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Rosberg will mit Sieg zum WM-Titel

Motorsport Rosberg will mit Sieg zum WM-Titel

Gewinnt Rosberg in Brasilien, ist er Formel-1-Weltmeister. Beim Rennen mit Drama-Potenzial will er es schaffen. Doch Vorsicht: Hamilton will seine unerklärliche Brasilien-Schwäche überwinden. Es gibt aber noch andere Gefahren: Vettel vs. Verstappen oder Unwetter.

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Nico Rosberg will auch in Brasilien wieder auf Sieg fahren.

Quelle: José Méndez

São Paulo. Der perfekte Schauplatz für große Formel-1-Dramen soll nun zur glorreichen Bühne für Nico Rosbergs so lang ersehnten WM-Triumph werden.

Und vieles spricht vor dem vorletzten Rennen der WM 2016 in Brasilien für den 31 Jahre alten Deutschen im Dauerduell mit dem britischen Dreifach-Champion Lewis Hamilton. "Ich muss weiter das machen, was mir dabei hilft, meine Bestleistung zu bringen - und das bedeutet, jedes Mal auf Sieg zu fahren", betonte Rosberg.

Er siegte vor einem Jahr auf dem legendären Kurs in Interlagos von der Pole aus, er siegte 2014 in Brasilien von Startplatz eins aus. Hamilton gewann dort noch nie, 2007 verzockte er in seinem berauschenden ersten Formel-1-Jahr dort stattdessen den Titel.

Ein Jahr später gewann er sie, die WM - in Brasilien. Dank eines Überholmanövers auf den letzten Metern gegen den Deutschen Timo Glock. Und mit der Attitüde will der Brite nun das vermeintlich Unmögliche doch noch schaffen: "Seit dem Beginn meiner Formel-1-Karriere habe ich gesehen, dass sich das Blatt selbst im allerletzten Moment noch wenden kann. Deshalb musst du bis zum bitteren Ende kämpfen."

Die vergangenen beiden Rennen gewann Hamilton. 19 Punkte beträgt der Vorsprung des Deutschen. Er muss nicht mal vor Rosberg ins Ziel kommen, um seine WM-Chancen aufrecht zu erhalten, solange Rosberg nicht Erster wird. Dennoch räumt Hamilton ein: "In der Weltmeisterschaft befinde ich mich in einer ungewöhnlichen Position." Er kämpfe, wisse aber nicht genau, ob es ausreichen werde. "Der eine Ausgang wäre schmerzhaft, der andere eine großartige Leistung."

Rosberg kennt seinen einstigen Kart-Kumpel nur zu gut. Er weiß, dass von dem Briten, der mit 51 Rennsiegen die drittmeisten in der Geschichte der Motorsport-Königsklasse geholt hat, so lange Gefahr droht, bis er selbst diese WM zu seinen Gunsten entschieden hat. Bis sich Rosberg wie sein Vater Keke 1982 - mit nur einem Sieg allerdings - endlich Formel-1-Weltmeister nennen darf. Im elften Jahr seiner Karriere, die mit dem Wechsel zur Saison 2010 von Williams zu Mercedes die entscheidende Beschleunigungsphase nahm.

Jetzt, nach 23 Siegen in 204 Rennen, wo er kurz vor der großen Wunscherfüllung steht, will Rosberg weiterhin keinen Millimeter von seinem bewährten und von bisher neun Saisonerfolgen gekrönten Kurs abweichen. "Noch stehen zwei Rennen aus und in der Formel 1 kann alles passieren. Deshalb muss ich mich auf die Dinge konzentrieren, die ich beeinflussen kann", sagte er.

Rosberg ist gewarnt, in São Paulo werden die Gesetzmäßigkeiten der Formel 1 manchmal neu definiert - 2010 fuhr Nico Hülkenberg in einer Regen-Qualifikation sensationell auf die Pole. Erst recht, wenn ein Rennen von derart vielen Vorzeichen geprägt wird, wie der Große Preis von Brasilien am Sonntag (17.00 Uhr MEZ).

Da wäre das Wetter. Gewitter sind vorhergesagt für Freitag und Samstag, auch am Sonntag soll es nicht trocken bleiben. Und Regen in São Paulo nimmt gern auch unwetterartige Ausmaße an.

Da wäre das Wiedersehen von Sebastian Vettel, Sieger zu glorreicheren Zeiten als gefeierter Red-Bull-Champion, mit dem jetzigen Red-Bull-Shootingstar Max Verstappen: höchste Crash-Gefahr! Zumal alle - beide Ferraris und beide Red Bulls - direkt hinter den beiden oder gar zwischen den Silberpfeilen vermutlich wieder mitmischen werden.

Da wäre ein Felipe Massa, der 2008 bei Hamiltons Triumph der tragische Leidtragende und gefühlte Sekunden-Weltmeister war, und nun sein letztes Rennen in seiner Heimatstadt fahren wird. Es wird ein tränenreiches Adeus - womöglich noch mal mit einer großen Leistung?

Wilde Attacken, Safety-Car-Phasen, taktische Manöver der Konkurrenz - alles ist wieder möglich. In den vergangenen beiden Jahren ließ sich Rosberg von nichts beirren, vor zwölf Monaten allerdings stand er auch schon als erneut geschlagener WM-Zweiter hinter Hamilton fest.

Käme es in diesem Jahr wieder dazu, dürfte das nach diesem Saisonverlauf allerschwerste Narben hinterlassen. Nie war Rosberg so nah am WM-Titel wie jetzt. Nie wirkte er aber auch gefestigter. Ein perfektes Szenario für ein weiteres Formel-1-Rennen auf dem Autódromo José Carlos Pace zwischen Triumph und Tragödie.

dpa

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