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Teamgefühl im Drachenboot

Angelika Martin Teamgefühl im Drachenboot

Angelika Martin von der Ellerbeker Turnvereinigung (ETV) gewann mit der Nationalmannschaft drei Gold-, eine Silber- und drei Bronzemedaillen bei den Drachenboot-Weltmeisterschaften des Internationalen Kanuverbands (ICF) in Moskau und zählt zu den erfolgreichsten Drachenbootfahrerinnen Deutschlands.

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Angelika Martin, Kanutin der Ellerbeker TV, hat bei der Drachenboot-WM in Moskau sieben Medaillen gewonnen.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Die Schönkirchenerin, die für den Kieler Ostuferverein startet, war bereits bei den WM-Auflagen 2012 in Mailand und 2014 im polnischen Poznan ähnlich erfolgreich.

 „Das geht jedes Mal unter die Haut“, sagt Angelika Martin. Oft habe sie bei ihren mittlerweile dritten Weltmeisterschaften auf dem Siegerpodest gestanden. Doch es sei immer wieder etwas ganz Besonderes, wenn die Nationalhymne erklingt. So war es natürlich auch in Moskau nach den Entscheidungen auf der 2014 top-renovierten Olympia-Regattastrecke von 1980. Da sind auch reichlich Tränen geflossen. Die ETV-Kanutin gehörte zu den insgesamt 48 Männern und Frauen aus ganz Deutschland, die sich für die WM qualifiziert hatten. Sie wurde sowohl in den 10er-Booten (Frauen bzw. Mixed mit vier Frauen und sechs Männer) als auch in den 20er-Booten (Frauen bzw. Mixed mit acht Frauen und sechs Männer) eingesetzt.

 Das mit 20 Frauen sowie Trommlerin und Steuerfrau besetzte reine Frauenboot in der Altersklasse Damen Master 40+ war auf allen Strecken nicht zu schlagen. Über 200, 500 und 2000 Meter stand am Ende der Weltmeistertitel. In den in Moskau erstmals gefahrenen 10er-Booten sicherte sich Deutschland mit Angelika Martin die Silbermedaille im Mixedboot Master 50+ über 2000 Meter sowie Bronze über 500 Meter. Das 10er-Damenboot 50+ gewann jeweils Bronze über 500 und 2000 Meter.

 Vor allem den deutschen Frauen glückten in den 20er-Booten perfekte Rennen. „Wir waren auf den Punkt fit, fanden vom Start an den Rhythmus und schienen wie im Rausch über das Wasser zu fliegen“, erzählt Angelika Martin, die auf der dritten Bank rechts paddelte. Das sei ein unglaublich schönes Gefühl gewesen. Die Rennen liefen so gut, dass die Deutschen auf den kurzen Strecken mit einer Drittel- (200 Meter) beziehungsweise mit einer ganzen Bootslänge (500 Meter) Vorsprung ins Ziel kamen. In hochkarätigen Drachenbootrennen sind das Welten. In Moskau waren insgesamt 16 Nationen am Start.

 Vor den WM-Erfolgen stand für die 52-Jährige enormer Fleiß und eine lange Vorbereitungszeit. Die ersten Qualifikationen fanden bereits im Herbst 2015 statt, bis zum Frühjahr 2016 folgten weitere Trainingslager, in denen die Leistungen in den Bereichen Kraft, Kraftausdauer, Technik und Teameignung getestet wurden. Dabei kamen zum ersten Mal auch digitale Messpaddel zum Einsatz. Die zeichnen auf, wie das Paddel durch das Wasser geführt wird, wann und wie lange welcher Druck auf das Paddel wirkt und wie lang das Paddel durch das Wasser geführt wird. Dann kam im Frühjahr der ersehnte erste Erfolg: Angelika Martin wurde in den Kader der Nationalmannschaft berufen.

 Die Berufung war aber noch keine Zusage für einen Start in Moskau. In weiteren Trainingslagern musste der gesamte Kader nachweisen, dass weiter an Kondition, Kraft und Technik gearbeitet wurde. Nach und nach wurden die einzelnen Mannschaften für die WM-Boote zusammengestellt. Für die ETV-Kanutin, die seit der Qualifikation neben ihrer Arbeit als Informatikerin beim Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Kiel jeden Tag trainiert hat, haben sich die Anstrengungen gelohnt. „Teil eines Teams zu sein, macht unheimlich viel Spaß“, sagt Angelika Martin. Dazu komme der sportliche Aspekt. Deshalb sei sie vor elf Jahren vom Seekajaksport zum Drachenbootfahren gewechselt. Die erfolgreiche WM-Karriere war damals noch nicht abzusehen. Neue Ziele hat sie sich schon gesetzt: Über den Winter will sie die Fitness halten, um im April 2017 bei den World Master Games in Neuseeland dabei sein zu können. Dann sitzt die Kielerin im Boot der Neckardrachen aus Heilbronn.

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