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Eine emotionale Achterbahnfahrt

Fed-Cup-Halbfinale Eine emotionale Achterbahnfahrt

Als die Höflichkeitsrituale mit dem Gegner ausgetauscht und die eigenen Spielerinnen getröstet waren, wusste Barbara Rittner für einen Moment nicht, wohin mit sich.

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Barbara Rittner hockte nach dem Halbfinalaus im Fed Cup minutenlang mit leerem Blick an der Bande der Adler-Arena in Sotschi.

Quelle: Frank Molter

Sotschi. Deutlich angezählt schlurfte die Teamchefin auf dem Center-Court mit gesenktem Kopf allein umher. Ein bisschen erinnerte die Szene an den Beckenbauer-Auftritt 1990 in Rom. Mit dem Unterschied, dass die deutschen Tennis-Damen nicht den WM-Titel gewonnen, sondern das Fed-Cup-Halbfinale mit 2:3 verloren hatten.

Die einwöchige emotionale Achterbahnfahrt gleich neben dem Olympia-Vergnügungspark war nichts für schwache Nerven. Erst die verspätete Anreise der von der US-Tour völlig ausgepumpten Andrea Petkovic und Angelique Kerber. Dann die Reaktionen auf Rittners Personalentscheidung, auf Sabine Lisicki und Julia Görges in den Eröffnungseinzeln zu setzen. Und dann die famose, aber ungekrönte Aufholjagd, nachdem das DTB-Quartett gegen das russische B-Team ohne Maria Scharapowa und Jekaterina Makarowa bereits mit 0:2 in Rückstand geraten war.

Trotz der Niederlage verzichteten die deutschen Damen und der Betreuerstab im Mannschaftshotel nicht auf den finalen Teamabend. Vis-à-vis zu den am Nebentisch feiernden Russinnen, versuchten Angelique Kerber, Julia Görges & Co. an der Hotelbar die Enttäuschung über die verpasste Neuauflage des Vorjahres-Endspiels gegen Tschechien zumindest zu lindern. Beim ersten von Andrea Petkovic initiierten Selfie konnten sie schon wieder strahlen. Auch Rittner versuchte, auf andere Gedanken zu kommen. Der Frust war der 41-Jährigen noch immer deutlich anzusehen. Anstatt des Finales vor heimischen Publikum im November steht der nächste Fed-Cup-Einsatz nun erst im Februar 2016 an.

Während die Bundestrainerin auf der Abschlusskonferenz zum zigsten Mal ihre Nominierung rechtfertigen musste („Ich hatte meine Gründe und würde es wieder so tun“) und DTB-Präsident Ulrich Klaus der Mannschaft seinen „Respekt“ aussprach, verzichtete Andrea Petkovic ausnahmsweise auf ihre Kampfansagen. Gelingt der Versuch, den Fed-Cup nach Deutschland zurückzuholen, nun endlich im kommenden Jahr? „Ich sage diesmal nichts, vielleicht gewinnen wir dann den Titel“, meinte die Darmstädterin, die nach dem verlorenen Doppel noch auf dem Platz viele Tränen vergossen hatte.

Zeit zum Wundenlecken bleibt nicht: Ab Dienstag stehen die DTB-Damen beim WTA-Turnier in Stuttgart auf dem Platz – ohne Andrea Petkovic. Sie sagte ihre Teilnahme wegen Oberschenkelproblemen kurzfristig ab. Beim Porsche Grand-Prix könnte Angelique Kerber gleich in Runde zwei auf Maria Scharapowa treffen. Wie Kerber ist die Russin Markenbotschafterin des Hauptsponsors und hat sich wieder fit gemeldet.

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