser sechsten Staffel auch nicht im Emmy-Gewinnen niederschlug. Man erfreut sich der dauerhaften Liebe der Macher zu ihren köstlichen Charakteren, erlebt einige der stärksten Episoden der Serie (16, 23, 24) Und wenn Töchterchen Lilly (Aubrey Anderson-Emmons) ihren Adoptivdaddy Cam alias Clown Fizbo bei einer gemeinsam Auftrittsprobe mit dem Besen vertrimmt, wird der alte Slapstick wieder jung.

Quelle: Verleih

Die Geiseln – Staffel 1: Die vier Vermummten, die die Familie der Chirurgin Yael Danon überfallen, haben Furchtbares vor: Der Premierminister soll während einer Operation sterben. „Die Geiseln“ ist eine israelische Thrillerserie vom Kaliber „Hatufim“ (Vorbild der US-Serie „Homeland“). Zunächst ist unklar, welche Motivation das Kommando umtreibt, doch scheint es über nicht unbeträchtliche Mittel zu verfügen, die Aktion ist bis ins Detail vorbereitet, die Überwachung der Familie scheint vollkommen. Ein eifersüchtiger Kollege aus der Chirurgie und ein Geheimnis des Familienvaters treiben die Dinge Richtung Eskalation.

Hinzu kommen ein sensibler Kidnapper, der tiefere Gefühle für die Opfer entwickelt, der pubertäre Sohn des Hauses, der in sich das Zeug zum Helden spürt und das Gefühl beim Zuschauer, der Chef der Angreifer könnte nicht so niederträchtig sein wie zunächst gedacht. Die Macher halten trotz mancher Klischees und manch unglaubwürdigem Moment über die volle Zehn-Episoden-Distanz Spannung. Das ist auch der Besetzung geschuldet, voran der aparten Ayelet Zurer in der Rolle der gratwandernden Ärztin.

Quelle: Verleih

Legends of Tomorrow, Staffel 1: Die Zukunft der Menschheit ist schwarz, rot und grau: Feuer, Qualm, Asche und Tod. Die Bilder zu Beginn der ersten Staffel der DC-Comicserie „Legends of Tomorrow“ erinnern an die „Terminator“-Welt James Camerons, in der die Maschinen der Menschheit den letzten Krieg erklärt hatten. Diesmal ist allerdings ein Superschurke für die gesamtirdische Gruseloptik verantwortlich. Ihn zu stoppen, bevor er all sein apokalyptisches Werk beginnt, reist ein beherzter Mann per Zeitschiff in die Vergangenheit. Er hat zuvörderst private Gründe, der Bösewicht hat Frau und Kind umgebracht. Und so rekrutiert er in der Vergangenheit eine schlagkräftige Truppe minder bekannter Superhelden und überaus talentierter Schwerverbrecher, die Aussicht haben, im Kampf zu bestehen.

Rip Hunter (Arthur Darvill) gegen Vandal Savage (Caspar Crump) – die Namen sind hier Omen, und viele Dialogsätze sind ähnlich bis zur Lächerlichkeit geschwollen. Mit ein bisschen mehr Traute beim Drehbuchschreiben, etwas mehr Mut zum Witz hätte die Coolness von Marvels „Guardians of the Galaxy“ erreicht werden können. Die Tricktechnik ist zwar auf dem Stand der Dinge, aber die anderen DC-Serien „Flash“, „Arrow“ und „Gotham“ sind stimmiger.

