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Die Lieder der anderen

Im Leben einer Beatles-Coverband Die Lieder der anderen

Die Beatles, Abba, Queen und Pink Floyd begeistern immer noch Millionen Musikfans. Sogar wenn sie nicht selbst auf der Bühne stehen. Ihren Job übernehmen immer häufiger Tribute-Bands. Die Analogues etwa bringen die späten Alben der Beatles zu deren 50. Geburtstag auf die Bühne – mit den Originalinstrumenten. Ein Konzertbesuch.

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Keine Kostümshow: Die Analogues bringen die live eigentlich unspielbaren späten Alben der Beatles auf die Bühne – mit den Originalinstrumenten.

Quelle: MONSTERPICS.DE

Berlin. Die Rampe in Huxleys Neuer Welt in Berlin ist in warmes, sepiafarbenes Licht getaucht, die 600 leeren Sitze liegen im Halbdunkel. Anderthalb Stunden sind es noch bis zum ersten Deutschlandkonzert der Analogues. Gitarrist Jac Bico inspiziert noch schnell die Bühne, bevor ihn der Hunger hinter die Kulissen ans Büfett treibt. Plötzlich zieht er einen Klöppel aus der Hosentasche und läutet die einsam am Bühnenrand baumelnde Röhrenglocke. “Dieses Ding brauchen wir nur für einen einzigen Song, nur für die drei Sekunden Gebimmel, wenn das Feuerwehrauto die Straße entlangfährt“, erklärt er. Das „Gebimmel“ ist so berühmt wie die Straße, nach der jener Song benannt ist – die “Penny Lane“. The Analogues sind eine Tribute-Band. Sie führen ausschließlich Lieder der Beatles auf.

Es geht eng zu im Huxleys: Gitarren stehen hier in Reih und Glied, Tastenburgen türmen sich, selten bis nie gesehene Seltsamkeiten wie zwei trutzige Leslie-Lautsprecherschränke mit ihren dunklen, rotierenden Schallabstrahlern schmiegen sich an die Seite der zugehörigen Hammondorgeln. Ein Live-Museum – auf wenigen Metern liest man hier all die goldenen Namen des Rock ’n’ Roll: Vox, Hohner, Marshall, Ludwig, Höfner, Gibson, Rickenbacker. Zahllose Schätze aus den Sixties stehen heute Abend in Neukölln, weil die wohl berühmteste Band aller Zeiten vor genau 50 Jahren damit in den Londoner Abbey Road Studios die großen Songs des Jahres 1967 zusammenpuzzelte, die psychedelischen Alben “Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ und “Magical Mystery Tour“.

“Ihre eigene Magical Mystery Tour fand dann überhaupt nicht statt“, erklärt Jac. “John, Paul, George und Ringo hatten 1966 beschlossen, nie mehr Konzerte zu geben. Und tobten sich dafür im Studio aus.“ Er streicht über ein Mellotron, das einst der Band Roxy Music gehörte. “Wir machen, was heute nicht einmal Paul McCartney macht. Wir laden diese empfindlichen und launischen Schmuckstücke aus alter Zeit in die Trucks und spielen die eigentlich unspielbaren Lieder der Beatles live.“ Eine Herausforderung.

Tribute-Bands boomen

The Analogues sind Teil des wachsenden Tribute-Band-Booms. Für die Klassiker aus Rock und Pop, die zu alt oder nicht mehr am Leben sind, die sich aufgelöst haben oder nur noch alle heilige Zeiten auf Tour gehen, übernehmen diese “Gedenkgruppen“ die Bühne und empfehlen deren Lieder (und die zugehörige Bühnenshow) gleich mehreren Publikumsgenerationen – den alten Erinnerungstrunkenen und den jungen Neugierigen. Seitenweise finden sich heutzutage in Musikmagazinen – wie etwa dem britischen Mojo – Konzertankündigungen der Kopisten: Acts wie Zoso (Led Zeppelin), Simply The Best (Tina Turner), Abbamania – The Show (Abba), Who’s Bad (Michael Jackson) oder Live Wire (AC/DC). Die Australian Pink Floyd Show und ihr Spin-off BritFloyd covern auf allerhöchstem Niveau Pink Floyd, The Musical Box spielen die komplexen Artrock-Preziosen von Genesis. Bezüglich der Beatles ist die Zahl der Tributeers Legion.

