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Top-Thema Nur mal kurz weg
Sonntag Top-Thema Nur mal kurz weg
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20:06 01.07.2016
Einfach mal kurz weg: Wer keine Lust auf Stress im Ferienflieger oder teure Städtereisen hat, muss nicht auf Urlaub verzichten: Tipps für Mini-Ferien "um die Ecke". Quelle: iStock

Zwischen Kloster und Kohlkopf

Üblicherweise zieht es Bodensee-Urlauber auf die Mainau, die Blumeninsel des Grafen Bernadotte. Dabei ist ihre herbere Schwester, die Reichenau, mindestens ebenso sehenswert: Zum einen ist das rund vier Quadratkilometer messende Inselchen, das über einen Damm mit dem Festland verbunden ist, Deutschlands südlichstes Gemüseanbaugebiet. Zum anderen hat die fruchtbare Scholle neben allerlei Vitaminreichem auch baugeschichtlich Bedeutsames zu bieten: Kloster Reichenau gehört zu den wenigen fast vollständig erhaltenen Sakralbauten der karolingischen Zeit und ist Unesco-Welterbe.     dab

Gemüse und Geschichte: Die Insel Reichenau im Bodensee. Quelle: Achim Mende

Auf Stippvisite im Paradies

Es gibt zwei gute Gründe, das an sich nicht übertrieben schmucke Dessau zu besuchen. Erstens: die noch immer reichen Spuren des Bauhauses, von dem ausgehend die gestalterische Moderne eingeleitet wurde. Zweitens: das vor den Toren der Stadt gelegene Dessau-Wörlitzer Gartenreich, das wie kein zweiter Park in Deutschland eine gärtnerische Revolution spiegelt – weg von der Strenge des Barocken hin zur aufgelockerten Weitläufigkeit des englischen Landschaftsparks. Wer das Gartenreich besonders intensiv erleben will, kann Übernachtungen in einigen der historischen Gebäude im Park buchen.     dab

Park nach englischem Vorbild: Das Dessau-Wörlitzer Gartenreich. Quelle: Kulturstiftung Dessau Wörlitz

Großer Goitzschesee

Höchste Zeit, alte Vorurteile über Bord zu werfen! Nirgends geht das besser als in Bitterfeld. Vieles hätte man von der Stadt in Sachsen-Anhalt erwartet, aber nicht das: Am Goitzschesee kann jeder ein Wochenende wie am Mittelmeer erleben. Mit Badestrand, Uferpromenade, einem der ungewöhnlichsten Aussichtstürme und jeder Menge Gastronomie mit Blick aufs Wasser. Zum Übernachten bieten sich ein Feriendorf oder die "Villa am Bernsteinsee" an – oder Hausboote. Wer möchte, kann den gefluteten Tagebau auch vom Paddelboot oder dem Segelschiff "MS Reudnitz" aus genießen.     hk

Das Mittelmeer in Bitterfeld: Der Große Goitzschesee. Quelle: Daniel Schlesinger / CC BY 2.0

Per Zeitmaschine an die Neiße

Wenn man durch die Gassen von Görlitz wandelt, glaubt man, eine Zeitmaschine und nicht das Auto habe einen hierhergebracht. Denn Deutschlands östlichste Stadt, romantisch an der Neiße gelegen, blieb im Zweiten Weltkrieg beinahe unzerstört. Vielleicht würde Deutschland ohne die Nazis vielerorts noch so aussehen? Ein Rundgang durch das heutige Görlitz umfasst ein halbes Jahrtausend Architekturgeschichte. Kein Wunder, dass Hollywoodregisseure den Ort längst als Kulisse entdeckt haben: Görlitz stand Pate in Filmen für das historische New York, Königsberg, Venedig und Paris.     chs