The Girl King: Königin Christine – das war Greta Garbo und wird es immer bleiben. Wiewohl auch Malin Buska allerbeste Figur macht als burschikose lesbische Regentin Kristina, Tochter des großen Schwedenkönigs Gustav II. Adolf. Und wiewohl die neue Auslegung der Figur authentischer ist als die der Garbo, der man 1933 in deutlich homophoberen Zeiten einen fiktiven Hetero-Liebhaber unterjubelte. Das 17. Jahrhundert erscheint als Zeitalter der Wissenschaft, der Neugier, der Suche nach Neuland des Geists, wo zugleich noch recht mittelalterlich gesinnte Zeitgenossen die fortschrittlichen Forscherseelen noch grob zu beschränken versuchen. „The Girl King“ stellt sich auch gegen die Begrenztheit Martin Luthers, lädt Descartes zu sich und lockt mit ihrer emanzipatorsichen Haltung männliche Autoritäten und Attentäter auf den Plan. Sie soll gefälligst heiraten, schwanger werden, Dynastie sichern.

Mika Kaurismäki stimmt in seinem Film „The Girl King“ das Hohelied der Selbstbestimmung an, das selbst in heutigen Zeiten nicht laut und oft gesungen werden kann. Sein Film, der auf einem Theaterstück gründet, leidet aber unter einer zu sauberen Bühnenhaftigkeit, was durch das arg übersteuerte Auftreten Martina Gedecks als Christines Mutter Maria Eleonora verstärkt wird. Im Gedächtnis bleibt so fast allein die Protagonistin, die sich trickreich ein Happy End für ihr Schicksal verschafft, ein Ende, mit dem sie sich von den Dummen, Bornierten und Rückwärtsgewandten befreit.

The Purge – Election Year: Morgen früh wirst du wieder geweckt. Aber nur, wenn der Mob es will, beziehungsweise wenn er dich ausspart. Bis morgens um sieben sind an einem Tag im Jahr Mord und Totschlag ohne Strafverfolgung erlaubt im „wiedergeborenen Amerika“. Dieser Feiertag des Bluts hat die Verbrechensraten gesenkt, lenkt die Leute von den Eigenmächtigkeiten der politischen Elite ab und bringt Devisen durch ausländische Terrortouristen, die straffrei Amerikaner töten wollen.

Die Filmserie mit der unwahrscheinlichen, ja absurden Prämisse soll mit „The Purge - Election Year“ an ihr Ende kommen, eine Senatorin (Elizabeth Mitchell, bekannt aus „Lost“, „V“ und „Revolution“) will die allseits akzeptierte Gewaltsause abschaffen und hat Chancen, bei den Wahlen gegen das seit einem Vierteljahrhundert herrschende Regime zu siegen. Die Quasidiktatur ihrerseits versucht die Schreckensnacht dazu zu nutzen, die unliebsame Konkurrentin aus dem Weg zu räumen und entsendet einen Trupp Neonazis zu ihrer Liquidierung. Unterm Scifi-Mantel zeigt Regisseur James DeMonaco zwar auch ein mit sich selbst beschäftigtes Land, die Endstation und Perversion eines „America first“. Zuvörderst aber ist der Film ein derbes Horrorstück für Leute, die ihre Popcorn gern blutig nehmen.

Von Matthias Halbig

Eine Sauftour als Familientherapie, ein Baby ohne Vater und ein Bulle mit Herz für die Schwachen: Die DVDs der Woche, vorgestellt von Stefan Stosch.

25.02.2017
Sehen DVD-Tipps von Matthias Halbig - „Little Boy“ und weitere DVD-Tipps

Ein kleiner Junge will einen großen Weltkrieg beendem, ein britischer Sagenheld geht in Serie und im Wald von Blair ist die böse Hexe wieder äußerst aktiv. Diese und andere DVDs stellt Matthias Halbig in Kurzkritiken vor.

18.02.2017
Sehen DVD-Tipps von Matthias Halbig - „Sing Street“ und andere DVD-Tipps

Skandinavische Mordserie in „Modus“, zu allem bereite Untermieterin in „Frühstück mit Monsieur Henri“ und die Liebe als Grund eine Band zu gründen in „Sing Street“. Diese und andere DVD-Tipps in dieser Woche wieder von Matthias Halbig

11.02.2017