“Die meisten von denen tragen doch nur die Pilzkopfperücken und Kostüme und spielen die Hits“, sagt Schlagzeuger Fred Gehring, der Ringo der Analogues, backstage im Huxleys bei einem Glas Weißwein. Das soll nicht abfällig klingen, lässt sich aber kaum anders verstehen. “Manche machen das gut, viele eher nicht so. Aber selbst bei den guten fühlt es sich immer wie Las Vegas an. Ich will dem Publikum aber nichts zum Anschauen geben, sondern etwas zum Anhören.“ Gehring ist 63 Jahre alt, und fern davon, als Rentner “Unkraut zu jäten“, wie der Protagonist im Beatles-Song “When I’m 64“. Die Beatles sind für ihn die beste aller Bands, 150 der 220 Songs seien Stoff für die Ewigkeit.

Er hat die Analogues 2014 mit seinem Freund, dem Musiker und Produzenten Bart van Poppel, in Amsterdam gegründet, gerade rechtzeitig, um die komplexen späten Alben der Beatles bis zu ihrem jeweiligen 50-jährigen Jubiläum einzustudieren. Aus den Fab Four sind – aufgrund der vielen parallel zu spielenden Instrumente – Fab Five geworden: Neben Fred, Jac und Bart sind noch Keyboarder Diederik Nomden und Gitarrist Jan van der Meij in der Band, dazu stehen je vier Streicher und Bläser auf der Bühne. Plus eine Harfenistin für das verwunschene Klangfunkeln in der Ballade “She’s Leaving Home“.

 Der Ringo der Analogues

Der Ringo der Analogues: Schlagzeuger Fred Gehring hat die Band 2014 gegründet, um die Songs der Beatles zu bewahren.

Quelle: MONSTERPICS.DE

Die Analogues sind Gehrings späte Erfüllung, nachdem er 2013 nach 15 Jahren seine Karriere als weltweiter CEO von Tommy Hilfiger beendet hatte. Schlagzeug hatte er schon als Teenager gespielt, Coverversionen von Stones, Kinks und Beatles, dann aber “was Ordentliches“ gelernt. „Ich ging nach Südamerika, war auf mich gestellt, da war kein Platz mehr für Drums.“ Vor 14 Jahren nahm er ein Soloalbum auf, das aber keinen Radiohit abwarf. “Manche Träume bleiben, sie wollen wahr werden“, sagt der Mann aus dem Modebusiness, und nippt versonnen am Glas.

Das Obskure: Von den Zuschauern, die ab 7 Uhr abends ins Huxleys strömen, ist kein einziger Fan der Analogues. Die Band ist noch völlig unbekannt in Deutschland, sie ist ein Umweg, ein Notbehelf, ein Ersatz-Nostalgielieferant. Die Originale genießen Verehrung, nicht die Kopisten. Barbara Jung (33) steht auf die Beatles, “seit ich mit zehn Jahren in der Kirchenbücherei eine Kassette von ,Sgt. Pepper‘ fand“. Sie erhofft sich heute eine Art Rücksturz in eine Zeit, von der sie fasziniert ist, die sie aber als Spätgeborene nicht selbst erleben durfte.

