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Werner: "Vielleicht bin ich auch ein neuer Stürmertyp"

Fußball Werner: "Vielleicht bin ich auch ein neuer Stürmertyp"

Er spielte 48 Mal für Deutschlands Junioren-Mannschaft. Nun beginnt für Timo Werner eine neue Station in seiner Karriere. Die Berufung in die A-Nationalmannschaft für den Klassiker gegen England und das WM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan ist der nächste Schritt.

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RB-Stürmer Timo Werner freut sich auf seine Zeit in der Nationalmannschaft.

Quelle: Hendrik Schmidt

Leipzig. Timo Werner ist der zur Zeit erfolgreichste deutsche Torjäger in der Fußball-Bundesliga. Nun wurde er zum ersten Mal für den Kader der A-Nationalmannschaft nominiert.

In einem Interview der Deutschen Presse-Agentur spricht der 21-Jährige vom Aufsteiger RB Leipzig über seine Erwartungen, darüber, dass er schon einige aus dem Team und dem Trainertab kennt und welcher Typ Stürmer er ist.

Als sie 12 oder 13 Jahre alt waren und in der Jugend des VfB Stuttgart gespielt haben - gab es da etwas, wovon Sie geträumt, was Sie aber für unerreichbar gehalten haben?

Timo Werner: Mit 12 oder 13 war der Profi-Fußball allgemein noch unerreichbar. Man hat noch nicht sein volles Vermögen, ob körperlich oder fußballerisch. Selbst wenn man zu den Besseren oder Besten eines Jahrgangs gezählt hat. Viele von den Spielern, die jetzt bei den Profis sind, die haben nicht mit mir in den ersten beiden Jugendnationalmannschaften zusammengespielt. Die sind aber jetzt auch auf meinem Level, wenn nicht sogar darüber. Die Nationalmannschaft war damals jedenfalls noch gar nicht der Traum, man wollte erstmal Fußball-Profi werden. Das Hobby zum Beruf machen, das war das Unerreichbare und große Ziel für jeden.

Wann realisiert man, dass man das Zeug dazu hat, Nationalspieler zu werden?

Werner: Nach so einer Saison, wie nicht nur ich sie spiele, sondern unsere gesamte Mannschaft sie bislang spielt, realisiert man, dass man imstande ist, so gute Leistungen zu bringen. Auch über eine konstanten Zeitraum. Wirklich realisiert man es aber auch erst, wenn man als Stürmer auf die Toranzahl sieht und dann weiß: Wenn es so weiter geht, dann könnte der Fall vielleicht eintreten.

48 Mal haben Sie das DFB-Trikot schon in Junioren-Teams getragen. Was wird denn in Ihnen vorgehen, wenn Nummer 49 der Dress der A-Mannschaft im Klassiker gegen England und Nummer 50 im WM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan sein wird?

Werner: Ich will die 48 Einsätze nicht schmälern, aber die sind dann schon etwas ganz anderes als einer bei der A-Nationalmannschaft. Es ist für jeden Spieler, der so viele Spiele in den Jugendnationalmannschaften gemacht hat immer auch ein Traum, irgendwann das A-Nationalmannschaftstrikot tragen zu dürfen. Vielleicht auch so eine Art Vorspiel, um wirklich dorthin zu kommen.

Gibt das auch ein etwas beruhigendes Gefühl mit auf die Reise, dass Sie auch aus dem Trainerstab bereits einige kennen?

Werner: Auf jeden Fall. Und nicht nur die zwei Co-Trainer, weil ich sie schon lange Zeit kenne und mit ihnen gearbeitet habe. Sondern auch viele Spieler, mit denen ich auch beim VfB eine lange Zeit gespielt habe wie zum Beispiel Serge Gnabry oder Joshua Kimmich. Wir kennen uns super. Julian Brandt war einer meiner besten Freunde in den Jugend-Nationalmannschaften. Klar ist es etwas Besonderes und sehr aufregend, plötzlich neben einem Manuel Neuer, Toni Kroos, Mesut Özil oder Thomas Müller am Esstisch zu sitzen und mit denen zu trainieren.

Mit welchen Erwartungen, Hoffnungen und Zielen starten Sie in diesen neuen Abschnitt?

Werner: Wenn ich hingehen und sagen würde, ich will gleich mal zwei Tore schießen, wäre das sehr vermessen. Ich will einfach die Stimmung genießen, die Atmosphäre. Ich möchte es einfach genießen, mit dieser Mannschaft spielen zu dürfen. Ich versuche, meine Aufregung und Nervosität runterzufahren und meine Leistung, wie ich sie bei RB Leipzig bringe, auch dort zu bringen.

Nach dem EM-Aus gab es eine große Diskussion, es fehle der echte Mittelstürmer. Diego Maradona meinte sogar, das Problem der deutschen Mannschaft sei der gegnerische Strafraum. Könnten Sie die Lösung dieses Problems sein?

Werner: Wenn das so wäre, würde ich mich drüber freuen. Ich muss aber jetzt erstmal den Schritt gehen, mich mit guten Leistungen für die nächsten Lehrgänge zu empfehlen, vielleicht auch dann später für den Confed Cup. Das gilt auch für meine Leistung bei RB, jeder wird doppelt draufschauen, wie man sich nach so einer Nominierung verhält. Man muss noch mehr Gas geben, um die Einladung zu rechtfertigen und wieder eingeladen zu werden.

Schaut man sich nur mal ein paar Namen deutscher Mittelstürmer an: Klose, Klinsmann, Rummenigge, Hrubesch, Seeler - welchem Spielertypen ähneln Sie denn am ehesten oder sind sie ein neuer Mittelstürmertyp?

Werner: Ich muss zugeben, viele habe ich ja gar nicht spielen sehen, weil sie einfach deutlich vor meiner Zeit aktiv waren. Vielleicht bin ich auch ein neuer Stürmertyp. Der Fußball hat sich in der Zeit einfach weiter entwickelt. Wenn man sich allein den Verlauf von der WM 2010 bis heute anschaut: 2014 wollte man den sogenannten Mittelstürmer fast komplett abschaffen, da war nur noch die Rede von zwei Zehnern oder einer hängenden Spitze. Mittlerweile wird eher wieder in die Richtung gegangen, mit zwei Stürmern zu spielen, so wie wir es bei RB machen. Es kommt ja einfach auch darauf an, welche Spielphilosophie man verfolgt und welche Spieler man dahinter hat. Und Deutschland hat sehr, sehr viele sehr, sehr starke Mittelfeldspieler, bei denen es passt, mit einem Stürmer zu spielen. Ob ich dann diese Position so einnehmen kann, wird man sehen. Für meine Spielweise gibt es in der Nationalmannschaft sehr viele Spieler, die mir den Ball durchstecken und mich in gefährliche Situation bringen können.

ZUR PERSON: Timo Werner (21 Jahre alt) spielt seit dieser Saison für den Aufsteiger RB Leipzig. Er war vom Erstliga-Absteiger VfB Stuttgart gekommen. Mit bisher 14 Toren ist er der erfolgreichste deutsche Stürmer. Werner durchlief auch schon die Junioren-Mannschaften des Deutschen Fußball-Bundes.

dpa

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