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Handballer gewinnen EM-Test gegen Island

26:25 (15:13) Handballer gewinnen EM-Test gegen Island

Generalprobe, Teil eins, Härtetest bestanden: Die deutschen Handballer haben sechs Tage vor Beginn der Europameisterschaft in Polen (15.-31. Januar) gegen Island mit 26:25 (15:13) gewonnen.

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Der Kieler Christian Dissinger behauptet sich gegen die isländische Abwehr.

Quelle: Sascha Klahn

Kassel. Im Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson bestach dabei vor 4300 Zuschauern in der ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle einmal mehr der wurfgewaltige Kieler Christian Dissinger vom THW, der mit acht Treffern zum besten Schützen avancierte.

Eine Woche vor dem deutschen EM-Auftaktspiel in Breslau gegen Ex-Weltmeister Spanien machte Sigurdsson aus seiner personellen Not wieder eine Tugend. Ohne den etatmäßigen Kapitän Uwe Gensheimer (Muskelfaserriss in der Wade/Achillessehnenreizung), Abwehr-Ass Patrick Wiencek (Kreuzbandriss), Rechtsaußen Patrick Groetzki (Wadenbeinbruch), Rückraumshooter Paul Drux (Schulterverletzung) und Gensheimer-Ersatz Michael Allendorf (Sehnenabriss in der Hüftmuskulatur) zeigte sich die Nationalmannschaft variabel und setzte auch in Kassel erneut auf Überraschungs-Effekte. Beispiel eins: Nachdem gegen Tunesien zuletzt noch eine defensive 6:0-Abwehr Schwächen offenbart hatte, startete das von THW-Linkshänder Steffen Weinhold angeführte Ensemble in Kassel mit einer offensiveren 5:1-Variante, in der Finn Lemke am Kreis überzeugte, der Ex-Kieler Hendrik Pekeler vorgezogen engagiert verschob, Räume eng machte und den routinierten Isländern das Leben schwer machte. „Die Abwehr war deutlich stabilisiert, jetzt müssen wir nur noch die technischen Fehler im Angriff abstellen“, befand auch Torhüter Carsten Lichtlein, während Team-Manager Oliver Roggisch ergänzte: „Unsere Chancenverwertung muss noch besser werden, ein paar Big Points haben wir heute nicht gemacht. Aber wir waren in der Abwehr verbessert, und es ist wichtig, dass wir am Ende cool geblieben sind.“

Auch der Kieler Christian Dissinger – Shootingstar der Saison – blieb cool. Als er in der achten Minute zum zweiten Mal traf (4:2), hatte er bereits drei „Fahrkarten“ auf seinem Konto. Acht Minuten später waren es bereits fünf Treffer (8:5). Überraschungs-Beispiel zwei: Zwischen Dissinger und Steffen Weinhold zog der Wetzlarer Steffen Fäth in der Rückraum-Mitte die Fäden, stapelte später tief: „Ich bin sicher nicht der Kopf der Mannschaft, es ist erst mein zweites Spiel auf der Position, aber ich fühle mich da genauso wohl wie auf Halblinks.“ Dissinger und Fäth trafen zusehends nach Belieben, Michael Jacksons „Beat It“ dröhnte dazu über die Hallen-Lautsprecher und brachte die Fans zwischenzeitlich so richtig in EM-Laune (15:11/27.). Dissinger (8), Fäth (6) und auch der offensive wendige Pekeler (6) sorgten für das Zählbare in einer Begegnung, die nach der Pause auf beiden Seiten von mehr Fehlern geprägt war. Ex-Zebra Aron Palmarsson mit sehenswerten Schlagwurf-Toren und die Isländer ließen sich nicht abschütteln, zwischen der 51. und 56. gelang dem Sigurdsson-Team, in dem auch der künftige THW-Keeper Andreas Wolff in Halbzeit zwei zu überzeugen wusste, kein Tor mehr. Jetzt führte der Gast (23:24/55.), und dann sorgten die deutschen Handballer für die womöglich wichtigste Erkenntnis des Tages: „Unter Druck haben wir das Spiel wieder gedreht, noch gewonnen, Charakter gezeigt. Ich bin sehr zufrieden mit diesem Sieg“, resümierte Bundestrainer Sigurdsson. „Das ist auch ein Lernprozess: Wir können solche engen Spiele gewinnen. Aber es gibt noch Luft nach oben, auch wenn wir uns gegenüber Tunesien gesteigert haben“, so Neu-Kapitän Steffen Weinhold.

