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Schewas trauriger Abschied - Ukraine weint

Fußball Schewas trauriger Abschied - Ukraine weint

Andrej Schewtschenko schlich nach seinem traurigen Abschied von der großen Fußball-Bühne mit leerem Blick aus der Kabine. Trainer Oleg Blochin schimpfte noch kurz erbost über den Torklau von Donezk und reckte dann ein letztes Mal trotzig die linke Faust in den Nachthimmel.

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Andrej Schewtschenko verabschiedet sich aus der ukrainischen Nationalmannschaft.

Quelle: Rungroj Yongrit

Donezk. In der Rolle des vermeintlich betrogenen, aber stolzen Verlierers hat sich die Ukraine mit dem 0:1 (0:0) gegen England nach Polen als zweiter Gastgeber von der Heim-EM verabschiedet.

Trotz der "Schewa, Schewa"-Sprechchöre nach Schlusspfiff geriet der Abgang des 35 Jahre alten Volkshelden zur Tragödie. Angeschlagen von einer Knieverletzung konnte auch der eingewechselte Rekordtorjäger in den abschließenden 20 Minuten nicht mehr die Wende bringen.

"Für mich war es das letzte große Spiel für die Ukraine", kündigte er sein Karriereende im Nationalteam nach einem Abschiedsspiel an: "Es war eine fantastische Unterstützung. Ich möchte mich bei allen Menschen in Donezk und der ganzen Ukraine bedanken."

Mit Tränen in den Augen erhoben sich die Fans noch ein letztes Mal für ihr Idol. "Ich hoffe, unsere Anhänger waren zufrieden mit unserer Leistung. Dieses Team hat eine strahlende Zukunft", sagte Schewtschenko. Als er aus den Katakomben ging, verschenkte er T-Shirts an seine Wegbegleiter, machte Erinnerungsfotos für italienische Journalisten.

Allzu viele positive Momente bleiben der Ukraine selbst aus dem Auftritt im entscheidenden Gruppenspiel allerdings nicht. Besonders der nicht gegebene Ausgleichstreffer von Marko Devic, dessen Versuch Englands Verteidiger John Terry eindeutig hinter der Linie erwischte, erzürnte den Gastgeber.

"Fünf Schiedsrichter und kein Tor: Der Ukraine wird ein klarer Treffer verweigert. Wie viele Referees braucht man noch?", schrieb die Zeitung "Segodnja" und "Komsomolskaja Prawda UA" wertete das Spiel "England-Ukraine 1:1" ("eigentlich").

Als ein Journalist dem Team auch noch mangelnde Fitness vorwarf, verlor der stinksauere Trainer Oleg Blochin ("Die Schiedsrichter waren schuld") endgültig die Beherrschung. "Wenn du ein Mann bist, geh mit mir und wir haben eine Unterhaltung unter Männern", drohte Blochin mit erhobenem Zeigefinger.

Nach dem Duschen war der erste heftige Ärger bei Anatoli Timoschtschuk über die Szene des Spiels hingegen schon verflogen. "Natürlich muss der Schiedsrichter das sehen, das war ein halber Meter. Beim 1:1 ist es ein anderes Spiel", meinte der Bayern-Profi, "aber niemand macht den Schiedsrichter verantwortlich, dass wir ausgeschieden sind." Aufgrund des knappen Scheiterns war das frühe Aus auch für die politischen Spitzenfunktionäre keine "Tragödie". "Sport ist Sport und hat wie das Leben alles: Glück, Zufall, Fehler und Unfairness", sagte Regierungschef Nikolai Asarow.

Dass die "Feier ohne Gastgeber" ("Kommersant UA") jetzt zu einer tristen Veranstaltung wird, glaubt Timoschtschuk nicht - er selbst will dem Team von Bundestrainer Joachim Löw die Daumen drücken. "Jetzt bin ich Deutscher oder Franzose", meinte der Mittelfeldorganisator, "ich habe dort viele Freunde. Deutschland hat gute Chancen, die EM zu gewinnen."

Da auch Kroatien und Russland bereits draußen sind, werde er jetzt ebenfalls Deutschland unterstützen, kündigte Coach Blochin an. Nur Schewtschenko hatte vom Fußball erstmal genug und meinte zu seinen weiteren Plänen: "Ich möchte einfach nur nach Hause gehen, meine Kinder in den Arm nehmen und meine Frau küssen."

dpa

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