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Dreieinhalb Zebras vom THW Kiel dabei

Olympia-Kader Handball Dreieinhalb Zebras vom THW Kiel dabei

Freude, Schock, tiefe Enttäuschung. Für drei von fünf Kandidaten vom THW Kiel geht der Traum von Olympischen Spielen in Erfüllung: Torwart Andreas Wolff, Kreisläufer Patrick Wiencek und Rückraum-Ass Christian Dissinger stehen im Kader von Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson.

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Quelle: Christoph Schmidt/dpa

Kiel. Linksaußen Rune Dahmke wurde dagegen aussortiert und wird die Reise nach Rio de Janeiro nicht antreten. Linkshänder Steffen Weinhold ist nur als Ersatzmann nominiert.

Der EM-Kapitän, der am Dienstag 30 Jahre alt wird, hatte sich im Trainingslager in Stuttgart einen Muskelfaserriss zugezogen und muss nun in Rio ebenso wie Torwart Carsten Lichtlein außerhalb des Olympischen Dorfes wohnen. Die sogenannte P-Akkreditierung als direkter Ersatzmann erhielt Regisseur Steffen Fäth (Füchse Berlin), der sich im Mai einen Mittelhandbruch zugezogen hatte. Der „P“-Spieler kann im Turnierverlauf jederzeit einen verletzten Akteur ersetzen. Bis zum Viertelfinale (Torwart bis zum Finale) könnte auch Steffen Weinhold für einen verletzten Akteur in den Kader rücken.

DHB-Kader für Olympia

Tor: Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), Andreas Wolff (THW Kiel)
Linksaußen: Uwe Gensheimer (Paris St. Germain HB/FRA)
Rückraum links: Finn Lemke (SC Magdeburg), Julius Kühn (VfL Gummersbach), Christian Dissinger (THW Kiel)
Rückraum Mitte: Martin Strobel (HBW Balingen-Weilstetten), Paul Drux (Füchse Berlin)
Rückraum rechts: Fabian Wiede (Füchse Berlin), Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf)
Rechtsaußen: Tobias Reichmann (KS Vive Tauron Kielce/POL), Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen)
Kreis: Patrick Wiencek (THW Kiel), Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen)
P-Akkreditierung (erster Ersatzmann): Steffen Fäth (Füchse Berlin)

14+1+2 lautet Sigurdssons Formel – „dreieinhalb“ Kieler sind an der Copacabana dabei. Neben Tim Kneule (FA Göppingen) sowie den Europameistern Erik Schmidt (Hannover-Burgdorf) und Jannik Kohlbacher (HSG Wetzlar) wurde hingegen auch Kiels Linksaußen Rune Dahmke im letzten Moment ausgebootet. Sigurdsson setzt auf der Position einzig auf seinen Kapitän Uwe Gensheimer. Am Donnerstag zeigte sich der 23-Jährige mitgenommen: „Ich bin unglaublich enttäuscht, wollte unbedingt dabei sein und habe alles dafür gegeben. Das ist jetzt sehr schwer, aber das Trainerteam wird sich etwas dabei gedacht haben.“ Auch die Tatsache, dass er als junger Spieler noch einige Olympia-Chancen haben könnte, konnte den „Kieler Jung“ nicht trösten: „Das sagt man immer so, aber eine Qualifikation ist ja nicht selbstverständlich. 2012 war Deutschland gar nicht dabei.“

Noch am Vorabend hatte Bundestrainer Dagur Sigurdsson ungewohnt gelöst gewirkt. Als der achtjährige Fiete aus Schüttorf – als Schüler der Gewinner-Schule des Deutschen Schulpreises – nach dem Tunesien-Spiel gefragt hatte, ob Deutschland in Rio Olympiasieger werde, strahlte der 43-jährige Isländer über das ganze Gesicht: „Die beste Frage des Abends! Wir fahren dorthin, um zu gewinnen.“

Was Sigurdsson seinen Spielern am Donnerstag in Einzelgesprächen zu verkünden hatte, fiel ihm schon schwerer. „Die Spieler haben uns die Entscheidungen nicht leichtgemacht.“ Auch DHB-Vize Bob Hanning unterstrich: „Die Entscheidungen waren hart, aber das gehört auch zu einem in Spitze und Breite erfolgreichen Leistungssport.“ Hanning kritisierte die olympischen Regularien: „Dass regulär nicht einmal 16 Spieler zugelassen sind, ist eine echte Gefährdung. Kein Turnier ist in Sachen Verletzungen gefährlicher als Olympische Spiele.“

Einigen Spielern steckte am Donnerstag eine schlaflose Nacht vor den Nominierungen in den Knochen. Andreas Wolff und Rechtsaußen Tobias Reichmann hatten sich die Zeit auf den Straßen Stuttgarts mit dem Spiel „Pokémon Go“ und der Jagd nach Cyber-Monstern verkürzt. Einen Tag später schwebte Wolff im siebten Himmel: „Olympia ist der Traum jedes Athleten. Ich freue mich riesig.“ Christian Dissinger sah seinen Kindheitstraum erfüllt: „Jeder träumt von Olympia – das ist das Größte für einen Mannschaftssportler.“ Der 24-Jährige bewies aber auch Größe und erinnerte sofort an die aussortierten Kollegen Dahmke und Co.: „Wir dürfen all die nicht vergessen, die dem Team geholfen haben, überhaupt in Rio zu sein.“

Am kommenden Dienstag (19. Juli) geht die Olympia-Vorbereitung in Stuttgart in die nächste Phase. Beim „Euro Tournoi“ in Straßburg (22.-24. Juli) stehen dann Länderspiele gegen Dänemark sowie Ägypten oder Frankreich auf dem Programm.

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Ein Artikel von
Tamo Schwarz
Sportredaktion

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Foto: Einstimmen auf Rio: Finn Lemke (li.) und Tobias Reichmann sind so gut wie sicher bei den Olympischen Spielen dabei.

Das Olympia-Casting von Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson ist beendet. Am Mittwochabend besiegten die deutschen Europameister in Stuttgart Tunesien mit 38:32 (17:14).

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