Bernd Kalweit (65) will ein Liveerlebnis nachholen, das ihm aufgrund der Rock-’n’-Roll-Ostgrenze des Eisernen Vorhangs 1966 verwehrt blieb. “Ich musste mir als Jugendlicher meine Beatles-Alben aus dem Westen in die DDR schmuggeln lassen“, erinnert er sich. Und Jan Strecker (39), auf dessen T-Shirt die zentralen John-Lennon-Botschaften “Imagine“ und “Peace“ auf Arabisch stehen, hatte selbst mal eine Beatles-Tributeband namens Yes It Is. “Ich war sieben, als ich die Beatles entdeckte“, sagt er. “Ich habe heute sehr, sehr hohe Erwartungen.“

Perfektes Beatles-Gefühl

Das Licht verlischt, die Zahl “1967“ leuchtet in himmelblauen Riesenziffern auf dem Bühnenfirmament, und die Sehnsüchte und Nostalgien bekommen von nun an für mehr als zwei Stunden reichlich Futter. Von den ersten strahlenden Trompeten-Tutti von “Magical Mystery Tour“ an bis zum gewaltigen, lange verrauchenden Pianoschlussakkord von “A Day in the Life“ werden die beiden Beatles-Alben Lied um Lied durchgespielt. Niemand von den Analogues hat dabei die sarkastische Schärfe von John Lennon in den Stimmbändern, niemand verfügt über die George-Harrison-Sanftmut, allenfalls Jan van der Meij hat einiges von der Dringlichkeit des rockenden Paul McCartney zu bieten. Und Fred Gehring hat nicht die Ringo-Nase.

Aber trotzdem ist das Beatles-Gefühl perfekt: Wenn die Stimmen zusammengehen, wenn die Violinen und das Cello die gebogenen Töne von “I Am The Walrus“ zelebrieren oder wenn Jac bei “The Fool on the Hill“ in die Blockflöte pustet, wird die Mission 67 erfüllt. Schließlich wird die Lowrey Heritage Deluxe auf die Bühne geschoben, eine Keyboardlegende. Ein Auftritt für nur einen einzigen Song: Diederik Nomden singt von dem “Mädchen mit den Kaleidoskop-Augen“, von “Mandarinenbäumen unter Marmeladenhimmeln“, dazu lässt die Lowrey in “Lucy in The Sky With Diamonds“ ihre schlierigen, schlaftrunkenen Töne schweben. Es gibt Szenenapplaus für eine Orgel.

Das Instrument hat der Analogues-Chefarchäologe van Poppel bei Ebay aufgespürt. 7500 Dollar sollte sie kosten, am Ende hat er sie mangels Mitbieter für 195 Dollar erstanden. Freilich mit zwei Mäusenestern darin, mit maroder Kabelage und vielen angefressenen Ventilröhrchen. Sie musste kostspielig restauriert werden, denn keinesfalls wollte man auf ähnlich klingende Apparaturen ausweichen. Oder gar auf digitale Keyboards.

 Den Analogues geht es um den perfekten Beatles-Sound

Den Analogues geht es um den perfekten Beatles-Sound. Keyboarder Diederik Nomden spielt das Intro zu “Lucy in the Sky With Diamonds“ auf der Lowrey Heritage Deluxe, der seltenen, höchst empfindlichen Orgel, die auch auf dem Beatles-Album “Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ zu hören ist.

Quelle: MONSTERPICS.DE

Alle Analogues wohnen nah beieinander, in Amsterdam und Haarlem. Sie treffen sich dort regelmäßig in einer Halle (nebst Studio) in einem Industriegebiet. “Wenn man erst mal alle Geheimnisse eines Songs erkannt hat“, sagt Gehring, “ist er dort auch schnell einstudiert.“ Alles davor aber sei wirklich harte Arbeit: “Hören, hören, hören, fanatisches Erforschen, denn auf den einzelnen vier Spuren der Beatles-Aufnahmen ist jeweils endlos viel Zeug übereinandergestapelt. Die Orchesterpassagen wurden nicht aufgeschrieben. Und man muss oft stundenlang ausprobieren, um die richtige Position einer Gitarre hinzubekommen. Derselbe Akkord klingt je nach Standpunkt völlig anders.“ Beatles-Archäologie. Er seufzt.

