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DFB-Chef Grindel gegen Platini-Auftritt in Athen

Fußball DFB-Chef Grindel gegen Platini-Auftritt in Athen

Der wegen Ethikvergehen gesperrte Michel Platini bekommt beim UEFA-Kongress noch einmal eine große Bühne - mit Erlaubnis der FIFA-Regelhüter. Für DFB-Präsident Reinhard Grindel ist dies ein fatales Signal gegen die erhoffte Erneuerung.

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Die FIFA gewährt Michel Platini beim Kongress der Europäischen Fußball-Union einen Auftritt als Redner.

Quelle: Federico Gambarini

Athen. Mit deutlicher Kritik hat DFB-Präsident Reinhard Grindel auf die Redeerlaubnis für den gesperrten UEFA-Chef Michel Platini beim Kongress in Athen reagiert.

"Der UEFA-Kongress muss geprägt sein vom Programm des neuen Präsidenten und nicht von den Fehlern seines Vorgängers", sagte Grindel der Deutschen Presse-Agentur.

Kurz zuvor hatte die zuständige Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes dem Franzosen trotz seiner Ethiksperre erlaubt, vor den UEFA-Delegierten am 14. September zu sprechen. Dies hatte Platini als seinen Wunsch formuliert. Er wolle sich anständig von den ehemaligen Kollegen verabschieden. "Ich hätte mir gewünscht, dass Michel Platini auf einen Auftritt verzichtet. Dieser Kongress muss in die Zukunft und nicht in die Vergangenheit gerichtet sein", sagte Grindel.

Die Ethikregularien sehen bei Sperren eigentlich einen Bann von allen Fußball-Aktivitäten vor. Mit der Redeerlaubnis für Platini vor den UEFA-Delegierten wird somit ein Präzedenzfall geschaffen. In Athen kürt die UEFA den Nachfolger Platinis, der den Verband seit 2007 angeführt hatte.

Bis heute wird der Franzose noch als UEFA-Chef auf der Homepage geführt. Einen Interimschef hatte der Verband nicht bestellt. Formal führte Vize-Präsident Angel Maria Villar Llona die Geschäfte. Der Spanier hatte seine Kandidatur als möglicher Platini-Nachfolger in der Vorwoche zurückgezogen. In Athen stehen der vom DFB unterstützte Slowene Aleksander Ceferin und Michael von Praag aus den Niederlanden zur Wahl.

Platini war wegen seiner Verbannung von allen Fußball-Aktivitäten im Mai zurückgetreten. Zuvor hatte der Internationale Sportgerichtshof CAS seine Sperre lediglich von sechs auf vier Jahre reduziert. Der Vorwurf einer unlauteren Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken vom ehemaligen FIFA-Chef Joseph Blatter aus dem Jahr 2011 blieb allerdings bestehen. Platini beharrt darauf, dass dies eine reguläre Gehaltsnachzahlung aus seiner Beratertätigkeit für Blatter um die Jahrtausendwende gewesen sei.

Die FIFA-Ethiker hatten Platini auch einen Besuch der Spiele bei der Fußball-Europameisterschaft im Sommer nach einer UEFA-Einladung erlaubt, solange er dabei nicht in offizieller Funktion erscheine. Der gesperrte Funktionär hatte allerdings keine Partie des Turniers in seinem Heimatland besucht.

dpa

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