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Nguyen erfüllt sich Traum: Erstes WM-Finale mit 30 Jahren

Turnen Nguyen erfüllt sich Traum: Erstes WM-Finale mit 30 Jahren

2005 in Melbourne war Marcel Nguyen erstmals bei Turn-Weltmeisterschaften dabei. Zwölf Jahre später erreicht der Olympia-Zweite in Montreal erstmals auch ein WM-Finale. Am Barren will er nun nach einer Medaille greifen.

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Ist bei der Turn-WM in Montreal am Barren auf Finalkurs: Marcel Nguyen.

Quelle: Catalin Soare

Montreal. Marcel Nguyen war die Freude anzusehen. Riesig war seine Erleichterung, als nach langem Zittern und einer unruhigen Nacht seine erste Teilnahme an einem Einzelfinale bei einer Turn-WM endlich feststand.

Am Sonntag kämpft er im Olympic Stadium von Montreal um die Medaillen am Barren. "Das ist eine sehr coole Sache", meinte Nguyen am Dienstag zufrieden.

Obwohl seine Übung am Vortag nicht perfekt war, reichten dem Unterhachinger 14,933 Punkte, um zum Abschluss der Qualifikation am Dienstag als Siebter in den Endkampf zu ziehen. Damit erreichte der Olympia-Zweite und dreimalige Europameister bei seiner siebten WM-Teilnahme erstmals ein Geräte-Finale. "Ich weiß auch nicht, warum es in der Vergangenheit bei einer WM nie geklappt hat", meinte der Routinier. Im abschließenden Durchgang war es am Dienstag nur noch dem Türken Ferhat Arican gelungen, sich mit derselben Punktzahl aufgrund besserer Haltungsnoten an dem Deutschen vorbeizuschieben.

"Es ist immer schwer, sich in einer Qualifikation auf den Punkt zu konzentrieren. Ich hatte meinen Doppelsalto zu flach angesetzt und bin etwas unsanft auf den Oberarmen gelandet", analysierte er seine Übung und folgerte, dass die Kampfrichter dafür bestimmt drei Zehntelpunkte abgezogen hätten. "Es gibt im Finale also noch einiges besser zu machen", meinte Nguyen.

Damit es nun auch zu seiner ersten WM-Medaille nach Team-Bronze 2007 in Stuttgart reicht, muss er sich gegen starke Konkurrenz durchsetzen. Top-Favorit ist nach seiner Auffassung der Chinese Zou Jingyuan. Der Vorkampf-Beste war aber Olympiasieger Oleg Wernjajew aus der Ukraine mit 15,466 Punkten.

Im Mehrkampf-Finale steht erstmals Philipp Herder. Der deutsche Vizemeister beendete die Qualifikation mit 79,831 Zählern auf Rang 17. Die besten 24 Allrounder sind am Donnerstag (Ortszeit) im Endkampf. Medaillenchancen hegt der Berliner nicht.

Reserven gibt es aber auch bei ihm. An Barren und Reck war der Physik-Student bei weitem nicht fehlerfrei. "Jetzt habe ich nichts mehr zu verlieren. In die Top drei komme ich nicht, und ob ich Platz 4 oder 24 belege, interessiert kaum jemanden. Ein Rang in den Top 15 wäre schon prima", sagte Herder. 

Rekordweltmeister Kohei Uchimura aus Japan hatte in der Qualifikation wegen einer Knöchelverletzung am linken Fuß aufgeben müssen. Damit gibt es erstmals seit 2009 einen neuen Mehrkampf-Weltmeister. Beste Aussichten besitzt Vorkampfsieger Manrique Larduet aus Kuba, der schon vor zwei Jahren in Glasgow Zweiter hinter Uchimura war.

dpa

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