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Argentinien geschockt: FIFA sperrt Messi für vier Spiele

Fußball Argentinien geschockt: FIFA sperrt Messi für vier Spiele

Eine WM ohne Argentinien? Die Albiceleste hatte bisher vor allem in den Qualifikations-Partien große Probleme, in denen Lionel Messi nicht dabei war - und jetzt fehlt er wegen einer Sperre im Endspurt.

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Superstar Lionel Messi wurde wegen der Beleidigung eines Schiedsrichter-Assistenten für vier Spiele gesperrt.

Quelle: Victor R. Caivano

Buenos Aires. Schock für Argentiniens Nationalmannschaft: Ohne Kapitän Lionel Messi muss der Vize-Weltmeister die entscheidende Phase der Qualifikation für die Fußball-WM in Russland bestreiten. Der Superstar wurde von der FIFA für vier Spiele gesperrt.

Der 29-Jährige vom FC Barcelona habe beim 1:0-Sieg der Albiceleste gegen Chile am 23. Marz einen Schiedsrichter-Assistenten beleidigt, teilte der Fußball-Weltverband unmittelbar vor der Partie Argentiniens in Bolivien mit. Die Sperre galt bereits für das Quali-Spiel in der Höhe von La Paz.

"Messi ist niedergeschlagen und traurig, wie wir alle hier", sagte Teammanager Jorge Miadosqui im bolivianischen Santa Cruz vor dem Abflug nach La Paz. Er sprach von einer unverhältnismäßigen Sperre. "Sie haben nicht nur Messi die Beine abgeschnitten, sondern der ganzen Nationalmannschaft", sagte Miadosqui - er spielte damit auf eine ähnliche Redewendung Diego Maradonas an, der wegen Dopings bei der Fußball-WM 1994 in den USA ausgeschlossen worden war.

Messi wird vorerst durch Ángel Correa von Atlético Madrid ersetzt. Topstar Messi fehlt auch beim schweren Spiel in Uruguay am 31. August, sowie zu Hause gegen Venezuela (5. September) und Peru (5. Oktober). Erst beim Qualifikations-Abschluss in Ecuador darf er wieder spielen.

Die FIFA begründete die drastische Maßnahme mit einem Verstoß gegen Artikel 57 der Disziplinar-Regeln. Zusätzlich muss Messi 10 000 Schweizer Franken zahlen. Überführt wurde der überragende argentinische Spieler der letzten Jahre durch TV-Bilder. Er soll dem brasilianischen Assistenten kurz vor dem Schlusspfiff äußerst obszöne Beleidigungen zugerufen haben.

"Das Fehlen Messis bedeutet ernsthafte Kopfschmerzen für die Nationalmannschaft", meinte die Zeitung "El Clarin". Argentinien ist extrem von Messi abhängig: Er war nur in sechs von 13 Partien bisher dabei, davon gewann Argentinien fünf und verlor eine - in den sieben Partien ohne Messi holte Argentinien nur sieben Punkte.

Spielerisch überzeugte der zweimalige Weltmeister in der Qualifikation nur selten. Es gab zwei Heimniederlagen gegen Ecuador und Paraguay, zwei Remis gegen Peru und Venezuela sowie eine 0:3-Klatsche beim Erzrivalen Brasilien. Immerhin gelang zuletzt ein 1:0-Sieg gegen Nachbar Chile - dank eines Elfmetertors von Messi.

Im Rennen um die Turnierteilnahme in Russland geht es in Südamerika sehr eng zu. Praktisch durch ist nur Brasilien mit dem immer stärker aufspielenden Neymar (30 Punkte). Vor dem gefürchteten Spiel im 3600 Meter hoch gelegenen La Paz hatte Argentinien hinter Uruguay (23 Punkte) als Dritter 22 Punkte. Dahinter lauern aber Kolumbien (21), Ecuador (20), Chile (20) und Paraguay (18). Die ersten vier Teams qualifizieren sich direkt für die WM-Endrunde 2018 in Russland. Der Fünfte muss im November in die Playoffs gegen ein Team aus Ozeanien.

Die Sperre ist der jüngste Tiefpunkt in Messis oft unglücklich verlaufener Nationalmannschafts-Karriere. Anders als mit dem FC Barcelona gelang ihm hier bisher kein großer Erfolg wie einst Diego Maradona, der das Team zum WM-Titel 1986 führte.

2014 verlor Messi mit der Albiceleste das WM-Finale im Maracana in Rio de Janeiro mit 0:1 gegen Deutschland nach Verlängerung. Bei der Copa América unterlag Argentinien im Finale zweimal nacheinander Chile - jeweils im Elfmeterschießen. Nach der Niederlage Ende Juni 2016 und seinem verschossenem Elfmeter hatte Messi entnervt seinen Rücktritt aus dem Nationalteam bekanntgegeben. Sogar Staatspräsident Mauricio Macri forderte den Star anschließend zur Rückkehr auf, bis Messi schließlich einwilligte - und in der WM-Quali wieder zum zentralen Spieler der Argentinier wurde.

dpa

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