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Kerber: „Dann schießt sie mich vom Platz“

Australian Open Kerber: „Dann schießt sie mich vom Platz“

Vor dem größten Match ihrer bisherigen Laufbahn ließ es Angelique Kerber ruhig angehen. Mit diesem Rezept will die Tennisspielerin am Sonnabend ab 9.30 Uhr (MEZ/Eurosport) im Endspiel der Australian Open die große Überraschung gegen die Weltranglistenerste Serena Williams schaffen.

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Angelique Kerber ist vor ihrem ersten Grand-Slam-Finale guter Dinge.

Quelle: Frank Molter

Melbourne. Als Angelique Kerber am Vormittag zum allmorgendlichen Training im National Tennis Center erschien, staunte sie nicht schlecht. Direkt auf dem Nebenplatz trainierte ihre Finalkontrahentin Serena Williams. „Das wusste ich nicht, ist aber eigentlich auch egal“, sagt die Kielerin. „Ich hab ein paar Mal rüber geschaut, aber das war’s auch. Ganz neu ist das für mich ja nicht.“ Man kennt sich unter den Topspielern. Auch wenn sich die Treffen oft auf Smalltalks in der Umkleidekabine beschränken.

 In Melbourne liegen die Kabinen der beiden Finalistinnen einander direkt gegenüber. „Dort haben wir uns zuletzt oft getroffen. Es sind ja nicht mehr so viele Mädels im Turnier“, sagt Kerber. Meist bestimmen dann die Themen Turnier, Wetter oder die gemeinsame Freundin Caroline Wozniacki den Austausch. Die Bezeichnung „unnahbar“ für den amerikanischen Superstar kann Kerber nicht bestätigen. „Nein, sie war schon immer offen und nett zu mir. Auch, als ich noch nicht so gut gespielt habe.“

 Mit der Netiquette wird es am Sonnabend ab 19.30 Uhr australischer Ortszeit erst einmal vorüber sein. Serena Williams will sich unbedingt ihren siebten AO-Titel schnappen und nicht noch einmal so ein Desaster erleben wie bei den US Open 2015. Auf dem Weg zum historischen Grand Slam (Gewinn aller vier Grand-Slam-Turniere innerhalb eines Kalenderjahres) scheiterte die 74 Millionen Dollar Preisgeld schwere Frau aus Palm Beach (Florida) im Halbfinale an der Italienerin Roberta Vinci und an ihren Nerven. „Aus diesem Spiel habe ich viel gelernt, ich hoffe, dass mir so etwas nicht noch einmal passiert“, sagt Williams nun.

 Angelique Kerber sagt vor dem vermeintlichen Kampf David gegen Goliath über ihre Gegnerin: „Wir wissen, dass Serena in einem Match auch mal Schwächephasen hat. Das hat man im zweiten Satz gegen Radwanska gesehen. Zu diesem Zeitpunkt muss ich da sein. Was mir auf keinen Fall passieren darf, ist im Spiel zu kurz zu werden. Dann schießt sie mich vom Platz.“

 Immerhin: Kerber hat Williams schon einmal (2012 in Cincinnati) gezeigt, dass sie sie schlagen kann. Auch Williams hat das Match nicht vergessen: „Angie spielte damals unglaublich“, erinnert sie sich. Nicht umsonst hofft Angelique Kerber, „dass Serena auch ein bisschen Respekt vor mir hat“.

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Angelique Kerber
Foto: Glücklich, gelöst und redegewandt: Angelique Kerber während eines Interviews am Montag auf dem Flughafen Frankfurt/Main.

In den ersten Jahren des neuen Jahrtausends war ein Online-Spiel mega-hip, das mittlerweile fast in Vergessenheit geraten ist: „Second Life“, das virtuelle zweite Leben, in dem jeder ein anderer sein durfte, gern auch ein Superstar. Seit dem vergangenen Sonnabend bewegt sich auch Angelique Kerber im Second Life, allerdings mit einem nicht unwesentlichen Unterschied: Ihr zweites Leben ist echt.

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