16 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Angelique Kerbers unglaublicher Triumph

Australian Open Angelique Kerbers unglaublicher Triumph

Aller guten Dinge sind sieben: Mit ihrem 6:3, 7:5-Premieren-Triumph gegen Victoria Asarenka hat Angelique Kerber am Mittwoch bei den Australian Open Tennis-Geschichte geschrieben. Als erste Deutsche seit Anke Huber 1998 steht die Kielerin in Melbourne im Halbfinale.

Voriger Artikel
DFB soll Hinweise auf Korruption vertuscht haben
Nächster Artikel
Serena Williams erste Finalistin bei Australian Open

Fast ungläubig schlägt Angelique Kerber nach ihrem erfolgreichen ersten Matchball die Hände über den Kopf.

Quelle: Frank Molter

Melbourne. Dort trifft die 28-Jährige am frühen Donnerstagmorgen deutscher Zeit auf Johanna Konta aus Großbritannien (Eurosport live).

Die erste Glückwunsch-SMS kam aus tiefster deutscher Nacht von Schwester Jessica. Danach herrschte auf dem Smartphone von Angelique Kerber der Ausnahmezustand. „Ich habe mir das alles noch gar nicht durchlesen können. Das Wichtigste ist für mich jetzt das nächste Spiel. Ich bin immer noch im Turniermodus und will weiter konzentriert bleiben. Wir schauen mal nach dem Turnier, wem ich dann alles antworten kann“, sagte die Kielerin nach ihrem dritten Einzug in ein Grand-Slam-Halbfinale.

Schon sechs Niederlagen gegen Asarenka

Sechs Mal in sechs Duellen hatte die blonde Linkshänderin in den vergangenen Jahren gegen Asarenka den Kürzeren gezogen. Und zählt man eine Niederlage aus einem Juniorinnen-Match aus dem Jahr 2004 hinzu, sah die Bilanz noch düsterer aus. Vor knapp 12000 Zuschauern in der Rod Laver Arena beendete Angelique Kerber nun aber in beeindruckender Manier diese schwarze Serie. „Ich glaube, der große Unterschied war diesmal, dass ich ihr ganz deutlich gezeigt habe, dass ich das Match gewinnen will, und immer aggressiv geblieben bin“, meinte Kerber. „Jetzt hoffe ich, auch den nächsten Schritt machen zu können.“

Zugegeben, im Vergleich zu ihren vorherigen Auftritten war es gestern der schwächste von Asarenka. Die Vorstellung von Angelique Kerber war allerdings umso imposanter. Mit ihrer druckvollen Spielweise zwang sie Asarenka zu 33 Fehlern, machte selbst nur 16. Und wie sie sich aus schier aussichtslosen Situationen wieder ausbuddelte, verdiente den allerhöchsten Respekt. Sie schien sich gleichsam in die Gedanken ihrer Kontrahentin eingeschlichen zu haben. Im ersten Satz begann Kerber nach einer vermeintlich sicheren 4:0-Führung plötzlich zu wanken, fiel aber nicht. Im zweiten Durchgang kam sie von einem 2:5-Rückstand zurück und wehrte fünf Satzbälle der Weißrussin ab.

Siegertänzchen nach dem Matchball

Nach 1:45 Stunden verwandelte die Weltranglistensiebte ihren ersten Matchball, um dem völlig entzückten Publikum ihr Siegertänzchen zu präsentieren. Völlig losgelöst jubelte die an Nummer sieben gesetzte Norddeutsche noch auf dem Court: „Ich bin einfach nur happy, dass ich sie endlich geschlagen habe und hier erstmals im Halbfinale stehe. Ich habe mir einfach gesagt, spiele genauso, wie auf dem Trainingsplatz. Ich kann das alles noch gar nicht in Worte fassen.“ Die Kielerin fügte noch einen bemerkenswerten Satz hinzu: „Sie hat das Spiel nicht verloren, sondern ich habe es gewonnen.“

Während hierzulande 18 Jahre auf ein Melbourne-Halbfinale mit weiblicher deutscher Beteiligung gewartet werden musste, setzte Kerbers kommende Gegnerin Johanna Konta noch einen drauf. Sie ist die erste Britin in einem Grand-Slam-Semifinale seit Jo Durie 1984. Die ungesetzte Engländerin, aktuell die Nummer 47 der Weltrangliste, hatte gestern mit 6:4, 6:1 den erstaunlichen Lauf der chinesischen Qualifikantin Zhang Shuai (WTA 133) beendet. Vor dem ersten Duell mit Angelique Kerber überhaupt sieht die 24-Jährige sich als krasse Außenseiterin: „Sie ist eine Top-Ten-Spielerin und hat schon sehr viel erreicht. Ich werde aber alles versuchen, um noch eine Überraschung zu schaffen.“

Derweil kommentierte Kerber ihre Favoritenrolle erfahrungsgemäß unaufgeregt: „Ich werde einfach versuchen, nicht daran zu denken, dass es ein Halbfinale ist.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Bei SmartBets findest du alle Wettquoten und Buchmacher der 1. Bundesliga.
Mehr zum Artikel
Australian-Open
Foto: Nachdem sie ihren Asarenka-Fluch besiegt und erstmals den Sprung ins Halbfinale der Australian Open geschafft hatte, ließ Angelique Kerber ihren Schläger einfach aus der Hand fallen und blickte ungläubig zu ihrem Trainerteam auf der Tribüne.

In der Vergangenheit galt Angelique Kerber als nicht tough genug, um auf der großen Bühne zu bestehen. Die Nerven machten ihr in den wichtigen Spielen oft einen Strich durch die Rechnung. 2016 soll das anders werden — und der Auftakt in Melbourne ist vielversprechend.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Aktuelle Sport News - Aus der Welt 2/3