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"Irgendwie verrückt": Spezielles Gold für Ludwig/Walkenhorst

Beach-Volleyball "Irgendwie verrückt": Spezielles Gold für Ludwig/Walkenhorst

Nach dem ganz speziellen Titel werden Ludwig/Walkenhorst von ihren Gefühlen übermannt. "Der Olympiasieg war cool, der Weltmeistertitel noch cooler. Aber das war sensationell", sagte Ludwig zum Sieg in Hamburg. Mit dem "bissl" Prämie wollen sie auch ihr Team belohnen.

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Auch in Hamburg ganz oben auf dem Treppchen: Laura Ludwig und Kira Walkenhorst (r).

Quelle: Daniel Grund

Hamburg. Dieses Gold für Deutschlands Beach-Königinnen glänzt ganz besonders.

"Irgendwie verrückt, es war ein sehr kurzes Jahr, aber super anstrengend", sagte Kira Walkenhorst, die während des Welttour-Finals der Beachvolleyballer in Hamburg den "emotionalsten Moment" ihrer bisherigen Karriere erlebte. Dabei hatte sie mit Laura Ludwig zuvor bereits den Olympiasieg in Rio, die Weltmeisterschaft in Wien, zwei EM-Titel und drei deutsche Meisterschaften gefeiert.

Doch dieses Mal geriet alles noch ein Quäntchen leidenschaftlicher, nicht nur weil es das Heimturnier für die beiden Ausnahmespielerinnen war. Wegen einer zusätzlichen Rippenverletzung schon fast raus aus dem Turnier, wurden die 26-jährige Walkenhorst und ihre fünf Jahre ältere Partnerin Ludwig am Ende von 10 000 Zuschauern im Stadion am Rothenbaum laut und lange wie nie zuvor für einen Kraftakt bejubelt.

"Wir hatten wenig Training, wenig Spiele, wenig Rhythmus", beschrieb Ludwig das Handicap. Operation und ewig lange Rehabilitation bei ihr selbst, anhaltende Schulterproblemen bei Walkenhorst, und dann noch die Rippe: Trotzdem gewann das Duo die zwei wichtigsten Titel des Jahres. "Wir wussten, wenn wir es hinkriegen, eine Einheit zu sein, sind wir schwer zu schlagen", bemerkte Ludwig stolz.

"Wir haben immer an uns geglaubt. Nach der vergangenen Saison wussten wir, dass wir extrem gutes Beachvolleyball spielen können", ergänzte die Abwehrspielerin, die im Finale gegen die starken Brasilianerinnen Agatha und Duda einmal mehr die schwersten Bälle aus dem Sand wühlte und mit zwei Assen das 2:1 (21:17, 19:21, 15:10) besiegelte.

Mediziner und Physiotherapeuten machten Walkenhorst immer wieder spielfähig: "Wir haben schon alles Mögliche gemacht, was erlaubt ist, um das Spiel zu überstehen", berichtete die beste Blockspielerin der Welt: "Es war nicht optimal, es war verdammt hart."

Für den erfahrenen Coach Wagner, der schon Julius Brink und Jonas Reckermann zu Olympiasiegern und Weltmeistern gemacht hat, wird gerade in solchen Situationen das Mentale immer bedeutender im professionellen Beachvolleyball. "Es war gut, dass wir die WM und EM gespielt haben mit all den Problemen", sagte der Trainer. Es habe immer neue Situationen gegeben, denen sich seine Schützlinge stellen mussten.

"Wir haben uns über die Jahre viele Tools erarbeitet, auch im mentalen Bereich", berichtete Wagner. Von Sportpsychologin Anett Szigeti bekommen sie fast rund um die Uhr Unterstützung. "So ist das Drumherum fast egal. Da sie es über Jahre geübt haben, schaffen sie es auch in Stresssituationen", bemerkte der Trainer zu den besonderen Umständen des WM-Sieges und des Hamburger Triumphes.

"Unser Trainer hat viel Erfahrung mit der Steuerung. Wir werden wieder Freiheiten bekommen, das ist wichtig für Kopf und Körper", sagte Ludwig. Doch erst einmal stehen ab Donnerstag noch die nationalen Meisterschaften in Timmendorfer Strand an, bei der die beiden wieder im Mittelpunkt stehen werden.

Die 100 000 Dollar Siegprämie von Hamburg sind besonders wichtig, weil der Weltverband FIVB erstens in diesem Jahr weniger hochrangige Turniere veranstaltet hat und zweitens Ludwig/Walkenhost noch viele davon verpasst haben. "Trotzdem haben wir ein Team, das uns jeden Tag begleitet und die wir gern belohnen. Da ist es gut, dass wir am Ende noch ein bissl Kohle gemacht haben", betonte Ludwig.

dpa

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