Im polnischen Breslau trifft das deutsche Team am 16. Januar (18.30 Uhr/ZDF) zunächst auf Ex-Weltmeister Spanien. Weitere Vorrundengegner in der Gruppe C sind Schweden (18. Januar/20.30 Uhr/ARD) und Slowenien (20. Januar/17.15 Uhr/ZDF). Am Sonntag (15 Uhr/sportdeutschland.tv) bestreitet die deutsche Mannschaft Teil zwei der Generalprobe: wieder gegen Island, dieses Mal in Hannover. „Dieses Spiel warten wir noch ab“, so Sigurdsson, der anschließend den Kader nominieren will, mit dem er in die abschließende Trainingswoche in Berlin geht. Im Fokus steht dabei Niclas Pieczkowski, der wegen Leistenproblemen in Kassel passen musste. Für ihn hatte Bundestrainer Sigurdsson kurzfristig Kai Häfner (Burgdorf) nachnominiert. Die zuletzt angeschlagenen Rune Dahmke (THW Kiel) und Martin Strobel (Balingen) waren für den ersten der beiden Vergleiche mit Island wieder fit. Der Linksaußen hatte das Testspiel am vergangenen Dienstag gegen Tunesien (37:30) wegen einer Knöchelverletzung verpasst. Spielmacher Strobel musste eine Erkältung auskurieren.

Statistik

Deutschland: Carsten Lichtlein (VfL Gummersbach) 1.-30. Minute und bei einem 7m/7 Paraden, Andreas Wolff (HSG Wetzlar) 31.-60./9 – Johannes Sellin (MT Melsungen) 1, Finn Lemke (SC Magdeburg), Tobias Reichmann (KS Vive Tauron Kielce/Polen) 1/1, Fabian Wiede (Füchse Berlin), Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen) 6, Steffen Weinhold (THW Kiel) 2, Martin Strobel (HBW Balingen-Weilstetten) 2, Erik Schmidt (TSV Hannover-Burgdorf), Steffen Fäth (Wetzlar) 6, Kai Häfner (Burgdorf) n.e., Rune Dahmke (THW Kiel), Simon Ernst (Gummersbach) n.e., Christian Dissinger (THW Kiel) 8, Jannik Kohlbacher (Wetzlar).

Island: Gustavsson (1.-21. und 43.-60. Minute/7 Paraden), Edvardsson (21.-43./4) – Svavarsson, Kristjansson n.e., Palmarsson 8, Karason n.e., Hallgrimsson 2, Atlason n.e., Sigurdsson 4, Gudjonsson 1, Gudmundsson 1, A. Gunnarsson 3/1, Petersson 5, R. Gunnarsson 1, Sigurmannsson n.e., Konradsson n.e., B. Gunnarsson, Helgason.

Schiedsrichter: Birch/Stenrand (Dänemark) – Strafminuten: GER 4 (2x Lemke), ISL 8 (Gudmundsson, Palmarsson, Svavarsson, Helgason) – Siebenmeter: GER 2/1 (Reichmann scheitert an Edvardsson), ISL 2/1 (Lichtlein pariert Sigurdsson) – Spielfilm: 0:1, 2:2, 4:2, 7:4 (13.), 9:5, 11:7 (19.), 14:10, 15:13 – 17:14 (37.), 20:17, 22:18 (46.), 22:21 (50.), 23:24 (55.), 25:25, 26:25 – Zuschauer: 4300 in der Rothenbach-Halle in Kassel.

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Ein Artikel von
Tamo Schwarz
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