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Zebras erreichen Köln

Video-Tagebuch Final4, Teil1 Zebras erreichen Köln

Der THW Kiel greift nach dem Titel der Königsklasse: Auf KN-Online finden Sie täglich aktuelle Videos rund ums Final4. Damit bieten wir Ihnen einen ganz neuen Blick hinter die Kulissen. Im ersten Teil zeigen wir Ihnen erste Eindrücke von der Ankunft der Zebras in Köln - nicht alles lief dabei problemlos ab.

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Wir sind Kiel - auch in Köln: Am Sonnabend trifft der THW Kiel auf Veszprem.

Quelle: Jörg Lühn

Köln. Dem THW Kiel ist zu wünschen, dass die Anreise nach Köln kein Omen für das Halbfinale der Champions League gegen MKB Veszprem (heute 18 Uhr/Sky) ist. Das Team von Alfred Gislason saß am Donnerstag in Hamburg bereits im Flugzeug, als an den Triebwerken noch nachgebessert werden musste. Nach einstündiger Wartezeit wechselten die Zebras schließlich die Maschine, um dann im zweiten Anlauf wohlbehalten am Rhein zu landen.

Gut möglich, dass die Partie gegen den ungarischen Meister ähnlich holprig verläuft. „Die Mannschaft ist in der Breite noch stärker geworden“, sagt Gislason über den Gegner, der bereits in den beiden letzten Jahren seine Wege kreuzte. Im Viertelfinale der Saison 2012/13 setzten sich die Kieler in zwei denkwürdigen Spielen (32:31/29:28) durch. In der Saison 2013/14 trafen die Vereine erst im Final4-Halbfinale aufeinander – Kiel gewann mit einem überragenden Andreas Palicka im Tor (29:26) erneut. Doch das Team von Carlos Ortega hat in den vergangenen Monaten eine weitere Stufe genommen. Mit dem Kieler Christian Zeitz verpflichtete Veszprem einen extrem erfahrenen Spieler, der mit dem THW bereits dreimal die Champions League gewann. „Er unterstützt mich großartig“, lobt Ungarns Volksheld Laszlo Nagy den 34-Jährigen, mit dem er sich den Arbeitsplatz im rechten Rückraum teilt. „Ich fühle mich viel frischer als sonst.“ Um die Trophäe erstmals zu gewinnen, braucht Veszprem einen fitten Nagy. Offenbar ist das diesmal der Fall.

In einem wahren Halbfinal-Fight hat der THW Kiel das Endspiel um die Krone des europäischen Handballs verpasst. Sehen Sie sich hier die Bilder von den beiden Halbfinal-Partien und Stimmungen rund um das Final4 an.

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Mit dem routinierten Spanier Chema Rodriguez und Ex-Zebra Momir Ilic, der mit 101 Treffern Nummer zwei der Torschützenliste hinter Mikkel Hansen (103/Paris) ist, haben die Ungarn eine Rückraumachse der Extraklasse. Zudem kann Ortega mit Andreas Nilsson (HSV Handball) hinter Renato Sulic nun einen zweiten Kreisläufer aufbieten, im Tor hat Roland Mikler (kam aus Szeged) dem Kroaten Mirko Alilovic den Rang abgelaufen. Veszprem, so scheint es, ist diesmal als Mannschaft ohne Schwachpunkte angereist. „Wir wollen Revanche“, sagt Nagy und hat dabei nicht nur die Niederlagen gegen Kiel im Sinn. „Wir wollen Ungarn stolz machen.“ Der Stolz hat nach dem Viertelfinal-Aus von Pick Szeged gegen Kiel gelitten. Für Veszprem ist das Aus des einzigen nationalen Konkurrenten dagegen ein Segen.

In der vergangenen Saison ging die erstmalige Qualifikation für das Final4 unter, weil die Frauen aus Györ die Champions League und Szeged erstmals den EHF-Cup gewann. Diesmal blickt das ganze Land nach Köln, auf Veszprem. „Wir sind ein bisschen stärker als im letzten Jahr“, sagt Manager Csaba Hajnal. „Damals waren wir hier, um zu lernen.“ Sie hätten Fehler gemacht, daraus aber gelernt. Beispielsweise hätten sie damals drei freie Wochen vor dem Final4 gehabt, was keine gute Sache gewesen wäre. Die Mannschaft, so erinnert sich Hajnal, hätte in dieser Zeit ihre Spannung verloren.

Diesmal spielten sie in der Heimat eine Woche länger, die Pause ähnelt der des THW. In der Heimat hat Veszprem alles geregelt. Erzrivale Szeged wurde sechsmal in Folge besiegt, die Meisterschaft Nummer 24 souverän eingefahren. Außerdem gewann das Ortega-Team im ersten Anlauf den Titel in der parallel stattfindenden SEHA-Liga, einem Wettbewerb, in dem sich Mannschaften aus dem Balkanraum versammeln, die in ihren Ligen keine ernsthafte Konkurrenz haben. Zu optimistisch will Hajnal trotzdem nicht wirken. „Kiel ist Kiel und spielt außerdem zu Hause.“

Am Tag vor dem Halbfinale gingen die Kontrahenten noch sehr gelassen miteinander um. So bleibt ein Bild von Nikola Karabatic in Erinnerung, der sich in der Lobby des Mannschaftshotels „Dorint“ mit den Kielern traf. Der Franzose, der seit seinem Triumph 2007 im THW-Dress auf einen weiteren Sieg in der Champions League wartet, ist ein glühender Fan der Veranstaltung. Beste Halle der Welt, bestes Publikum der Welt, beste Spieler sowieso. Aber: „Es wäre schön, wenn wir die Halbfinals am Freitag und das Endspiel am Sonntag austragen könnten“, sagt der zweimalige Welthandballer. „Dann könnten wir eine Pause machen und den Fans noch besseren Sport bieten.“

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