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Kerber erstmals im Viertelfinale

Australian Open Kerber erstmals im Viertelfinale

Endlich steht Angelique Kerber in Melbourne im Viertelfinale. So weit war sie bei den Australian Open zuvor noch nie gekommen. Doch damit soll noch nicht Schluss sein. Für das Duell mit ihrer Angstgegnerin tüftelt sie nun an einer besonderen Taktik.

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Angelique Kerber hat es geschafft: Sie steht im Viertelfinale der Australian Open.

Quelle: Lukas Coch/dpa

Melbourne. Mit ihrem erstmaligen Einzug ins Viertelfinale der Australian Open hielt sich Angelique Kerber nicht lange auf. „Die Reise ist noch nicht zu Ende“, sagte die Kielerin nach ihrem klaren Sieg im deutschen Tennis-Achtelfinal-Duell mit Annika Beck. „Ich hoffe, dass ich hier noch ein paar Matches habe.“ Gegen Beck hatte die deutsche Nummer eins am Montag nur im ersten Satz einige Schwierigkeiten, am Ende setzte sich die Schleswig-Holsteinerin trotz einer durchwachsenen Leistung aber dennoch klar mit 6:4, 6:0 durch.

„Ich weiß, dass ich mich steigern muss“, sagte Kerber mit Blick auf das Viertelfinale am Mittwoch. Dort wartet in Victoria Asarenka jene Spielerin, die bislang neben der amerikanischen Weltranglisten-Ersten Serena Williams in Melbourne den besten Eindruck hinterlassen hat. Gegen die Tschechin Barbora Strycova unterstrich die Weißrussin beim 6:2, 6:4 ihre bestechende Form, die wiedererstarkte frühere Nummer eins der Welt hat in diesem Jahr noch keinen einzigen Satz verloren.

„Sie ist verdammt gut drauf“, sagte Kerber, die die neue Wucht von Asarenka erst Anfang Januar beim Turnier in Brisbane zu spüren bekam. Im Endspiel musste sich die Schleswig-Holsteinerin mit 3:6, 1:6 geschlagen geben. Überhaupt ist Asarenka ihre große Angstgegnerin, keines der bisherigen sechs Duelle konnte Kerber gewinnen:

Hier eine Übersicht:

2012 Indian Wells Halbfinale 6:4, 6:3 Asarenka 2012 Olympia Viertelfinale 6:4, 7:5 Asarenka 2012 WTA-Finals Gruppenphase 6:7 (9:11), 7:6 (7:2), 6: Asarenka 4 2015 Doha 1. Runde 6:0, 6:3 Asarenka 2015 US Open 3. Runde 7:5, 2:6, 6:4 Asarenka 2016 Brisbane Finale 6:3, 6:1 Asarenka

Doch gerade daraus zieht sie ihre Motivation. „Ich freue mich sehr auf diese Herausforderung“, sagte die Weltranglisten-Sechste. Das Drittrunden-Duell zwischen beiden bei den US Open im vergangenen Jahr war sicher eines der besten Spiele der kompletten Saison. Am Ende verließ Kerber dennoch mit 5:7, 6:2, 4:6 als Verliererin den Platz.

Die Erfahrungen aus New York sollen aber helfen, „weil ich da ganz nah dran war“, sagte Kerber. Zusammen mit ihrem Trainer Torben Beltz will sie nun an jener Taktik feilen, die ihr endlich den ersten Sieg gegen Asarenka bringt. „Torben hat schon eine Idee“, berichtete Kerber, „ich bin sehr gespannt darauf.“ Wie immer will sie sich die Vorstellungen ihres Coaches genau anhören und sie dann im Training testen. „Das gibt mir die Zeit, die Pläne zu visualisieren.“

Deutlich wurde, dass Kerber viel besser aufschlagen muss als gegen Beck. „Da muss ich mich sicher steigern“, sagte sie. Gegen Beck hatte sie das Glück, dass die Bonnerin die Aufschlagschwäche der Favoritin ebenso wenig nutzen konnte wie deren anfangs allgegenwärtige Nervosität. Kerber: „Ich habe mir anfangs zu viele Gedanken gemacht.“

Schließlich hat sie sich mit ihrer Ankündigung, es in diesem Jahr bei den Grand-Slam-Turnieren „krachen lassen“ zu wollen, selbst unter Druck gesetzt. 2015 war sie in Melbourne bereits in der ersten Runde rausgeflogen, in Paris, Wimbledon und New York nicht über die dritte Runde hinausgekommen. Es war mental heute nicht ganz so einfach, sie hatte nichts zu verlieren. Aber nach dem ersten Satz war ich erleichtert, danach habe ich losgelassen und befreit aufgespielt.“

Beck hatte Kerber am Ende nichts mehr entgegenzusetzen. Dennoch zog sie ein zufriedenes Fazit, schließlich stand sie erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier im Achtelfinale. „Ich denke, die Trauer sollte daher nicht zu groß sein“, sagte Beck, die sich mit ihrem starken Auftreten in Melbourne auch für das Fed-Cup-Team interessant gemacht hat. Die deutsche Auswahl trifft Anfang Februar auf die Schweiz. Der Nominierung durch Teamchefin Barbara Rittner am Mittwoch blickt sie mit Spannung entgegen.

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