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Eintracht in der Krise: Vier Gründe für vier Niederlagen

Fußball Eintracht in der Krise: Vier Gründe für vier Niederlagen

Viermal nacheinander hat Eintracht Frankfurt in der Bundesliga verloren. Das Überraschungsteam der Hinrunde droht in der Tabelle durchgereicht zu werden. Daran sind nicht nur die Schiedsrichter schuld.

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Frankfurts Trainer Niko Kovac und Schiedsrichter Günter Perl hatten viel Diskussionsbedarf.

Quelle: Thorsten Wagner

Frankfurt/Main. Der Verantwortliche für das 1:2 (1:1) gegen den SC Freiburg war aus Frankfurter Sicht schnell gefunden. Schiedsrichter Günter Perl hatte beim Freiburger Siegtreffer übersehen, dass der zweifache Torschütze Florian Niederlechner im Abseits stand.

Außerdem verweigerte Perl der Eintracht beim Stand von 1:1 ein reguläres Tor. "Die entscheidenden Momente werden gegen uns gepfiffen", klagte Sportdirektor Bruno Hübner. Doch dass Eintracht Frankfurt in der Fußball-Bundesliga viermal in Serie verloren hat und immer mehr Gefahr läuft, seinen Europa-League-Platz zu verspielen, liegt nicht nur an den Referees. Dafür gibt es noch andere Gründe.

Die Personalprobleme

Auch gegen Freiburg fehlten der Eintracht zehn gesperrte oder verletzte Spieler. Dazu saß Torjäger Alexander Meier wegen Unwohlseins zunächst auf der Bank. David Abraham gesperrt, Jesus Vallejo und Marco Fabian verletzt, Szalbolcs Huszti verkauft und Meier nicht richtig fit: Fast die Hälfte der eingespielten Erfolgsformation aus der Hinrunde stand Niko Kovac zuletzt nicht zur Verfügung. Vor allem in der Defensive, dem eigentlich stärksten Mannschaftsteil, muss der Trainer ständig umbauen und neue Löcher stopfen. Im nächsten Spiel beim deutschen Meister Bayern München fällt auch Bastian Oczipka aus, der seine fünfte Gelbe Karte sah.

Das neue Gesicht

Eine kompakte Abwehr. Ein frühes Stören des Gegners. Eine Leidenschaft und Laufstärke, die fast jede andere Mannschaft einschüchterte. Das waren die großen Stärken der ersten Saisonhälfte. Nur hat die Eintracht fast alle dieser Stärken eingebüßt. Sie spielt stattdessen verkrampft und verunsichert. Als habe die Mannschaft ihre eigenen Qualitäten zunächst überschätzt und komme jetzt nicht damit klar, dass sie wieder nach hinten durchgereicht werden kann. "Ich habe immer schon gesagt: Wir sind eine Mannschaft, die erst einmal 40 Punkte haben muss. Und wir sind eine Mannschaft, die nicht so stark ist, wie viele schon geglaubt und geschrieben haben", sagte Kovac.

Die Transfers

Die Verantwortlichen betonen es Woche für Woche: Die Eintracht hat nicht das Geld, um sich zu verstärken. Sie hätte Österreichs Nationalspieler Julian Baumgartlinger von Bayer Leverkusen im Winter gerne geholt, aber nie im Leben bezahlen können. Stattdessen kamen drei Perspektivspieler, die dem Verein vielleicht in ein, zwei Jahren helfen können: Andersson Ordonez (23 Jahre), Max Besuschkow (19), Marius Wolf (21). Das Problem ist: Die Eintracht hat in der Abwehr und im defensiven Mittelfeld einen akuten Bedarf, den sie im Winter nicht etwa behoben, sondern noch verstärkt hat. Schließlich ließ sie in Szabolcs Huszti einen wichtigen Mann nach China gehen, der im Zentrum des Spiels fehlt. Diese Transferpolitik rächt sich jetzt.

Die Disziplin

Die Frankfurter schwächen sich permanent selbst. Sie waren bei Hertha BSC (0:2) kurz davor, den Ausgleich zu schießen, als Haris Seferovic die Rote Karte sah. Sie lagen gegen Freiburg verdient vorn, als sie den Gegner zum 1:1 einluden. Und der talentierte Ante Rebic hat sich selbst so wenig im Griff, dass er wiederholt an der Grenze zum Platzverweis agiert. Trainer Kovac sieht seine Spieler zu Unrecht als "Tretertruppe" verunglimpft. Er ist der Meinung: Die Schiedsrichter beäugen sie besonders kritisch. Aber solche Debatten schaden dem Team mehr, als dass sie etwas bewirken. Wer sich ständig benachteiligt fühlt, ist leichter aus dem Konzept zu bringen. So verliert die Eintracht noch mehr von der Stabilität, die sie so dringend braucht.

dpa

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