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Hitzeschlacht gegen Holland - Fieber steigt

Fußball Hitzeschlacht gegen Holland - Fieber steigt

Das Holland-Fieber in Deutschland steigt, die Fans träumen von einer Wiederholung der jüngsten schwarz-rot-goldenen Gala gegen den Lieblingsgegner. Und alle streiten weiter über Mario Gomez.

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Mario Gomez traf gegen Portugal, aber überzeugte nicht jeden.

Quelle: Marcus Brandt

Danzig. Die Sportliche Leitung um Joachim Löw beschäftigt sich mehr mit der Erfolgsstrategie für den nächsten knallharten Schlagabtausch bei der Fußball-Europameisterschaft - zumal es im Stadion in Charkow selbst zur späten Anstoßzeit um 21.45 Uhr Ortszeit noch 30 Grad warm sein wird. "Man kann von einer Hitzeschlacht sprechen", erklärte Löw am Dienstag, nachdem die DFB-Delegation bei der Ankunft am Spielort den ersten Klimaschock verkraftet hatte.

Teammanager Oliver Bierhoff warnte eindringlich davor, die 3:0-Testspielgala im vergangenen November gegen den damals indisponierten Vizeweltmeister zum Maßstab für das Wiedersehen an diesem Mittwoch zu nehmen. "Wir wären verrückt zu glauben, dass das Spiel ähnlich laufen wird. Jetzt ist es eine Turniersituation. Es wird sehr viel härter werden", sagte Bierhoff.

Die Anspannung im DFB-Lager ist auch nach dem erlösenden 1:0-Auftaktsieg gegen Portugal weiterhin sehr groß, auch wenn die letzten zwölf Pflichtspiele alle gewonnen wurden. "Deutschland gegen Holland ist immer ein sehr emotionales und spannendes Spiel. Wir erwarten einen harten Kampf", sagte Bierhoff voraus. Alle 23 Spieler waren am Dienstagabend beim Abschlusstraining dabei.

Angesprochen darauf, dass man angesichts der großen Rivalität zwischen Deutschen und Holländern in der Vergangenheit sogar von Krieg auf dem Fußballplatz gesprochen habe, entgegnete der Bundestrainer in Charkow: "Von solchen Begriffen sind wir meilenweit entfernt. Natürlich gibt es eine große Rivalität, denn es waren immer Duelle voller Brisanz bei großen Turnieren."

Für das Duell "auf Augenhöhe" verlangt Löw vor allem eine verbesserte Angriffsleistung seines jungen Teams: "Dass wir uns steigern können, ist klar." Für die Aufstellung hielt sich Löw vor seinem 80. Spiel als Chef eine Überraschung offen. Erste Option bleibt die Startelf des 1:0 gegen Portugal mit Matchwinner Gomez in der Spitze. "Mario hat seine Qualitäten im Abschluss", lobte Löw. Der Münchner traf in seinen letzten elf Einsätzen im Adlertrikot neunmal.

Löw bescheinigte aber auch Routinier Miroslav Klose weitere Fortschritte im Ringen um die Topform. "Miro hat sechs Wochen nicht gespielt, ein paar Prozent fehlen. Ich weiß aber, ich kann Miro jederzeit bringen, weil er sofort im Spiel ist", schilderte Löw seine Überlegungen. Mittlerweile sei der 34 Jahre alte Stürmer von Lazio Rom sogar so weit, "dass er von Anfang an spielen kann", ergänzte der Bundestrainer und schürte damit selbst die Spekulationen um die Besetzung der einzigen Stürmerposition.

Bei seinen bisherigen zwei Turnieren als Chefcoach hatte Löw seine Startelf nach den Auftakterfolgen nicht gewechselt, allerdings gingen die zweiten Vorrundenpartien auch jeweils verloren. Möglicherweise lässt er seine Spieler und alle anderen im DFB-Tross auch deshalb im Unklaren, um einem Spannungsunterschied zwischen Stammkräften und den Jokern auf der Bank entgegenzuwirken. Klose, Kroos, Schürrle, Götze, Reus in der Wartestellung - das sind Optionen mit Brisanz. "Jetzt sind wir alle gespannt, wie Joachim Löw entscheidet", meinte selbst Bierhoff. Löw wiederholte 28 Stunden vor der Partie lediglich, dass "never change a winning team" für ihn "keinen Automatismus" darstelle.

"Jeder in der Offensive kann sich noch mehr in Szene setzen", forderte der Chef nach den noch gebremsten Angriffsbemühungen gegen Cristiano Ronaldo und Co. Dabei soll die Abwehrstabilität erhalten werden. "Wir müssen gewappnet sein für eine Weltklasse-Offensive, die uns alles abverlangen wird", erklärte Löw am Vortag der Partie.

Für Manuel Neuer zählt auch gegen Holland, was schon gegen die Portugiesen Voraussetzung für den Sieg war: "Wir wollen nicht in Rückstand geraten. Entsprechend wichtig ist, dass die Null hinten steht." Löw erwartet im Aufeinandertreffen mit den Bundesligastars Arjen Robben und Klaas-Jan Huntelaar die "interessantesten Duelle".

Dass die Holländer nach der 0:1-Auftaktpleite gegen Dänemark bereits mit dem Rücken zur Wand stehen, soll für die DFB-Kicker nur ein Nebenaspekt sein. "Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen können", sagte Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger und ergänzte entschlossen: "Wir wollen den zweiten Schritt tun."

Im niederländischen EM-Lager ist die Stimmung zum Zerreißen gespannt. Huntelaar und Robin van Persie wollen das Dauerthema Sturmbesetzung nicht mehr kommentieren, der Ex-Hamburger Rafael van der Vaart schmollt schon wegen seiner Reservistenrolle.

Auf die höheren Temperaturen in der Ostukraine hat sich die medizinische Abteilung so gut es geht vorbereitet. "Vor dem Spiel und in der Halbzeit kann man kühlen, was logistisch natürlich eingeschränkt ist wegen der zeitlichen Abläufe", sagte Team-Internist Tim Meyer. Ein Wetter-Alibi aber will Löw den Spielern nicht geben.

Voraussichtliche Aufstellungen zu Deutschland - Niederlande:

Deutschland: Neuer (Bayern München/26 Jahre/27 Länderspiele) - Boateng (Bayern München/23/22), Hummels (Borussia Dortmund/23/15), Badstuber (Bayern München/23/21), Lahm (Bayern München/28/87) - Khedira (Real Madrid/25/28), Schweinsteiger (Bayern München/27/91) - Müller (Bayern München/22/28), Özil (Real Madrid/23/34), Podolski (1. FC Köln/27/98) - Gomez (Bayern München/26/53)

Niederlande: Stekelenburg (AS Rom/29/48) - van der Wiel (Ajax Amsterdam/24/33), Heitinga (FC Everton/28/79), Mathijsen (FC Malaga/32/80), Willems (PSV Eindhoven/18/3) - van Bommel (AC Mailand/35/78), de Jong (Manchester City/27/61) - Sneijder (Inter Mailand/28/85) - Robben (Bayern München/28/58), van Persie (FC Arsenal/28/66), Afellay (FC Barcelona/26/39)

Schiedsrichter: Eriksson (Schweden)

dpa

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