Über Mundpropaganda lief es für die Analogues in den Niederlanden seit 2014 so gut, dass sie am 1. Juni 2017 den Ziggo Dome von Amsterdam ausverkauften. 12 000 Leute feierten mit ihnen den 50. Geburtstag von “Sgt. Pepper“. In Deutschland, wo im nächsten Frühjahr die Konzerte mit “Sgt. Pepper“ und “Magical Mystery Tour“ anstehen, fängt man derweil wieder klein an. “Wenn wir bei 600 Gästen stehen bleiben würden, wären wir verloren“, sagt Gehring, “aber wenn wir auf zwei- bis dreitausend Leute pro Konzert wachsen können, dann haben wir gewonnen.“

Über die Finanzierung redet der Millionär nicht so gern, zu schnell würden aus ein paar Worten über Geld und Musik Geschichten nur über Geld. Klar sei aber: “Etwas wie die Analogues kommt entweder mit staatlicher Unterstützung auf die Straße, durch Sponsoren oder – wie in meinem Fall – durch private Leidenschaft.“ Dabei seien Investitionen in alte Musikinstrumente nicht die Schlechtesten, meint Gehring. Zudem seien die Analogues eine Band auf sehr lange Sicht, anders als die originalen Beatles. “Wir fünf können eines Tages durch andere Musiker ersetzt werden.“ Ein Traum, der über den Träumer hinausreicht.

Aus den Fab Four sind Fab Five geworden

Aus den Fab Four sind Fab Five geworden: Neben Fred, Jac und Bart sind noch Keyboarder Diederik Nomden und Gitarrist Jan van der Meij in der Band, dazu stehen je vier Streicher und Bläser und eine Harfenistin auf der Bühne.

Quelle: MONSTERPICS.DE

Einstweilen genießen die fünf das Jungs-unterwegs-Gefühl und arbeiten am nächsten Projekt – einer Tour zum Jubiläum des “White Album“ 2018. Dafür wollen sie auch über den Ärmelkanal ins Heimatland der Beatles reisen. Am 24. August treten sie in der Liverpool Philharmonic Hall auf. Weitere Projekte sind ein Konzert mit den Alben “Abbey Road“ (1969) und “Revolver“ (1966) und ein Abend mit den Songs, die auf dem 14. Beatles-Album erschienen wären, nach der Auflösung der Band aber auf deren ersten Soloalben verstreut wurden. Und dann ist da für 2019 noch die Sache fürs Ego geplant, das “eigene Album mit eigenen Songs“ – für all das, was Tribute-Bands sonst missen müssen: Kreativität, Charts, Radio.

“Wir sind aufgeregt und furchtsam zugleich“, sagt Gehring. “Bislang lief das alles ganz harmonisch bei uns. Aber jetzt geht es um die alte ,Mein Song – dein Song‘-Sache. Jeder von uns fünf ist Songwriter. Und jeder denkt, er sei der Beste. Es kommen Gefechte auf uns zu. Gefechte, wie sie die Beatles hatten.“ Er lacht und verabschiedet sich. Ein paar Zimmer weiter warten Gratulanten aus der niederländischen Botschaft.

Die Zugaben im Huxleys beginnen mit “A Hard Day’s Night“. Die Analogues rocken zum Schluss, und als sie mit “Revolution“ enden, gibt es stehende Ovationen. Nein, auch beim Verbeugen fühle er sich nicht wie Ringo, sagt Fred Gehring. Nun, vielleicht bräuchte er dazu einfach eine andere Nase.

“Die Fans verlangen die perfekte Illusion“

Prof Dr Borwin Bandelow Professor für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Göttingen, Experte für Angststörungen, Bestselleraut

Prof. Dr. Borwin Bandelow Professor für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Göttingen, Experte für Angststörungen, Bestsellerautor, Hobbymusiker.

