7 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Tag der Offenen Tür vor Kanada-Rennen abgesagt

Motorsport Tag der Offenen Tür vor Kanada-Rennen abgesagt

Aus Angst vor den seit Monaten aufgebrachten Studenten haben die Veranstalter den Tag der Offenen Tür vor dem Formel-1-Rennen in Kanada schweren Herzens gestrichen.

Voriger Artikel
Zwanziger wehrt sich gegen Hoeneß-Attacke
Nächster Artikel
Tsonga bei den French Open erstmals im Viertelfinale

Am Tag der Offenen Tür herrschte in der Boxengasse von Montreal immer großer Andrang.

Quelle: Andre Pichette

Montréal. Wo sich sonst die PS-Fans vor den Boxen am Donnerstag vor dem Grand-Prix-Wochenende tummeln, wird es diesmal beschaulicher zugehen. Aus Sicht der Veranstalter würde der freie Zugang für "einige Risiken" sorgen. "Unter diesen Umständen war die Absage des Tags der Offenen Tür die einzige Maßnahme, die wir ergreifen konnten", betonte Präsident François Dumontier.

Es sei die erste Verpflichtung für die Sicherheit der Teilnehmer und Zuschauer zu sorgen, erklärte er weiter und bekräftigte, dass man genau das auch am Wochenende entsprechend tun werde. Das Rennen auf der Île Nôtre-Dame zieht immer Zehntausende Fans an.

In diesem Jahr könnte es in der bisher verrückten Formel-1-Saison im siebten Rennen den siebten Sieger geben. Neben Doppelweltmeister Sebastian Vettel, dessen Red Bull allerdings wegen zwei nachträglicher Löcher in der Bodenplatte umgebaut werden muss, kann sich auch Rekordweltmeister Michael Schumacher im Mercedes Hoffnungen auf seinen ersten Triumph seit der Rückkehr in die Königsklasse machen.

Die Studenten haben andere Sorgen. Seit Monaten protestieren sie gegen einen Anstieg der Uni-Gebühren von diesem Herbst an. Selbst nach einer Erhöhung um 245 kanadische Dollar (190 Euro) wäre das Studium in Montréal, Québec City und in anderen Städten der Provinz allerdings immer noch deutlich preiswerter als im restlichen Kanada.

Nachdem dann aber auch noch das Gesetz "Bill 78" Mitte Mai in Kraft getreten war, wonach Protestmärsche in der französischsprachigen Provinz Québec wenigstens acht Stunden vorher mit genauen Angaben zur Maschroute angemeldet werden müssen, waren die Krawalle eskaliert. Medienberichten zufolge waren gegen Ende Mai allein in einer Nacht rund 400 Demonstranten festgenommen worden.

Da kommt die weltweite Präsenz der Formel 1 den Protestlern gerade recht. Entsprechend hatten sie bereits angekündigt, auch die PS-Bühne auch für ihre Belange nutzen zu wollen. Der Gründer und Präsident eines berühmten Comedy-Festivals in Montréal wollte sich laut einem Bericht der Zeitung "La Presse Canadienne" zu Wochenbeginn mit Studenten treffen. "Ich möchte nur an ihre Vernunft appellieren", sagte Gilbert Rozon, durch dessen Event die Studenten sich ebenso wie von der Formel 1 eine größere Aufmerksamkeit erhoffen dürften.

Hinzu kommt in Montréal, dass die Hacker-Gruppe Anonymous auch schon angekündigt hatte, Bernie Ecclestone's "kleine Party" stören zu wollen. Schon in Bahrain, dem wegen der politischen Proteste höchst umstrittenen Rennen, hatten die Hacker die Formel-1-Homepage und die Internet-Seite des Internationalen Automobilverbandes für kurze Zeit lahmgelegt.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Bei SmartBets findest du alle Wettquoten und Buchmacher der 1. Bundesliga.
Mehr aus Aktuelle Sport News - Aus der Welt 2/3