Zeitmaschine und Hollywoodkulisse: Görlitz an der Neiße. Quelle: Sabine Wenzel

Der Schoppen zum Saumagen

Zu Unrecht hat die Pfalz einen eher biederen Ruf. Ob's an Helmut Kohl und dem Saumagen liegt? Letzterer schmeckt übrigens einwandfrei – und wird am besten zu einem kühlen Schoppen genossen. Stilecht lässt sich der Pfälzer Rebsaft in einem der vielen Winzerdörfer entlang der Deutschen Weinstraße verkosten. Zu den Perlen gehört Rhodt unter Rietburg mit seinen alten Winzerhäusern und etlichen lauschigen Straußwirtschaften. Leicht beduselt lässt es sich gleich hinter dem Dorf herrlich durch die Weinberge streifen – bis hinauf zur Sommerfrische der bayerischen Könige, der Villa Ludwigshöhe.     dab

Für Wein- und Wanderfreunde: Die Pfälzer Weinstraße. Quelle: Tourismus Rohdt

Deutschlands letzter Urwald

Gerade die Dichter und Maler der Romantik haben dem Wald in edelsten Versen und subtilsten Farben gehuldigt – seither gilt die Liebe zum Wald als typisch deutsch. Mit 32 Prozent Anteil an der Gesamtfläche ist Deutschland heute allerdings nur noch mäßig bewaldet. Die viel besungene Waldeinsamkeit lässt sich am ehesten noch im Nationalpark Hainich erleben, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet des Landes, gelegen in Thüringen im Städtedreieck Eisenach–Mühlhausen–Bad Langensalza. Ein Highlight ist ein Spaziergang über den Baukronenpfad in 40 Metern Höhe.     dab

Wandern über das Meer aus Baumkronen: Der Nationalpark Hainich. Quelle: Germanytravel/Youtube

Auf ein Bierchen nach Bamberg

Die kleine Bierflucht vorm Massengeschmack führt nach Bamberg. Dort werden 900 Jahre Brautradition lebendig und es gibt weit mehr als das weithin bekannte Rauchbier "Schlenkerla", das nach einer kompletten Brotzeit schmeckt. Zehn Brauereien warten in der Stadt, 90 sind es im Umland. Hier schmeckt Bier so verschieden lecker, dass man all die teuren Craft-Biere getrost vergessen kann. Bamberg, das pittoreske Unesco-Welterbestädtchen, hat zudem den größten historischen Stadtkern in Deutschland. Da fühlt man sich vor seinem Humpen Hopfen und Malz glatt wie in der guten alten Zeit.     big

Biervielfalt und Weltkulturerbe in Bamberg. Quelle: Bamberg Tourismus

Weit draußen auf dem Meer

Wer mal alles hinter sich lassen möchte, der sollte die Hochseeinsel Helgoland ansteuern. Schon die Überfahrt ist auch für Kinder ein Erlebnis. Aber bitte nicht nur wenige Stunden einplanen, denn den Tagesgästen, die sich auf dem Inselplateau drängen, bleibt der wahre Reiz von Helgoland verborgen. Es ist eine einzigartige Stimmung, in den Abendstunden zur Langen Anna zu laufen und das Gefühl zu haben, allein in der Nordsee zu sein. Gekrönt werden die Momente völliger Entrücktheit von dem weiten Strahl des Helgoländer Leuchtturms, der den Schiffen auf dem Meer den Weg weist.     chs

Allein mit der Nordsee: Helgoland wird erst wirklich schön, wenn die Tagestouristen weg sind. Quelle: Sarahoa / CC BY-SA 2.0

Mehr Demokratie wagen: Das galt stets als sympathischer Gedanke. Bis das Referendum in Großbritannien kam. Plötzlich entdeckt die Welt die Risiken der direkten Demokratie – und eine unheilvolle Spaltung der Gesellschaft. Wo Stärke aus Integration wächst, passt die repräsentative Demokratie besser.

Matthias Koch 01.07.2016
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24.06.2016
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Wie fühlt es sich an, wenn man das Schwein kannte, dessen Schnitzel später auf dem eigenen Teller landet? Jan Sternberg hat es auf dem Potsdamer Sauenhain ausprobiert. Auf der ehemaligen Obstplantage werden die Nutztiere ganz langsam gemästet.

24.06.2016