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Dreifach-Box-Olympiasieger Stevenson gestorben

Boxen Dreifach-Box-Olympiasieger Stevenson gestorben

Er beherrschte das Schwergewichtsboxen bei den Amateuren wie Muhammad Ali bei den Profis. Das Duell mit dem "Größten" blieb Teófilo Stevenson allerdings verwehrt.

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Freunde und Verwandte erweisen Teófilo Stevenson in Havanna die letzte Ehre.

Quelle: Alejandro Ernesto

Havanna. Dafür hätte er Fidel Castro verraten müssen. Im Alter von 60 Jahren ist der Kubaner nun gestorben.

Drei olympische Goldmedaillen, drei Weltmeistertitel, elfmal kubanischer Meister, elf Jahre lang unbesiegt: Daran, dass er der erfolgreichste Amateurboxer der Welt im Schwergewicht war, ließ Teófilo Stevenson nie einen Zweifel. Aber war er auch der beste Boxer der Welt? Ganz ehrgeiziger Sportler, hätte sich der Beste nur zu gerne mit dem "Größten" gemessen: mit Profi-Weltmeister Muhammad Ali.

Aber dazu hätte Stevenson "Máximo Líder" Fidel Castro verraten und aus seiner geliebten Heimat flüchten müssen - auf Kuba ist der Profisport verboten. Angebote in Millionenhöhe von Promotern wie Don King konterte Stevenson mit dem legendären Satz: "Was ist eine Million Dollar gegen acht Millionen Kubaner, die mich lieben?"

Am Montag Stevenson im Alter von 60 Jahren in Havanna an einem Herzinfarkt gestorben. Wie Nachbarn berichteten, war der Tod Stevensons unerwartet. "Am Abend ging es ihm noch gut", sagte einer seiner Freunde der Nachrichtenagentur dpa in Havanna. Allerdings war der ehemalige Boxer bereits Ende Januar wegen Blutgerinnseln in der Herzgegend 15 Tage lang im Krankenhaus behandelt worden.

"Ich bin erschüttert", sagte der 16-malige deutsche Meister im Schwergewicht Peter Hussing der dpa. Hussing verlor zweimal bei Weltmeisterschaften gegen Stevenson, bei den Olympischen Spielen 1972 in München scheiterte er im Halbfinale am Kubaner. "Da war ich noch guter Dinge und auf einmal schlug es ein", sagte Hussing. "Stevenson war ein Ausnahmeathlet. Er war so eine Erscheinung, dass er mich schon beeindruckt hat, wenn er mir nur im Ring gegenüberstand. Gegen ihn wusste ich einfach nicht, was ich machen sollte."

Stevenson, der Stilist mit der gefürchteten rechten Schlaghand, hatte in München, 1976 in Montreal sowie 1980 in Moskau jeweils olympisches Gold geholt. Neben Stevenson gewannen lediglich sein kubanischer Nachfolger Felix Savon und der Ungar Laszlo Papp ebenfalls jeweils drei olympische Goldmedaillen.

Stevenson, der seinen ersten Boxkampf im Alter von 14 Jahren verlor, hätte es nur zu gerne zum alleinigen Rekordhalter des olympischen Boxens gebracht. Aber 1984 konnte er wegen des kubanischen Boykotts der Spiele in Los Angeles nicht noch einmal um Gold kämpfen. Den späteren Olympiasieger Tyrell Biggs (USA) hatte er zuvor bereits zweimal besiegt. Für einen Profikampf mit Ali wurden Stevenson in den siebziger Jahren fünf Millionen Dollar geboten. Aber er blieb Staatsamateur, er blieb Castros treuer Botschafter. "Mein Kuba würde ich nicht gegen alles Geld in der Welt tauschen", sagte er damals.

Ali und Stevenson wurden später Freunde. Sie trafen sich, als der Amerikaner nach Kuba reiste und Castro besuchte. Und auch Stevenson flog zum Klassenfeind in die USA - kehrte aber immer wieder auf seine Insel zurück. 1986 trat Stevenson ab - mit einem Kampfrekord von 302 Siegen bei 22 Niederlagen. Nach seiner aktiven Karriere arbeitete er bis zu seinem Tode als Vizepräsident des kubanischen Boxverbandes.

dpa

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