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FIFA schließt Korruptions-Untersuchung ab

Fußball FIFA schließt Korruptions-Untersuchung ab

Nach 22 Monaten schließt die FIFA ihre interne Untersuchung des Korruptionsskandals rund um den Fußball-Weltverband ab. Wer auf neue Details oder Namen hofft, wird aber enttäuscht. Die Justizbehörden in der Schweiz und den USA sind weiter am Zug.

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Präsident Gianni Infantino: «FIFA hat sich zu einer sorgfältigen und umfassenden Untersuchung der Fakten verpflichtet».

Quelle: Ennio Leanza

Zürich. 22 Monate Untersuchung, mehr als 20 000 Seiten Beweise: Doch auch mit Abschluss der internen Ermittlungen ist der FIFA-Korruptionsskandal noch lange nicht beendet.

Nach der Prüfung von 2,5 Millionen Dokumenten übermittelte der Fußball-Weltverband seinen Untersuchungsbericht an die Schweizer Behörden - Inhalte der Ermittlungen wurden jedoch nicht öffentlich gemacht. Dies sei aufgrund der laufenden Strafuntersuchungen der Schweizer Bundesanwaltschaft und des US-Justizministeriums untersagt. Andernfalls würden Strafen drohen, hieß es von einer Quelle, die mit den FIFA-Ermittlungen vertraut ist.

"Die FIFA hat sich zu einer sorgfältigen und umfassenden Untersuchung der Fakten verpflichtet, um allfällige Schuldige zur Rechenschaft zu ziehen und mit den Behörden zusammen zu arbeiten", sagte FIFA-Chef Gianni Infantino. Vorgänger Joseph Blatter war wegen einer Millionenzahlung an den ebenfalls gesperrten Ex-UEFA-Chef Michel Platini für sechs Jahre verbannt worden. Im September 2015 eröffnete die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) ein Strafverfahren gegen Blatter wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung.

Nach dem Erhalt des FIFA-Berichts gibt es derzeit noch keine neuen Verfahren durch die Schweizer Behörden. Man begrüße den Austausch von Informationen und die "enge und beständige Kooperation" der FIFA, teilte die BA auf Anfrage mit. Die anhängigen Verfahren bezögen sich weiterhin auf die bislang bekannten und weitere unbekannte Personen, hieß es weiter. Über die Dauer könne keine Prognose gemacht werden.

Ende April sollen als Ergebnisse der internen Untersuchung konkrete Änderungen an den Führungs- und Finanzstrukturen veröffentlicht werden, teilte die FIFA weiter mit. Der Weltverband werde sich "nun wieder auf den Fußball konzentrieren", erklärte Infantino.

Dies ist jedoch Wunschdenken - die endgültige juristische Aufarbeitung der Korruptionsskandale wird sich noch lange hinziehen. In der Schweiz läuft ein Verfahren wegen Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022. In den USA gab es im Zuge des Skandals seit Ende Mai 2015 mehr als 40 Anklagen unter anderem wegen Bestechung, Erpressung und Geldwäsche.

Die öffentlichkeitswirksame Verkündung, die eigene Untersuchung abgeschlossen zu haben, darf auch als Signal in Richtung des amerikanischen Justizministeriums verstanden werden. Im laufenden US-Verfahren gilt die FIFA bislang als Opfer, kann nach amerikanischem Recht somit von Verurteilten Entschädigung verlangen. Die Strategie sei, zu kooperieren, das Fehlverhalten Einzelner offenzulegen und die Organisation als solche zu schützen, hieß es.

Über die genauen Kosten für die internen Untersuchung gab es keine Angaben, diese dürften aber locker in zweistelliger Millionenhöhe liegen. Schon im Jahr 2015 hatte die FIFA ihre Finanzkalkulation um 122 Millionen Dollar verfehlt - Grund dafür waren damals hauptsächlich Anwaltskosten durch die diversen Korruptionsskandale.

Das Schweigen über Inhalte des eigenen Berichts erscheint dabei aus eigenem Interesse gut begründet. Dass der Deutsche Fußball-Bund im Skandal um die WM-Vergabe 2006 seine interne Untersuchung durch die Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer veröffentlichte, kritisierten die Schweizer Behörden vor gut einem Jahr scharf. Sie sahen dadurch ihre eigenen Ermittlungen gefährdet.

Unterdessen erhob der für vier Jahre gesperrte Platini deutliche Vorwürfe gegen die FIFA. "Sie haben etwas gesucht, um mir zu schaden", sagte der Franzose der französischen Tageszeitung "Le Monde". "Die diversen internen Instanzen der FIFA sind von den Leuten instrumentalisiert worden, die die Strippen zogen." Auch für Blatter wählte Platini harte Worte. "Das ist der größte Egoist, den ich in meinem Leben gesehen habe", so der Franzose. "Er hat immer gesagt, dass ich sein letzter Skalp sein würde."

dpa

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