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Gastgeber Polen ausgeschieden - Smudas Zukunft offen

Fußball Gastgeber Polen ausgeschieden - Smudas Zukunft offen

Polen trauert. Das bittere Vorrunden-Aus der polnischen Nationalmannschaft bei der Heim-EM hat im ganzen Land für kollektive Enttäuschung gesorgt und die Zukunft von Franciszek Smuda als Nationaltrainer infrage gestellt.

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Die polnischen Spieler waren nach dem EM-Aus fassungslos.

Quelle: Brian Stewart

Breslau. Der 63-Jährige sorgte am späten Samstagabend nach dem 0:1 im letzten Gruppenspiel gegen Tschechien in Breslau mit widersprüchlichen Aussagen für Verwirrung. "Ich muss meine Position nicht aufgeben. Mein Vertrag war nur gültig bis zum Ende der EM", sagte Smuda auf der Pressekonferenz.

Dabei deutete Smuda, der das Team Ende 2009 übernommen hatte, indes an, seine Arbeit gerne fortsetzen zu wollen: "Wir haben eine Mannschaft entwickelt, auf die wir in Zukunft zählen können. Wir haben bald schon wieder das erste Qualifikationsspiel zur WM, und ich glaube wirklich, dass wir uns für die WM qualifizieren können." Auch die Spieler setzen auf einen Verbleib des Trainers. "Wir haben eine Mannschaft mit viel Potenzial, mit der in Zukunft einiges möglich ist", sagte der Mainzer Eugen Polanski.

Im polnischen Fernsehen hatte Smuda kurz zuvor erklärt: "Das ist hundertprozentig das Ende meines Abenteuers mit der Mannschaft. Was weiter sein wird? Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, weil ich dachte, dass wir aus der Gruppe weiterkommen." Smuda sagte nicht, ob er mit dem Begriff "Abenteuer" lediglich die EM meinte.

Mit dem Schlusspfiff im Städtischen Stadion in Breslau offenbarte sich der Schmerz und die riesige Enttäuschung der Fans, Spieler und Verantwortlichen. Während die tschechischen Profis und Betreuer ihrem Jubel über die Viertelfinalqualifikation freien Lauf ließen und vor ihren gut 12 000 Anhängern Freudentänze aufführten, warfen sich fast alle polnischen Spieler auf den vom Dauerregen durchnässten Rasen. "Ich weiß im Moment wirklich nicht, was ich sagen soll", meinte Borussia Dortmunds Robert Lewandowski.

Auch in der polnischen Hauptstadt Warschau waren die Fans entsetzt. Bereits in den letzten Spielminuten war es auf der Fanmeile merklich ruhiger geworden. Wie auch im Spielort Breslau hatten viele tausend Fans in den Nationalfarben Rot und Weiß gehüllt zuvor den ganzen Tag ausgelassen gefeiert und gesungen: "Im Juli gewinnen wir in Kiew!". Diese Gesänge verstummten spätestens, als Tschechiens Petr Jiracek vom Bundesligisten VfL Wolfsburg das Siegtor schoss (72. Minute).

Regierungschef Donald Tusk, der zum Spiel nach Breslau gereist war, hatte zuvor noch auf einen 2:0-Sieg der Polen getippt: "Die Tschechen haben bisher nichts Außergewöhnliches gezeigt", sagte Tusk und träumte bereits von einem Viertelfinale gegen Deutschland als dem "Match des Jahrhunderts". Doch daraus wird nun nichts.

dpa

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