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Dänen verderben Oranje Partylaune

Fußball Dänen verderben Oranje Partylaune

Auch am Tag danach herrschten im Oranje-Lager noch Fassungslosigkeit, Frust und Entsetzen. Mit hängenden Köpfen und müden Gesichtern trabten die niederländischen Fußball-Stars am Sonntagmittag durch das Reymana-Stadion von Krakau.

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So platt wie Arjen Robben fühlten sich die meisten Niederländer nach der Dänemark-Pleite.

Quelle: Kim Ludbrook

Charkow. Erst nachts um zwei Uhr war der Vizeweltmeister aus Charkow wieder im polnischen Teamquartier eingetroffen. Im Gepäck die bittere 0:1-Auftaktniederlage gegen Dänemark und die Erkenntnis, am Mittwoch gegen Deutschland praktisch bereits vor dem ersten Finale dieser Europameisterschaft zu stehen.

"Es ist klar, dass wir am Tag nach so einem Spiel keine Polonaise laufen", sagte van Marwijk im niederländischen TV-Sender NOS. Untergangsstimmung habe er aber nicht ausgemacht. "Das ist die Ruhe vor dem Sturm. Jeder weiß, dass es gegen Deutschland um alles geht." Eine weitere Niederlage könnte für den Vizeweltmeister bereits das Aus bedeuten, wenn Dänemark zuvor gegen Portugal punktet.

Trotz des verpatzten EM-Starts will van Marwijk gegen Deutschland an seiner Taktik nichts ändern. "Wir werden auch am Mittwoch offensiv spielen. Allerdings müssen wir kontrolliert angreifen. Wir dürfen dem Gegner nicht ins offene Messer laufen", sagte der 60-Jährige.

Die Oranje-Profis wollten am Sonntag nicht über die Pleite vom Vortag reden. Zumindest nicht mit den Medien. Untereinander herrschte dagegen ein reger Meinungsaustausch. Van Marwijk führte zahlreiche Einzelgespräche. Immer wieder hob der Bondscoach dabei fragend die Schultern in die Höhe. Wie die Partie gegen die Dänen trotz drückender Überlegenheit und einem deutlichen Chancenplus verloren gehen konnte, machte van Marwijk auch 16 Stunden später noch ratlos.

Während die Ersatzspieler um den wiedergenesenen Joris Mathijsen und den hochmotivierten Klaas-Jan Huntelaar ihr Abschlussspielchen absolvierten, hockten van Bommel, Wesley Sneijder und Arjen Robben am Spielfeldrand und diskutierten intensiv über den missratenen EM-Start. Antworten schienen auch sie nicht gefunden zu haben, als sie mit grimmigen Mienen wieder in den Teambus stiegen.

Van Marwijk hatte jeglichen Gedanken an ein frühes Scheitern beim Turnier in Polen und der Ukraine am Samstagabend zurückgewiesen. "Ich weigere mich, schon von einem Ausscheiden zu sprechen. Es macht keinen Sinn, jetzt negativ zu denken", betonte er nach seinem misslungenen 50. Spiel als Nationaltrainer.

Die Zuversicht in der Heimat ist jedoch bereits verflogen. Hatten bei einer Umfrage der Tagezeitung "De Telegraaf" vor dem Turnier noch fast 70 Prozent vom Titel gesprochen, erwarten nun 80 Prozent der rund 21 000 Teilnehmer ein Vorrunden-Aus ihrer Helden.

Dass der Erzrivale aus Deutschland seine Partie dank des Tores von Mario Gomez mit 1:0 gegen Portugal gewann, macht es für den Europameister von 1988 nicht leichter. "Das wird kein leichtes Spiel. Aber unsere Aufgabe ist nun, Deutschland zu schlagen. Das weiß jeder Spieler", betonte van Marwijk.

Für die bis dato von der eigenen Klasse überzeugten Profis und die Tausenden mit Campingwagen, Auto und Flugzeug nach Charkow gereisten Fans aus dem Nachbarland ist das frühe Aus eine Horrorvorstellung. Für den glücklichen Dänen-Trainer Morten Olsen hingegen ein durchaus denkbares Szenario, genauso wie der eigene Einzug ins Viertelfinale. "Wir haben jetzt eine gute Ausgangsbasis. Wenn wir unseren höchsten Level wieder erreichen und etwas Glück haben, können wir auch Portugal bezwingen", befand der 62-Jährige bestens gelaunt.

Ausgerechnet Michael Krohn-Dehli, der acht Jahre lang in der Ehrendivision für RKC Waalwijk, Sparta Rotterdam und Ajax Amsterdam spielte, erwies sich mit seinem Siegtreffer (24. Minute) vor 35 923 Zuschauern im Metalist-Stadion als Oranje-Stimmungstöter. "Genugtuung" verspüre er nicht, meinte der 29-Jährige. "Aber es ist schon schön. Ich habe eine holländische Freundin und noch viele Freunde dort. Sie werden sich für mich freuen."

dpa

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