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Der Fußball soll überall rollen

Nach dem Terror Der Fußball soll überall rollen

HSV gegen Dortmund ist das erste Bundesliga-Spiel nach den Terrorakten von Paris und der Länderspielabsage von Hannover. Es wird ein verstärktes Sicherheitskonzept greifen. Uwe Seeler wünscht sich wie alle Menschen die Rückkehr zum normalen Leben.

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Der HSV erhöht vor dem Spiel gegen Dortmund die Sicherheitsmaßnahmen.

Quelle: Marcus Brandt/dpa

Hamburg/Kiel/Paris. Auch der europäische Profisport sucht den Weg zurück in die Normalität. Eine Woche nach den Terroranschlägen von Paris und drei Tage nach der Länderspielabsage von Hannover startet heute allen voran die Fußball-Bundesliga ihren Spieltag mit der Partie des Hamburger SV gegen Borussia Dortmund (20.30 Uhr). Die Partien stehen allerorts im Zeichen verschärfter Sicherheitsmaßnahmen.

„Wir wollen dem Terror nicht weichen“, erklärte Ligapräsident Reinhard Rauball gestern. Seiner Ansicht nach steht der Fußball nicht „im Fokus der Terroristen“. Es gehe vielmehr darum, „ein höchstes Maß an Aufmerksamkeit zu erzielen“. An allen Spielstätten wurden Notfallpläne überarbeitet, Kontrollen hinterfragt und optimiert, mögliche Schwachstellen der Sicherheitsstrukturen gesucht, Personalstärken erhöht. DFB-Interimspräsident Rainer Koch betonte jedoch, dass die Spiele nicht um jeden Preis ausgetragen werden sollen. Sicherheit habe „oberste Priorität“, eine Partie werde nur dann angesetzt, wenn alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten würden. Clubs, Verbände und Behörden seien aber „bestens aufgestellt“.

Den Zügen zu den Spielen gilt besondere Aufmerksamkeit. „Bei der An- und Abreise zu Fußballspielen verstärken wir die Präsenz unserer Sicherheitskräfte“, sagte ein Bahnsprecher. Die Bundespolizei erhält die seit den Anschlägen von Paris erhöhten Sicherheitsvorkehrungen aufrecht. Die Liga hofft am Wochenende auch auf die Vernunft der Fans. HSV-Boss Dietmar Beiersdorfer appellierte an die Stadionbesucher, auf Pyrotechnik, Knaller und Böller zu verzichten: „Das wäre ein falsches Zeichen und könnte Panik auslösen.“


Hamburgs Fußball-Idol Uwe Seeler forderte: „Wir dürfen uns vom Terror nicht in die Knie zwingen lassen, das macht keinen Sinn.“ Er werde ins Stadion gehen – „wenn auch mit gemischten Gefühlen“. Ähnliches sagte Wolfgang Schwenke, Kaufmännischer Geschäftsführer bei Holstein Kiel: „Natürlich reisen wir mit gemischten Gefühlen zu unserem Auswärtsspiel in Stuttgart. Die Dritte Liga steht zwar nicht so im Fadenkreuz wie die Bundesliga, aber auch wir müssen das Thema Sicherheit neu aufrollen.“

Die anderen Profiligen in Europa wollen ihre Spielpläne ebenfalls wie geplant umsetzen. Selbst in Frankreich stand eine Absage nicht zur Debatte. Auch der Handball bleibt standhaft: Der THW Kiel tritt morgen in der Champions League an – ausgerechnet bei Paris St. Germain (20.45 Uhr). Trainer Alfred Gislason: „Wir fliegen ein bisschen ins Ungewisse.“

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Fahr nicht, Junge. Der halbwüchsige Sohn will heute Abend zum HSV. Wie immer. Wie zu jedem Heimspiel. Klar, sagt der gesellschaftspolitisch interessierte Erwachsene. Jetzt erst recht! Lass Dir den Alltag nicht nehmen, die Gemeinschaft, das Anfeuern, die Freude, den Ärger. Die Freiheit. Gönn’ dem Terror nicht den Triumph der Angst.

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