Quelle: Geisler-Fotopress

Warum verzichtet ein Tribute-Band-Musiker auf den großen Starstatus, auf Plattenverkäufe und Radioeinsätze, um eine andere Band perfekt zu imitieren?

Es ist ja nicht so, dass jeder Musiker auch das Talent hat zu komponieren. Auf 100 Leute, die Musik spielen, kommt vielleicht einer, der eigene Lieder schreibt und damit erfolgreich wird. Dazu braucht man eine ganz besondere Gabe.

Auch den Glauben an sich selbst statt an die anderen?

Die meisten Stars, die mit eigener Musik groß herausgekommen sind, haben eine endlose Trial-and-Error-Phase hinter sich. Sie haben einen unerschütterlichen Glauben an sich selbst, eine ex-treme narzisstische Einstellung. Da muss man alles andere aufgeben. Eine Coverband oder eine Tribute-Band dagegen kann man auch neben seinem Beruf herlaufen lassen. Ich tue das auch, ich spiele in einer Coverband.

Ist der Tribute-Band-Musiker also ein fauler Narzisst?

Um mit eigenen Sachen groß rauszukommen, muss man auch jung sein, zwischen 20 und 30. Viele haben es versucht und sind gescheitert. Und sagen sich: Bevor ich jetzt überhaupt nicht mehr auf der Bühne stehe, mache ich eben so was. Und das hat trotzdem Anspruch. Sind TributeBand-Musiker faul? Nein! Gerade die sind ja Perfektionisten. Da geht es nicht nur um die hundertprozentige Wiedergabe der Musik, da geht es um die richtige Maske, das richtige Kostüm, das Aussehen, die Mimik, die Posen. Die Fans verlangen eine perfekte Illusion. Und das ist harte Arbeit.

Ist man als Tribute-Band-Musiker der ewige größte Fan einer Band?

Um das überhaupt anfangen zu können, müssen Sie Fan sein. Aber die Stücke hängen Ihnen bald dermaßen zum Halse raus, dass Sie die zu Hause nie mehr auflegen. Man muss die Songs im Proberaum zig mal spielen, sie perfektionieren, sie dann allabendlich spielen. Das ist zu viel!

Wenn Sie mit Ihrer eigenen Coverband Johnny B. Goode spielen, fühlen Sie sich dann auch wie Chuck Berry?

Ja (lacht), da fühlt man sich schon ein bisschen wie Chuck Berry.

Nimmt der Sänger einer Tribute-Band den Applaus noch als Norbert Müller entgegen oder als Mick Jagger?

Auf jeden Fall nicht als Mick Jagger. Man fühlt sich geehrt, wenn der Beifall für das gute Nachspielen und Nachahmen groß ist. Dass aber die Persönlichkeitsgrenzen verschwimmen und man streckenweise dem Wahn verfällt, man sei selbst Mick Jagger, glaube ich nicht.

Was sucht das Publikum bei den Kopisten?

Die Leute, die in ein Konzert einer Beatles-Tribute-Band gehen, bedauern, dass es die Beatles nicht mehr gibt. Sie wollen in diese Zeit zurück, wollen diese Zeit für immer bewahren, erwarten, dass ihnen die Wiederbegegnung mit der Musik etwas Verlorenes wiederbringt.

Gibt es den Moment, wo das Publikum der perfekten Tribute-Band-Illusion erliegt?

Das emotionale Gehirn lässt sich leicht täuschen. Die Vernunft sagt einem zwar, der da oben auf der Bühne ist nur ein Imitator, aber das emotionale Gehirn wirft einen zugleich komplett in die Zeit zurück, die so schön war. Das sind zwei Gehirnteile, die nicht notwendigerweise zusammenarbeiten.

Was sagt das über die Leute aus, die hingehen? Sie begnügen sich ja mit dem Ersatz.

Man sagt sich: Lieber die Illusion als gar nichts. Die echten Beatles kriegen wir nicht mehr zurück.

Von Matthias Halbig

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