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Nadal greift nach Rekord - Djokovic will "Djoko Slam"

Tennis Nadal greift nach Rekord - Djokovic will "Djoko Slam"

Ein unerklärlich schwacher Roger Federer konnte den Halbfinal-Coup gegen Novak Djokovic bei den French Open nicht wiederholen. Djokovic greift nun nach dem "Djoko Slam".

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Rafael Nadal zog souverän ins Finale der French Open ein.

Quelle: Christophe Karaba

Paris. Allerdings steht ihm dabei noch der unbezwingbar scheinende Sandplatzkönig Rafael Nadal im Weg.

Djokovic fehlt in Paris nur noch ein Sieg zu seinem erträumten "Djoko Slam". Der serbische Weltranglisten-Erste nahm erfolgreich Revanche für die denkwürdige Halbfinal-Pleite von 2011 gegen einen schwachen Roger Federer und siegte 6:4, 7:5, 6:3. Mit seinem ersten Roland-Garros-Triumph könnte der 25-Jährige als erst dritter Tennisprofi alle vier Grand-Slam-Titel auf einmal halten. Zuvor war das erst Donald Budge (1938) und Rod Laver (1962 und 1969) gelungen.

Im Weg steht Djokovic allerdings noch ein scheinbar unschlagbarer Nadal, der selbst Geschichte schreiben will. Nach seiner Gala beim 6:2, 6:2, 6:1 gegen David Ferrer greift er nach dem siebten French-Open-Titel - und dem alleinigen Paris-Rekord vor Legende Björn Borg. "Er spielt hier sein bestes Tennis. Er ist der Favorit", betonte Djokovic noch auf dem Platz. Sein erstes Paris-Finale gegen Nadal werde "die ultimative Herausforderung. Ich habe diese goldene Möglichkeit, Geschichte zu schreiben, und das inspiriert mich. Ich will meine Hände an diese Trophäe kriegen."

Der an drei gesetzte Vorjahresfinalist Federer erwischte gegen Djokovic den besseren Start in einem intensiven, aber nicht hochklassigen Match bei windig-nass-kaltem Wetter. Ihm gelang zum 3:2 das erste Break, allerdings kassierte der Roland-Garros-Sieger von 2009 prompt das Rebreak. In den Big-Point-Situationen war der "Djoker" einen Tick cooler und durchbrach das Service des sechzehnfachen Grand-Slam-Turniersiegers erneut zum 6:4.

In Satz zwei lag der Schweizer sogar schon mit Doppelbreak 3:0 und noch mit 5:3 in Front, fing sich aber insgesamt unerklärliche vier Aufschlagverluste ein. Im dritten Durchgang verwandelte Djokovic nach einer Partie, die gerade wegen vieler leichter Fehler Federers von der Klasse hinter den immensen Erwartungen blieb, seinen zweiten Matchball nach nur 2:05 Stunden Spielzeit. "Halbfinale ist am Ende des Tages immer ein gutes Resultat für jeden Tennisspieler", sagte Federer und versuchte seine Enttäuschung zu verbergen. Er sprach von "sehr schwierigen Bedingungen".

Aus dem Trio der "drei Musketiere" des Herren-Tennis präsentierte sich einzig Nadal bärenstark. Auch durch eine Regenunterbrechung ließ er sich nicht von seiner Mission abbringen und deklassierte den Weltranglisten-Sechsten Ferrer in nur 1:46 Stunden Spielzeit. "Das war mein bisher bestes Match hier in diesem Jahr", sagte der 26-Jährige, der am Bois de Boulogne 2012 ohne Satzverlust blieb.

Nach dem einseitigen Match und Nadals 51. Satzgewinn auf roter Asche in Serie sprachen in Frankreichs Hauptstadt nicht wenige von einer perfekten Leistung. "Ich glaube nicht an Perfektion. Ich habe ein sehr solides Match bei nicht einfachen Bedingungen gespielt", kokettierte Nadal. Später musste er dann aber doch einräumen: "Vielleicht habe ich heute alles richtig gemacht."

Für seinen Gegner fand Nadal tröstende Worte: "Ich konnte nicht erwarten, so in einem Roland-Garros-Halbfinale gegen einen der besten Spieler der Welt zu gewinnen. David tut mir sehr leid. Er ist einer meiner besten Freunde auf der Tour." Nadal, den die "L'Equipe" jüngst als "bestialisch" bezeichnet hatte, feierte seinen 51. Sieg im 52. French-Open-Match. "Ich konnte nichts machen", gab Ferrer zu.

Nadal bestätigte damit die Granden von John McEnroe über Mats Wilander bis Borg, die allesamt über Nadal ins Schwärmen geraten sind. Borg, als sechsfacher Paris-Champion (noch) gemeinsamer Rekordhalter mit Nadal, meinte jüngst beeindruckt: "Für mich ist Rafa der beste Sandplatzspieler der Geschichte." Wilander sagte: "Nadal ist besser als jemals zuvor." Davon konnten sich alle 15 000 staunenden Zuschauer auf dem Court Philippe Chatrier überzeugen - darunter auch Promis wie US-Rapper Jay-Z und Boris Becker.

dpa

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