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Gänsehaut für den deutschen Handball

10 Jahre Wintermärchen Gänsehaut für den deutschen Handball

Mit ihrem WM-Titel im eigenen Land haben die Handballer 2007 deutsche Sportgeschichte geschrieben. Heute vor genau zehn Jahren machten sie mit dem Finalsieg das Wintermärchen perfekt. Da werden Erinnerungen wach.

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„Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Getragen von riesiger Handball-Euphorie holten die Kieler Dominik Klein, Henning Fritz und Christian Zeitz (v.li.) den WM-Titel 2007.

Quelle: imago

Kiel. Richtig sentimental wird Heiner Brand nicht. „Ich lebe nicht in der Vergangenheit“, sagt der Weltmeister-Trainer von 2007, gesteht dann aber doch: „Jetzt kommen aber ein paar Gefühle hoch.“ Anlass zum Innehalten ist das zehnjährige Jubiläum allemal. „Ich werde mich mit meiner Frau hinsetzen und ein bisschen daran denken“, sagt Brand. Es sind Erinnerungen an den 4. Februar 2007, den Tag des grandiosen Endspiels gegen Polen (29:24). An eine große Mannschaft, die mit dem Titel im eigenen Land Geschichte schrieb. An einen Handball-Rausch, der Deutschland in den Wochen der WM erfasst hatte.

Unvergessen bleiben die Bilder nach Siegen wie dem dramatischen 32:31 nach zweifacher Verlängerung im Halbfinale gegen Frankreich, als das Team um Kapitän Markus Baur und die drei Kieler Henning Fritz, Christian Zeitz und Dominik Klein nachts von Hunderten Fans am Hotel empfangen wurde. Das Endspiel verfolgten mehr als 16 Millionen Menschen im Fernsehen, der Marktanteil von 58,3 Prozent ist bis heute unerreicht. „Wenn nicht jetzt, wann dann...“ – die WM-Hymne der „Höhner“ schallt noch immer durch die Arenen.

Erinnerungen: Klein bekommt Gänsehaut

Auch Klein, im Januar 2007 seit einem halben Jahr beim THW Kiel unter Vertrag, hat die Ereignisse noch vor Augen. „Die Busfahrt von unserem Quartier in Wiehl nach Köln zum Endspiel – da standen Tausende Fans an der Straße, auf den Brücken. Das war echt geil“, sagt er. „Wenn ich jetzt wieder darüber nachdenke, bekomme ich Gänsehaut.“ Der heute 33-Jährige war damals der Jüngste im Team. „Ich bin unglaublich dankbar, dass ich ein Teil davon sein durfte. Ich durfte viel spielen, stand auch in entscheidenden Situationen auf der Platte, im Halbfinale zum Beispiel.“ Drei Tore erzielte Klein gegen Frankreich, wo er mittlerweile nach zehn Jahren in Kiel eine neue Heimat gefunden hat, darunter ein Kempatrick in der Verlängerung.

„Ich habe hier in Nantes die WM gerade ja hautnah miterlebt, da kamen Erinnerungen hoch“, sagt er. „Frankreich hat seinen Durchmarsch ja gegen Brasilien begonnen – wir haben 2007 in Berlin zum Auftakt auch gegen Brasilien gespielt.“ Es folgte ein Wintermärchen in einem Land im Handball-Fieber. „Wir waren auf einer riesigen Welle, haben das total gelebt“, erinnert sich Klein, für den das Jahr 2007 noch mehr Höhepunkte bereit hielt. „Das war Wahnsinn: Erst der WM-Titel, dann das Triple mit dem THW. Und meine Vertragsverlängerung, ich hatte mir beim besten Klub der Welt das Vertrauen erspielt. Das war das erfolgreichste Jahr meiner Karriere.“

Brand: Mit Free-TV boomt auch WM 2019

Für den deutschen Handball gilt der Triumph als Initialzündung für eine bessere Zukunft. Er löste einen Boom aus, von dem die Nachwuchsarbeit profitierte. Ein Ergebnis ist das Wiedererstarken der Nationalmannschaft, die nach Jahren des Misserfolgs mit einer neuen Generation junger Spieler in die Weltspitze zurückkehrte.

2019 richtet Deutschland mit Dänemark die WM aus. Brand prognostiziert „totale Begeisterung“ im Land. Wichtig sei dabei neben einem erfolgreichen deutschen Team aber vor allem hohe Reichweite. „Die Spiele müssen im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein.“ Nur dann könne es ein neues Wintermärchen geben. Ein Märchen wie 2007.

Von Niklas Schomburg und Christoph Stukenbrock

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Ein Artikel von
Niklas Schomburg
Sportredaktion

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