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Spanien jubelt: TV-Rechte künftig zentral vermarktet

Fußball Spanien jubelt: TV-Rechte künftig zentral vermarktet

Mit einer zentralen Vermarktung der TV-Rechte will der spanische Fußball finanziell und sportlich stärker werden - und dazu auch mehr Spannung in die Primera División bringen.

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Selbst Real Madrid ist für die Zentralvermarktung. Foto: Alberto Martin

Madrid. Die Regierung gab am späten Donnerstagabend in Madrid ein Dekret zur Einführung der Regelung ab der Saison 2016/17 bekannt. Der Jubel der Vereine ließ nicht lange auf sich warten: "Eine exzellente Nachricht für alle Clubs", sagte Joan Collet, Präsident von Erstligist Espanyol Barcelona, nach dem 2:1-Sieg seines Teams beim FC Granada. Es werde mehr Geld geben und die Verteilung werde gerechter sein.

Der Präsident der Profiliga LFP, Javier Tebas, und der Chef der obersten Sportbehörde des Landes (CSD), Miguel Cardenal, bezeichneten die Maßnahme einstimmig als "historisch". "Eine neue Liga wird geboren, der spanische Fußball wird national und international noch wettbewerbsfähiger werden", meinte Tebas.

Die Primera División ist die einzige Topliga Europas, in der die Vereine ihre Fernsehverträge noch individuell vermarkten können. Mit je rund 140 Millionen Euro bekommen die beiden Spitzenclubs Real Madrid und FC Barcelona daher zusammen knapp 40 Prozent der Gesamteinnahmen aller 20 Erstliga-Clubs (rund 755 Millionen).

Bei der Begründung der Maßnahme, die von Vereinen und der LFP seit langer Zeit unter anderem mit Androhung von Streiks gefordert worden war, sagte Sport- und Kulturminister José Ignacio Wert, es gebe in Spanien "ein enormes Ungleichgewicht" bei der Verteilung der TV-Gelder. Vier Vereine bekämen 45 Prozent aller Einnahmen. 

Aufgrund der fehlenden Regelung habe der spanische Profi-Fußball zum Beispiel in der Spielzeit 2013/14 nur rund 800 Millionen Euro eingenommen, der englische derweil 1,87 Milliarden. Wert versicherte: "Die neue Maßnahme garantiert die Lebensfähigkeit der Teams, ein Gleichgewicht in den Ligen und eine Unterstützung des Amateursports."

Für eine Regulierung waren auch Real und Barça eingetreten, da sich beide Clubs - die neun der zehn letzten Ligatitel unter sich ausgespielt haben - von einem Verkauf der Rechte als Paket selbst bei einer ausgeglicheneren Verteilung mehr Geld erhoffen. Von den 42 Clubs der 1. und 2. Liga hatte sich nur der stark der Tradition verbundene baskische Verein Athletic Bilbao dagegen ausgesprochen.

Die Fußball-Vertreter rechnen mit Einnahmen von insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro. Vom Gesamttopf sollen die 42 Proficlubs 92 Prozent erhalten. Die Primera División soll allein 83 Prozent erhalten. Gemäß des Verteilungsschlüssels soll die sportliche Stärke bei der Ausschüttung in der ersten Liga nur eine kleine Rolle spielen. Der Rest der TV-Gelder, acht Prozent, soll an LFP, an den nationalen Verband RFEF und an Amateurclubs gehen sowie zur Förderung von Amateurspitzensportlern verwendet werden.

dpa

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