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Das Hass-Match von Court 2

French Open Das Hass-Match von Court 2

Es ist DIE Geschichte der bisherigen French Open: Theater, Schauspiel, Zirkus, Thriller – jeder dieser Begriffe trifft auf das Match zwischen der Französin Alize Cornet und Tatjana Maria aus Bad Saulgau zu.

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Streit statt Shakehands: Tatjana Maria (re.) und Alize Cornet sagten einander nach Schluss des Matches ein paar deutliche Worte unter dem Schiedsrichterstuhl.

Quelle: Frank Molter

Paris. So blumig die Beschreibungen, so eindeutig die Analyse: Mit Tennis hatte das Zweitrundenspiel – zum Leidtragen der Deutschen – am Ende nichts mehr zu tun. Zu allem Überfluss sind mit Julia Görges und Annika Beck auch die letzten beiden deutschen Damen aus dem Turnier ausgeschieden.

Court 2 – natürlich. Es war nicht das erste Mal, dass auf dem engen Platz gleich an der Avenue de la Porte d' Auteuil ein Drama mit deutscher Beteiligung über die Bühne ging. Die Kielerin Angelique Kerber hatte hier beispielsweise 2012 eine historische Schlacht gegen Flavia Pennetta aus Italien geschlagen. Die war allerdings nichts gegen die Drehbuchvorlage vom Donnerstagabend.

Was ist passiert?

Im Match gegen Tatjana Maria, die erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier über die Eröffnungsrunde hinausgekommen war, gewinnt die favorisierte Französin Alize Cornet Satz Nummer eins. Im zweiten Durchgang deutlich aggressiver, schafft Maria den Satzausgleich.

Da Cornet plötzlich mit Krämpfen zu kämpfen hat, scheint der finale Satz nur noch Formsache für die 28-jährige Deutsche. Und spätestens als Cornet im dritten Satz nach einem Schmetterball vom Oberschiedsrichter und einer Physiotherapeutin zu ihrem Stuhl geschleift wird, scheint das Achtelfinale zum Greifen nah. Maria tut dann das, was man gegen eine Gegnerin mit Krämpfen machen sollte: Sie bringt sie mit Stopps zum Laufen – für die Pariser Tennis-„Fans“ Grund, sie permanent auszupfeifen. Court 2 verwandelt sich in ein französisches Tollhaus. Cornet ist hingegen während der Ballwechsel nichts anzumerken, so wie sie jedem Ball hinterher sprintet.

Trotzdem lässt sich Cornet jetzt bei jedem Seitenwechsel behandeln. Und hier kommt das Problem: Krämpfe sind nach den Regeln keine Verletzung, für die man eine „Medical Timeout“ nehmen darf, um sich behandeln zu lassen. Als der Oberschiedsrichter Cornet darauf hinweist, gibt diese unter Tränen an, eine Oberschenkelverletzung zu haben – im linken Bein. Kurze Zeit später behandelt die Physiotherapeutin das rechte. Es soll weiter gespielt werden. Aber Cornet gönnt sich weiter ihre Pausen auf der Bank, wechselt die Socken und überzieht in aller Seelenruhe die zulässige Wechselzeit. Wichtige Minuten für eine von Krämpfen geplagte Sportlerin. Auf die überfällige Verwarnung der Schiedsrichterin wartet das Team in Marias Box vergeblich. Es ist ebenfalls längst zum Ziel wüster Beschimpfungen durch die einheimischen Zuschauer geworden.

Cornets Zwischenerfolg:

Tatjana Maria ist zu diesem Zeitpunkt längst bedient. Sie verliert das Match im dritten Satz mit 4:6, sagt Cornet beim „Handshake“ ein paar deutliche Worte, bevor die Französin sich von den frenetischen Fans feiern lässt, als ob sie gerade das Turnier gewonnen hätte. Als Sahnehäubchen gibt Cornet noch auf dem Platz zu Protokoll, Krämpfe in beiden Beinen gehabt zu haben. Über eine Oberschenkelverletzung verliert sie keine Silbe. Später spricht sie von Hüftbeschwerden.

Tatjana Maria spricht später von „fehlendem Fair Play“ und sagt: „Das war das schlimmste Match meines Lebens. Ich weiß nicht, in welcher Welt dieses Mädchen lebt“, schimpft sie. Cornet habe sich unberechtigt behandeln lassen und sich unrechtmäßig lange Pausen genommen. „Ich habe kein Bedürfnis, mit ihr zu sprechen, nach dem Tennis werden wir uns nie wieder sehen.“

Am Freitagnachmittag trafen beide Spielerinnen im Doppel aufeinander. Cornet war fit wie ein Turnschuh.

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