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André Greipel gewinnt Cyclassics

Start von der Stena Line André Greipel gewinnt Cyclassics

André Greipel hat die 20. Auflage der Vattenfall Cyclassics in Hamburg gewonnen. Der 33 Jahre alte Radprofi aus Rostock verwies Vorjahressieger Alexander Kristoff auf Platz zwei. Die Cyclassics, die zum ersten Mal in Kiel gestartet wurden, sind das einzige deutsche WorldTour-Rennen.

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 Der Norweger Alexander Kristoff (l./2. Platz), der deutsche Andre Greipel und der Italiener Giacomo Nizzolo (3. Platz) jubeln auf dem Podium.

Quelle: Axel Heimken/dpa

Kiel. André Greipel hat seine erstaunliche Erfolgsserie trotz eines kuriosen Sturzes zu Beginn des Rennens fortgesetzt. Der viermalige Etappensieger der diesjährigen Tour de France holte sich zum ersten Mal den Sieg bei den Hamburg Cyclassics, obwohl er sich nach zehn Kilometern leicht verletzt hatte. Ein Konkurrent hatte ihn bei einer Pinkelpause, die Greipel „sanitärer Stopp“ nannte, übersehen und umgefahren. „Ich nenne den Attentäter nicht“, konnte er hinterher scherzen.

Bei der 20. Ausgabe des einzigen deutschen WorldTour-Rennens ließ der bullige Rostocker am Sonntag der Konkurrenz dennoch im Schlussspurt auf der Mönckebergstraße keine Chance. Greipel verwies nach 221 Kilometern den norwegischen Vorjahressieger Alexander Kristoff und Giacomo Nizzolo aus Italien auf die folgenden Plätze. Greipel siegte als insgesamt vierter deutscher Radprofi in der Hansestadt nach Jan Ullrich (1997), Erik Zabel (2001) und John Degenkolb (2013).

Neben dem schnellen Greipel, der sich mit seinem Sieg in der Hansestadt auch für die Weltmeisterschaften im Oktober in Richmond/USA empfahl, standen zwei Comebacks im Mittelpunkt. Marcel Kittel, der wegen Formrückstandes nach einer schweren Viruserkrankung im Frühjahr nicht für die Tour nominiert worden war, kehrte im Inland mit Rang 89 zurück. Er war der letzten Temposteigerung bei der dritten und letzten Besteigung des Waseberges nicht gewachsen.

Hier sehen Sie Bilder von dem Radrennen Cyclassics 2015.

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Der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin griff zum ersten Mal nach seinem Schlüsselbeinbruch auf der Tour-Etappe nach Le Havre wieder ins Wettkampfgeschehen ein. Er beendete das Rennen auf Platz 108. Sein Fernziel ist ebenfalls die WM. „Es hat trotzdem Spaß gemacht und mich auf dem Weg zur WM weitergebracht. Ich war natürlich noch gehandicapt und konnte mich noch nicht wie sonst im Feld bewegen“, sagte Martin.

"Endlich mal Hamburg. Ich hatte mir den Sieg fest vorgenommen, und es hat auch dank meiner Supermannschaft geklappt. Jetzt freue ich mich auf die Weltmeisterschaften“, sagte Greipel nach dem Rennen. Bis zu den Titelkämpfen in Richmond bestreitet er noch neun Renntage, darunter die Tour of Britain.

Start von Bord der Stena Line

Die über 160 Radprofis, die auf dem Cyclassics-Kurs von Kiel nach Hamburg rasen, sind am Sonntagmorgen erfolgreich von der Stena Line gestartet. Das Feld rollte am Mittag in Top-Besetzung gen Hamburg. Mit leichter Verspätung schickte der Startschuss von Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) die Radsportler um 11 Uhr auf die Kaistraße, beteiligt war außerdem Kiels Olympia-Botschafter Uwe Brandenburg. Auf die Straße gelangten die Profis aber über einen außergewöhnlichen Weg: Die 20. Cyclassics begannen nicht nur erstmals in Kiel, sondern auch auf der „Stena Germanica“ der Stena-Line-Reederei. Per Ausfahrtrampe schoss das Teilnehmerfeld auf den Fährterminal.

Rund 1500 Radsportfans erwarteten die Profis dort und jubelten vor allem den namhaften deutschen Stars zu. Neben Tony Martin (Team Etixx-Quick Step) wurden die Top-Sprinter Marcel Kittel (Giant-Alpecin) und André Greipel (Loto Soudal) schon vorab gefeiert. Der Start erfolgte zunächst ohne Wertung, erst nach sechs gefahrenen Kilometern wurde in den Rennmodus gewechselt. Der Rostocker und zehnfache Etappensieger der Tour de France, Greipel, stürzte allerdings bereits auf den ersten Kilometern vor Preetz, konnte das Rennen aber fortsetzen. Am dortigen Bahnübergang schafften es darüber hinaus nur die vier Führenden, die Gleise vor dem nahenden Zug zu überqueren.

Der Rennverlauf führte die Radsportler über Plön, Bad Segeberg, Kaltenkirchen und Pinneberg nach Hamburg.

Umweltaktivisten protestieren bei Cyclassics

Umweltaktivisten haben während der Vattenfall Cyclassics mit einer Banneraktion auf der Hamburger Köhlbrandbrücke gegen den Stromkonzern Vattenfall demonstriert. Vier Kletterer brachten am Sonntagmorgen ein Plakat mit der Aufschrift „Umsatteln - Ökostrom statt Kohle und Atom“ in rund 20 Meter Höhe über der Fahrbahn an der Hängekonstruktion der Brücke an.

In diesem Jahr ist Vattenfall zum letzten Mal Titelsponsor des Events. Mit der Aktion wolle die Umweltorganisation „Robin Wood“ zum Ende des Sponsorings noch einmal gegen das 20 Jahre andauernde „Greenwashing“ des Konzerns bei dem Radrennen demonstrieren, teilte die Pressesprecherin der Organisation am Sonntag mit. Der Konzern habe versucht, durch das Sponsoring sein Image aufzupolieren, das überzeuge offenbar aber niemanden mehr, so Carli Freudenberg von Robin Wood Hamburg und verabschiedete den Konzern: „Tschüss Vattenvall!“.

Die Radfahrer bei den Cyclassics wurden durch die Plakataktion nicht gestört. Die Demonstration sei zwar nicht angemeldet gewesen, in dieser Höhe würden die Aktivisten aber das Event nicht beeinträchtigen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

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Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

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Tony Martin
Foto: Gezeichnet: Tony Martin am 9. Juli in Gelb nach seinem Schlüsselbeinbruch bei der Tour de France.

"Angst? Nein": Erstmals nach seinem schweren Sturz auf der 7. Etappe der Tour de France sitzt der dreifache Zeitfahr-Weltmeister und diesjährige Träger des Gelben Trikots, Tony Martin, am Sonntag bei den Cyclassics wieder im Rennsattel.

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