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Schatten über Melbourne

Australian Open Schatten über Melbourne

Der Himmel war blau, aber gleichwohl zogen über der Rod Laver Arena von Melbourne dunkle Wolken auf. Noch bevor der erste Ball bei den Australian Open überhaupt gespielt war, sorgten Meldungen über Wettmanipulationen auf der Tour für Wirbel.

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Sonnenuntergang über der vollbesetzten Rod Laver Arena vor der Skyline von Melbourne. Der erste Turniertag der Australien Open wurde von Gerüchten um Spielabsprachen und Wettmanipulationen im internationalen Tennis überschattet.

Quelle: Made Nagi/dpa

Melbourne. Nach Berichten der britischen BBC und des US-Portals „Buzzfeed“ sollen insgesamt 16 Tennisprofis aus den Top 50 in den vergangenen zehn Jahren in Spielabsprachen verwickelt gewesen sein. Die brisanten Informationen basieren den Berichten zufolge auf geheimen Dokumenten. Darin würden allerdings weder Namen genannt noch endgültige Beweise für die Behauptungen vorgelegt. Aber Matchabsprachen seien im Tennis weit verbreitet, so die BBC. Ein offenes Geheimnis also, das die Verantwortlichen in den großen Verbänden angeblich unter den Tisch kehren. Gerüchten um Wettbetrug sei nicht intensiv nachgegangen worden, so der Vorwurf.

Acht Verdächtige sollen allein in diesen Tagen am Yarra River aufschlagen. Hinter vorgehaltener Hand machte im Pressebereich unter anderem der Name des Spaniers Fernando Verdasco die Runde. In einer eiligst einberufenen Pressekonferenz dementierte der Präsident der „Association of Tennis Professionals“ (ATP), Chris Kermode, die Vorwürfe vehement. „Es wurden von unserer Seite keine Kenntnisse von manipulierten Tennisspielen zurückgehalten“, sagte der 51 Jahre alte englische Ex-Profi. „Es gibt hier eine Null-Toleranz-Politik.“ Um gegen Spieler vorgehen zu können, brauche man aber Beweise.

Djokovic berichtete von Erfahrungen

Während sich die Weltranglisten-Erste Serena Williams aus den USA überrascht über die Berichte zeigte und meinte, sie wisse nichts von Manipulationen, zauberte ihr männliches Pendant, der Serbe Novak Djokovic, eine hübsche, wenn auch erschreckende Anekdote aus dem Hut. 2007 seien ihm 200000 Dollar für eine Erstrundenniederlage beim Turnier in St. Petersburg angeboten worden. „Das wurde über mein Team an mich herangetragen“, erzählte er nach seinem lockeren Auftaktsieg gestern gegen den Koreaner Hyeon Chung. „Für manche mag es eine Gelegenheit sein. Für mich ist es ein Akt von Unsportlichkeit, ein wahres Sportverbrechen, für das es speziell im Tennis keinen Raum geben darf“, sagte der Schützling von Boris Becker.

Auch Andrea Petkovic gab an, von derartigen Versuchen schon mal gehört zu haben, wenn auch nur auf unterer Turnierebene. „Die Jungs aus unserer Akademie in Offenburg haben so etwas erzählt. Wenn du ein 10000- oder 15000er-Future-Turnier gewinnst, gehst du bei den ganzen Ausgaben für Reise und Trainer meist im Minus raus. Kein Wunder, dass der eine oder andere dann schwach wird“, sagte die Darmstädterin. „Das Einzige, was man dagegen machen kann, ist entweder das Preisgeld erhöhen oder Wetten bei den kleinen Turnieren ganz verbieten.“ Vor allem Wettsyndikate aus Russland und Italien sollen in die Fälle verstrickt sein.

Sportlich enttäuschender Auftakt

Sportlich verlief der erste Turniertag für die Hessin enttäuschend. Den „frischen Wind“, für den ihr neuer Coach Jan de Witt stehen soll, konnte sie gegen die russische Weltranglisten-109. Jelisaweta Kulitschkowa nicht in die Waagschale werfen. „Ich lasse die Wut zwar nicht mehr so nah an mich ran wie früher, aber das war trotzdem eine Backpfeife für mich, auch wenn ich mich auf dem richtigen Weg sehe.“

Vor Petkovic war bereits Philipp Kohlschreiber klar gegen den Japaner Kei Nishikori gescheitert (4:6, 3:6, 3:6). Qualifikant Daniel Brands feierte hingegen seinen Sieg gegen Victor Estrella Burgos aus der Dominikanischen Republik (6:4, 7:6, 4:6, 6:1). Anna-Lena Friedsam bezwang auf dem Nebencourt Lourdes Dominguez Lino aus Spanien mit 7:6, 2:6, 6:1.

In der Nacht zu Dienstag greifen neben der Kielerin Angelique Kerber auch die restlichen elf Deutschen in das Turnier ein.

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Spieler aus den Top 50 sollen in Spielmanipulation verwickelt sein.

So hatten sich die Veranstalter der Australian Open den Start nicht vorgestellt. Medienberichte über mögliche Wettmanipulationen haben den Auftakt in Melbourne überschattet. Belastbare Beweise gibt es aber noch nicht, ebenso wenig konkrete Namen aktiver Spieler.

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